Mittwoch, 23. September 2026
Kreuzberger Tage
tagesschauder, 11:04h
Wenn man mit Kreuzberger Linken spricht, und da genügt ja eine, dann kommt da nichts mit Mauerpartei oder Judenfeindlichkeit, da ist eine komplett andere Informationswelt aufgebaut und Israelkritik ist nicht Antisemitismus.
Das stimmt sogar auf einer gewissen begrifflichen Ebene.
Antisemitismus war als Tarnwort für Judenfeindlichkeit eingeführt worden und sollte einen zivilisierten Umgang bei der Zurückdrängung von kulturellen Einflüssen aus dem Jüdischen suggerieren, eine Wiederherstellung der ursprünglichen deutschen Kultur, weil sich Reich und Nation formierten und die Juden irgendwie nicht passten. Eine Rassenfrage wurde zunächst vermieden, die war dann von den nationalsozialistischen Ideologen zur zentralen Frage und Lösung gemacht.
Mit dem Antisemitismus des Kaiserreiches hat die linkspalästinensische Judenfeindlichkeit tatsächlich nichts zu tun. Eine Auslöschung Israels und der Juden ist in der ursprünglichen Bedeutung wirklich etwas anderes als traditioneller Antisemitismus.
Das stimmt sogar auf einer gewissen begrifflichen Ebene.
Antisemitismus war als Tarnwort für Judenfeindlichkeit eingeführt worden und sollte einen zivilisierten Umgang bei der Zurückdrängung von kulturellen Einflüssen aus dem Jüdischen suggerieren, eine Wiederherstellung der ursprünglichen deutschen Kultur, weil sich Reich und Nation formierten und die Juden irgendwie nicht passten. Eine Rassenfrage wurde zunächst vermieden, die war dann von den nationalsozialistischen Ideologen zur zentralen Frage und Lösung gemacht.
Mit dem Antisemitismus des Kaiserreiches hat die linkspalästinensische Judenfeindlichkeit tatsächlich nichts zu tun. Eine Auslöschung Israels und der Juden ist in der ursprünglichen Bedeutung wirklich etwas anderes als traditioneller Antisemitismus.
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Dienstag, 22. September 2026
Linke tun Linkes
tagesschauder, 10:56h
Altlinke kritisieren Neulinke, das ist nicht neu, auch nicht, dass sie es aus einer abgeschobenen Position heraus tun. Sie werden dadurch noch abgeschobener, diese Steigerung gibt es bei Links.
Zu ihrem eigenen Glück sind sie bedeutungslos geworden für Partei und den Rest, sie werden den linken Machthabern nicht gefährlich, darum kann man sie durch Außerachtlassen zum Verschwinden bringen.
Ebenfalls nicht ganz neu ist, dass auch die konservativ-bürgerlich-liberalen ja was, Kräfte kann man gar nicht sagen, Schwach-Luschen, dass auch die hinabgezogen und und beseitigt werden. Der Eigenanteil, die eigene Mitwirkung allerdings ist nun doch bemerkenswert.
So ist halt unsere Demokratie, es wurde gewählt, dass Linke linke Dinge tun.
Zu ihrem eigenen Glück sind sie bedeutungslos geworden für Partei und den Rest, sie werden den linken Machthabern nicht gefährlich, darum kann man sie durch Außerachtlassen zum Verschwinden bringen.
Ebenfalls nicht ganz neu ist, dass auch die konservativ-bürgerlich-liberalen ja was, Kräfte kann man gar nicht sagen, Schwach-Luschen, dass auch die hinabgezogen und und beseitigt werden. Der Eigenanteil, die eigene Mitwirkung allerdings ist nun doch bemerkenswert.
So ist halt unsere Demokratie, es wurde gewählt, dass Linke linke Dinge tun.
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Montag, 21. September 2026
Kubicki-Effekt
tagesschauder, 10:28h
Wolfgang Kubicki ist der mit den lichten Momenten, mit ihm wollte sich die FDP zwanzig Jahre zurückversetzen. Hätte eigentlich klappen können, hat aber nicht, die FDP kann als weg betrachtet werden, wenn überhaupt.
Der Effekt, den Kubicki bewirkt, ist leider nur der, dass er die Partei kontrastiert. Man sieht, was müsste, aber nicht ist, man sieht, was ginge, aber nicht geht mit denen. Die FDP-Ortskräfte müssten genau so in Erscheinung treten und wahrgenommen werden, können sie aber nicht, denn wenn sie könnten, hätten sie es schon in der letzten Runde getan. Das war die letzte zweite Chance. Kubicki macht es deutlich.
Die CDU hat nicht einmal einen Kubickoid.
Der Effekt, den Kubicki bewirkt, ist leider nur der, dass er die Partei kontrastiert. Man sieht, was müsste, aber nicht ist, man sieht, was ginge, aber nicht geht mit denen. Die FDP-Ortskräfte müssten genau so in Erscheinung treten und wahrgenommen werden, können sie aber nicht, denn wenn sie könnten, hätten sie es schon in der letzten Runde getan. Das war die letzte zweite Chance. Kubicki macht es deutlich.
Die CDU hat nicht einmal einen Kubickoid.
