Samstag, 3. Oktober 2026
Suchmaschine in Republikfarbe
Die Google-Startseite sieht auf den ersten Blick etwas anders aus, hat Google was zu feiern? Die Schrift ist anders, schwarz, rot und gelb. Tatsächlich, Google begeht den Tag der deutschen Einheit mit den Nationalfarben.

Das wäre früher nicht gegangen und noch früher normal gewesen, sind wir wieder normal? Wenn sogar der Bundestrainer ein positives Verhältnis zu den Farben der Republik wünscht?

Es sieht danach aus.
Es schient so. Darum müssen wir professionelle Vorbehalte anmelden. Da fallen uns folgende ein: Man kann so eine Konzession machen, warum nicht, andere Länder machen es doch auch.
Oder: spielt gar keine Rolle mehr. Die Fahne ist so bedeutungslos geworden, dass sie auch gehisst werden kann. Davon hängt nichts mehr ab, das macht nichts.
Es ist durch und vorbei, Berlin ist berlinisiert, der Rest des Landes folgt nach, da kann man noch einmal schwarz-rot-gelb googeln, es interessiert nicht mehr.

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Manchmal hat es was für sich, wenn eine Überschrift schon vorher dem darauffolgenden Beitrag die Haare vom Kopf bläst. Das geht u. a. mit Wortwitz, Spott, Ironie, Anspielungen, Anzüglichkeiten, was mit Sex oder mit bloßer Zusammenfassung des Unsagbaren usw. Die englische Yellow Press hatte darin zeitig einige Meisterschaft entwickelt.

Heute zum Republikgeburtstag erfreut mich eine Zeitung mit einer Überschrift, die mehr kann als der ganze Beitrag: "Mit zugewandtem Interesse: Der Osten schaut der alten BRD beim Sterben zu." Man hätte kein Herz für Leute, die Zeitung können, wenn einem dabei nicht gefühlt die eigenen Haare waagerecht nach hinten geblasen werden.

Es geht im Beitrag um irgendwas mit CDU und um die Jahre ab den Nullerjahren "trat dann die moralische Selbsterhöhung hinzu" und wie die "Kipppunkte" kamen und was nicht alles.

Ziemlich genau die 20 Jahre, als der BuRepDeu der Hosenanzug ziemlich spack saß. An Tagen wie diesen braucht man die Szene von 2013 mit dem empörten Entfernen einer kleinen Flagge in Bundesfarben von der Bühne und das genau dazu passende Gesicht gar nicht vor Augen zu haben.

Und nun kopfzeilen die so was, und zwar in ganz freundlichem Ton: "Mit zugewandtem Interesse: Der Osten schaut der alten BRD beim Sterben zu."

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