Montag, 5. Januar 2026
Sträfliche Propaganda
Da lief ein Programmhinweis im MDR-Radio auf ein Hörspiel. Syrisches Restaurant, billig und darum beliebt bei Studenten, macht vom einen Tag auf den anderen zu.
Zoll? Gesundheitsamt? Rückstände beim Schutzgeld? Angebot aus Syrien?
Nein, wie es weiter heißt, Vaterlandspartei ist an der Macht, dann Stimmengewirr: Gender, sozialer irgendwas, Frauen, du hast Schwulenpropaganda gemacht.
Also eine Dystopie, was passiert, wenn es andersherum kommt und wovor man Angst haben muss.
Haben die keine Angst, dann für so eine Propaganda verfolgt zu werden?
Haben sie bestimmt, aber diese Angst wollen sie ja den Hörern vermitteln, um das Schlimmste abzuwenden.
Mal wieder gilt: Wer es aufs Kulinarische zieht, ist ein Idiot.
Das sind dann auch die, die meinen, Vulkangruppe geht zu weit, sollen doch lieber alle bei Hammerbande mitmachen.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 4. Januar 2026
Showroom
Mister President könnte jetzt seinen Friedensnobelpreis verspielt haben, das Komitee könnte meinen, jemand, der einen umstrittenen Angriff führen lässt, kann keinen kriegen trotz anderer Verdienste. Fehlender Ehrgeiz wird ihn aber nicht bewogen haben.
Wir betrachten hier ja die Geschehnisse vorzugsweise szenisch, unter dramaturgischen Gesichtspunkten, und da ist festzustellen, dass Mister President hiermit oder beim Gespräch mit dem neugewählten Bürgermeister von New York oder den sonstigen Gipfeln immer eines durchweg schafft: dass es seine Show ist.
Das ist durchaus von demokratischem Wert. Kanzler und Kommissare möchten medial gerühmt werden oder als beliebt dargestellt, davon haben die Wähler gar nichts. Der Kaiser, der in der Sonne reitet, lässt sich die Show machen.
Man muss dem, dessen Show es ist, nicht blind vertrauen, aber mit allen bürgerschaftlichen Vorbehalten dann doch so weit, dass man in einem berechenbaren Raum seine eigenen Angelegenheiten ausüben kann.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Samstag, 3. Januar 2026
Transformationsstimmung
Ach nett, wie soeben gemeldet wird, ist der Venezuela-Steinmeier festgenommen worden. Leider wird das unter unseren Normalbürgern nicht die Wendestimmung fördern, unter unseren Hofschranzen aber schon in dem Sinne, dass sie einen gehörigen Schrecken eingejagt kriegen.
Der Schock kann mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu zehn Prozent heilsam wirken, denn vor der Wendestimmung im Volk haben sie ja trotzdem Angst.
Etwas, das wir darum zu beobachten erwarten, ist die, zeitungsdeutsch formuliert, wachsende Kluft zwischen Mäßigung und Eskalation der Politik, das Auseinanderlaufen der Methoden zum Machterhalt und die Diskussion über die geeigneten Rettungsmaßnahmen, wodurch der Kontrast offenkundiger wird. Innerhalb des Hofes könnte es zum Konflikt darüber kommen, ob man sich besser durch Tauwetter oder durch Neostalinisierung rettet.
Bis denen was Neues einfällt, Pandemie durch biologische Kriegsführung, dann müssen wieder alle mitmachen.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Freitag, 2. Januar 2026
Problembewusstsein
Man könnte es für einen Rest von Scham halten, wenn aus Niedersachsen dementiert wird, was über das Dividieren behauptet werde, nein, die Division wird gar nicht verboten, nur mit Kommastellen und nur in der Grundschule. Aus Niedersachsen war nicht zu vernehmen, in welcher höheren Klasse das schriftliche Dividieren mit Kommastellen doch noch drankommt, dann mit höherem Aufwand und psychologischer Betreuung, und es müsste stattdessen etwas Anderes aus dem Lehrplan entfallen, denn mehr Stunden wird es ja nicht geben.
Die Grundschule wurde nicht umsonst so genannt und konzipiert, man lernt lesen, schreiben und rechnen, in höheren Schulen lernt man Weiteres darauf aufbauend.
Das wäre alles noch sehr schulisch gedacht, das ist längst erledigt. Das mit der Division war nur ein weiteres Beispiel dafür, ein Problem zu leugnen, aufzuschieben und aus der Wahrnehmung verschwinden zu lassen in der vollen Absicht, das Problem zu erhalten.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Donnerstag, 1. Januar 2026
Leugnungserzeugung
Hier eine Information, die wir aus der Medizinerszene erhielten und die wohl sonst gar nicht in der Infosphäre vorkommt, es gibt immer mehr Impfgegner.
Und zwar derart, dass normale gewöhnliche Impfungen abgelehnt werden. Also das, was zu Corona-Zeiten allen unterstellt wurde, die etwas skeptisch waren bezüglich der mRNA. Die wenigsten, die nicht mRNA wollten oder gegen Impfpflicht demonstrierten, waren Impfgegner.
Nachdem das Impfen durchgedrückt wurde, hat es, besser gesagt hat der Druck, das Gegenteil bewirkt. Jetzt wollen die, denen der Druck gemacht wurde, gar nicht mehr.
In einer funktionierenden Öffentlichkeit würde auch das nicht geschehen. Die haben wir nicht und da wollen die Leute gar nicht und leugnen alles.
Natürlich nicht alle Leute.

... link (1 Kommentar)   ... comment


Mittwoch, 31. Dezember 2025
Tauphase
Im Kalenderblatt des Deutschlandfunks ist heute: 10 Jahre schlimme Silvesternacht von Köln mit sexuellen Übergriffen.
Wir haben es nicht angehört und können nur vermuten, was nicht vorkommt oder nur relativiert, indes ist so eine Art Tauwetter: länger zurückliegende Ereignisse politischer Blamage darf es geben. Damals hat es bekanntlich offiziell nichts gegeben, jetzt also doch.
Die politische Entscheidung hinter diesem Beitrag mag dann wohl auch die Erwägung sein, jetzt kann man es ja sagen und jetzt kann man zeigen, dass man es sagen darf. Das wäre vor wenigen Jahren nicht möglich gewesen.
Man kann vermuten, es wird eine Art Andropow-Phase eingeleitet oder eingeläutet, wenn es schon nicht demokratisch aussieht, muss es demokratisch klingen, da behält man die Kontrolle.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Dienstag, 30. Dezember 2025
Wortwirkung
Einen interessanten Aspekt, nicht ganz aktuell, sondern fünfundsiebzig Jahre her, verursachte das Kulturradio, wo in diesen Tagen Hildegard Knef ihre Autobiographie liest. Es ist festzustellen, dass sie sich als eine brillante Schriftstellerin erweist, das Buch ist fünfzig Jahre alt, welche Bücher halten so lange. Heute war die Sache mit dem Film „Die Sünderin“ dran, sie umreißt mit wenigen Strichen die Enthemmung aufgebrachter und zweifellos ansonsten braver Bürger, sie kriegt es mit ekligen Vorfällen und entblößten Genitalien, also Penissen, zu tun, die Entblößer finden nichts dabei, denn die Sünderin ist ja sie.
Hierzu scheint uns nun bisher zu wenig bemerkt, dass es an dem Filmtitel liegt, wenn die Enthemmung losgelassen wird. Die Sünderin ist die. Da darf man. Ein melodramatischer Titel wie „Sein letztes Modell“ hätte kaum die gleiche Wirkung auslösen können.

Dazu passt eine Enthemmung, die in den vorangegangenen Nachrichten gemeldet wird. Die Amadeoantoniostiftung bezichtigt die CDU in Mitteldeutschland, Projekte für Demokratie nicht zu fördern. Weniger Geld für Linke, das ist die Nachricht, und keiner findet was dabei, dass Linke ihre Finanzierung einfordern, weil sie dafür die Bezeichnung Demokratie besetzt halten.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 29. Dezember 2025
Linke Voraussicht
Sehr komisch ist, dass schon bei Hofe diskutiert wird, was nach der Wende in einem Bundesland eine von der Gegenpartei geführte Regierung abschaffen würde, welche Institutionen sie beseitigt. Das neue Genre der Komik ist Selbstironie ohne Ironie. Diese Leute wissen, dass sie überflüssig sind.
Die Vorstufe wäre ja, noch sie halten sich für unersetzbar, auch eine Gegenregierung müsse oder bräuchte was auch immer, „Klimageschlechterstudien werden immer gebraucht“ müsste man denken, wenn man an sich selber glaubt.
Aber die denken schon so weit, dass sie weg wären. Dass sie öffentlich denken, gehört wohl zu dem Plan, die Phase des Zusammenbruchs den Nachfolgern anzulasten.
Wie es in einem Programm aus der Nachwendezeit von Uwe Steimle hieß: „Jetzt bin ich arbeitslos. Und ich hatte so einen ruhigen Posten.“
Abgesehen davon kommt keine Wende.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 28. Dezember 2025
Zusammenhangsleugner
Wenn dieser Fratzscher sagt, es gibt keinen Zusammenhang, dann hat das zwei Wirkungen oder Folgeerscheinungen. Es gibt tatsächlich Widerspruch, belegt mit Zahlen und Fakten. Aber die Wirkung auf das eigene Milieu ist emotional, die dringend benötigte Bestätigung ist gegeben, hier, der hat das gesagt. Das ist die aktualisierte Sprachstanze, und auf die Sprechakte kommt es an.
Damit ist der sachliche und langweilige Widerspruch aufgehoben, aus dem folgt eben nichts. Man müsste doppelt bis dreifach widersprechen, den Zahlen, dem Fratzscher und dem linksgrünen Milieu, das ist aber szenisch nicht möglich. Man kann den dafür nötigen Aufwand nicht betreiben. Schon gar nicht würde die Aufmerksamkeitsspanne eines Zufallsauditoriums so lange reichen.
Damit behält der Recht.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Samstag, 27. Dezember 2025
Neue Ausgabe der Jenaer Seniorenzeitung: Akrützel 78
Es kann leider nicht mehr versendet werden, aber Sie können das Akrützel-PDF oder den Link an alle mailen.

Hier zum Aufklicken -->
https://seniorenakruetzel.blogger.de/static/antville/seniorenakruetzel/files/senioren-akruetzel%2078.pdf

Akrützel 78

... link (0 Kommentare)   ... comment


Dasselbe der Anderen
In den Nachrichten wird die Meinung zum Fakt, vormaliger Verfassungsrichter warnt vor Wahl der Gegenpartei, ein Ministerpräsident von denen würde Stellen in der Justiz und sonstwo parteipolitisch besetzen.
Das Erschütternde daran ist die vollständig fehlende Selbstbremsung. Er plaudert aus, was die ganze Zeit gemacht wird, nur eben von denen, wo man nichts dabei findet und die sich selbst dabei völlig im Recht fühlen. Bei denen heißt es demokratisch legitimiert.
Die eine Sprecherin der Grünen Jugend hatte es auch schon ähnlich gesagt, aber die ist halt Grüne Jugend. Das ist das Niveau, auf das wir abgestürzt sind. So reden welche, die weiter nichts zu bieten haben als die selbstreproduzierende Macht.
Aber die können alle beruhigt sein beziehungsweise produktiv beunruhigt, es wird, entgegen der gemeldeten Erwartung der Mehrheit, keinen Ministerpräsidenten von der Gegenpartei geben. Das Zeichen, dass so etwas zugelassen wird, kann es nicht geben. Vorher sagt der Kandidat, das Dritte Reich waren nur zwölf Jahre, oder die Wähler werden eingezogen.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Freitag, 26. Dezember 2025
Ausdrucksstarke Handlung
Was daran, dass Prominente die Bundesregierung zur Aufnahme der Afghanen mit Einreisezusage auffordern, verwundert, ist die Anmutung: ist das nicht so was von Zehnerjahre? Wieso pflegen diese Prominenten noch die Retro-Haltung?

Um die Afghanen wird es nur nachrangig gehen.
Die vorgenommene Handlung, die wir mit dieser Meldung sehen, ist nicht „Prominente fordern Bundesregierung auf“, sondern: Jemand hat Prominente aufgefordert und dafür gewonnen, sich für einen Appell herzugeben. Es sind dann die, die sich nicht lange bitten lassen müssen.

Die Signalwirkung, um die geht es ja immer, ist im gewünschten Nebeneffekt die, wie sie übermittelt wird, wir wollen alle die Menschlichkeit und der nächste Afghane, der kommt, kann der beste Europäer sein, wir glauben alles weiterhin. Die Wirkung geht aber in der Hauptsache nach innen, demonstriert wird, das Wir kann weiterhin Prominente akquirieren, der linke Hof ist weit davon entfernt zusammenzubrechen, die Kultur wird weiter gepflegt und gefördert, wenn die Schaffenden mitmachen.
Der Kampf gegen die Unmenschen geht weiter. Das wird zum Ausdruck gebracht.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Donnerstag, 25. Dezember 2025
Negativer Onkel
Die Sachen mit den Briefings, wie man als Linksnormativer dem Steuerbord-Onkel trotzt, haben sie zum Beispiel bei NiUS besprochen und zutreffend festgestellt, da soll in die Familien hinein agitiert werden und die Spaltung vertieft. Ja, stimmt ja auch. Aber nur nebenbei.
Wieder haben Werbetexter daran was verdient. Das, worum es in der Hauptsache geht, ist die emotionale Prägung. Es geht nicht um den Steuerbord-Onkel, sondern um den Linksnormierten, der braucht den Ersatz für ideologische Sicherheit auf dem unkontrollierten Gebiet.
Es ist eben nicht so, dass die Onkel rechthatten. Sondern einer, der rechthatte, ist der Onkel von steuerbord, der emotional negativ Besetzte. Diese Vorprägung kann nicht überwunden werden dadurch, dass er rechthaben könnte. Wenn die Falschen rechthatten, erkennt man die Falschen eben daran. Diese Inszenierung ist gesetzt.
Und was die Runde bei NiUS auch übergeht: Steuerbord ist gleichbedeutend mit böse und will man nicht. Diese Glaubensanweisung haben sie reproduziert, wenn auch in der Distanz und Ablehnung. Die emotionale Seite ist den Journalisten weniger wichtig, als sie tatsächlich wirkt. Am meisten wirkt sie immer noch bei denen, die gar keine Familie besucht haben, aber weiterhin wissen, wie sie sich verhalten hätten und was die anderen hätten gesagt haben müssen.
So starten wir ins nächste Jahr.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 24. Dezember 2025
Weihnachtstagesbefehl
Das ist zwar jetzt so was aus „andersherum wäre es auch nicht recht“, da wäre es aber nicht aufgefallen: Das vorab veröffentlichte Bild der Weihnachtsansprache zeigt den Bundespräsidenten vor einer offiziellen behördlichen Flagge, nicht vor Schwarz-Rot-Gold. Kann er ja machen.
Und sehr weihnachtlich sieht es auch nicht aus.
Da muss er sich die Deutung entgegenhalten lassen, auch wenn er davon nichts erfährt: er tritt herrschaftlich autoritär dem Zuschauervolk gegenüber. Nicht mit der Fahne, die alle verwenden können. Hier spricht der Staat.
Die Weihnachtsbotschaft ist dann auch dementsprechend, Geld muss fließen und Krieg droht. Ob die Leute das wollen oder nicht.

... link (1 Kommentar)   ... comment


Dienstag, 23. Dezember 2025
Welt im Spielfilm
Wir haben zum ersten Mal aus dem echten Bekanntenkreis davon gehört, dass eine nach Connewitz Migrierte ihren Sohn in Mädchenkleider steckt, um ihm die Entscheidung zu überlassen, was er mal werden will.
Das Maximum, was er im Leben erreichen kann, ist, dahin zu kommen, sich zu sagen: Ich bin ein Junge, ich bin männlich. Mehr ist für ihn nicht drin.
Wenn es sehr gut läuft, hilft ihm eine Therapie, sich von den grausamen Eltern zu befreien, die ohnehin nicht als starke Identifikationsfiguren präsent sind, nur als überwabernder Brei der Nichtidentität.

Womit wir bei thematisch Hape Kerkeling wären. Er wird schon besprochen, wobei die alle seine kommenden Filme aus Respekt auslassen. Dazu ist zu lesen: Im Film „Extrawurst“ spielt Kerkeling nach Eigenaussage einen kleingeistigen Rheinländer, der Vorsitzender eines Tennisvereins ist und sich in rassistischen Verurteilungen des einzigen muslimischen Mitglieds des Clubs verliert. 
Ach.
Hape Kerkeling bewirtschaftet nicht nur sein Milieu, das ihn zu dem gemacht hat, was er ist, er vollzieht eine kulturelle Übersprungshandlung. Seinen Film macht er als Beweis für seine gedanklichen Prämissen. Islam ist das, wo ein einzelner Muslim von einem oder mehreren Intoleranten gedisst wird, aus rassistischen Motiven selbstverständlich.
Das ist ein Film aus den Achtzigern. Frühe Neunziger im Osten vielleicht noch.
Man fragt sich: wo lebt der Mann?
Genau das ist sein Problem. Die Pseudowelt bricht zusammen, sie muss durch noch mehr Aufwand für Pseudoanschein bildlich erhalten werden. Die Vertreibung aus dem Pseudoparadies hat schon stattgefunden, es wird nur noch gespielfilmt.

... link (1 Kommentar)   ... comment