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Sonntag, 20. September 2026
Bundeszwangsvorstellung
tagesschauder, 10:52h
Wer noch traditionell rechtsstaatlich orientiert ist, denkt bei der angedrohten Anwendung des Bundeszwangs an die verfassungsrechtlichen Voraussetzungen und Grundlagen. Bundesgesetze werden nicht von den Landesbehörden ausgeführt, dann übernimmt das Bundesministerium die Durchsetzung, gegebenenfalls mit den polizeilichen Mitteln. Ganz abgesehen davon hat der Kanzler zunächst eine interne Bekundung abgegeben, gerichtet an Koalitionspartner und Medienpartner und Demokrateure, dass er an der Spitze ihrer Blase steht und nicht zum Objekt des Kampfes gemacht werden will.
Es ist aber genauso wie mit dem Parteiverbot, wo es genügt, dass alle denken, die Partei ist verboten oder fast. Wenn die Zivilgesellschaft aktiv wird und die Polizei zuguckt, denken alle, ach das ist der Bundeszwang. Jetzt sind es nicht die Einfälle der Ministerpräsidentenkonferenz zu Corona-Maßnahmen, jetzt sind es gleich die Demokratieprinzipien und die Menschenwürde, die in einschlägigen Medien mit Bundeszwang in Assoziation gebracht werden.
Dagegen gibt es keine Rechtsmittel.
Es ist aber genauso wie mit dem Parteiverbot, wo es genügt, dass alle denken, die Partei ist verboten oder fast. Wenn die Zivilgesellschaft aktiv wird und die Polizei zuguckt, denken alle, ach das ist der Bundeszwang. Jetzt sind es nicht die Einfälle der Ministerpräsidentenkonferenz zu Corona-Maßnahmen, jetzt sind es gleich die Demokratieprinzipien und die Menschenwürde, die in einschlägigen Medien mit Bundeszwang in Assoziation gebracht werden.
Dagegen gibt es keine Rechtsmittel.
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Samstag, 19. September 2026
Wüste Spekulationen
tagesschauder, 07:24h
Von der SPD wird berichtet, die vorigen Vorsitzenden werden zum Konferieren gebeten.
Das ist ziemlich grotesk, aber nicht ohne Präzedenzfall, Kurt Beck wurde abgelöst von Vorgänger Müntefering, das stand schon im Spiegel, während es noch ablief.
Daher ist die Frage, warum das bekannt wird. Wir haben keine anderen Informationen und sind auf unser übliches dramaturgisches Verständnis angewiesen. Soll die Öffentlichkeit an bessere Ergebnisse erinnert werden, soll die SPD bei Laune gehalten werden?
Unsere nicht belegbare Vermutung ist, das ist ein Signalzeichen an die CDU, hier gibt es einen Retro-Trend in die gute alte Zeit besserer Umfragen, und da hat die CDU niemanden zu bieten außer vielleicht höchstens ja genau.
Es hat sich ausgewüstet.
Das ist ziemlich grotesk, aber nicht ohne Präzedenzfall, Kurt Beck wurde abgelöst von Vorgänger Müntefering, das stand schon im Spiegel, während es noch ablief.
Daher ist die Frage, warum das bekannt wird. Wir haben keine anderen Informationen und sind auf unser übliches dramaturgisches Verständnis angewiesen. Soll die Öffentlichkeit an bessere Ergebnisse erinnert werden, soll die SPD bei Laune gehalten werden?
Unsere nicht belegbare Vermutung ist, das ist ein Signalzeichen an die CDU, hier gibt es einen Retro-Trend in die gute alte Zeit besserer Umfragen, und da hat die CDU niemanden zu bieten außer vielleicht höchstens ja genau.
Es hat sich ausgewüstet.
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Freitag, 18. September 2026
Spur der Macht
tagesschauder, 10:52h
So notwendig und folgerichtig eine Entfernung des Bundeskanzlers wäre, so wenig wäre es eine Rettung der CDU, nur Ausdruck ihres Niedergangs. Es ist ja nicht so, dass die Unterführer etwas merken und sich zur Korrektur oder Umkehr entschlössen. Sie werden nicht geführt, das ist alles.
Verschlechterte Umfragewerte und Wahlergebnisse gab es unter Merkel auch, es gab auch gelegentliche Initiativen offener Briefe etwa aus der Jungen Union, die konnten sich zwischen Verfassen und Absenden schon mal überlegen, wie sie sich beruflich neuorientieren außerhalb der Politik. Die Macht wurde gelebt, man hielt sich besser an Merkel, wenn man was werden oder bleiben wollte, umso mehr, je weniger Wachstum es bei Posten zu erwarten gab.
Das hat der CDU gefallen, so will sie das. Kontrolliert werden bedeutet, die Konkurrenten sind unter Kontrolle.
Das fehlt den CDU-Personen jetzt. Friedrich Merz machtelt durch Unterordnung unter die SPD, wovon er sich Duldung erhofft.
Das reicht den autoritären Persönlichkeiten nicht. Allein aus diesem Grunde geben sie dem Reflex nach, der Blutspur im Wasser zu folgen.
Verschlechterte Umfragewerte und Wahlergebnisse gab es unter Merkel auch, es gab auch gelegentliche Initiativen offener Briefe etwa aus der Jungen Union, die konnten sich zwischen Verfassen und Absenden schon mal überlegen, wie sie sich beruflich neuorientieren außerhalb der Politik. Die Macht wurde gelebt, man hielt sich besser an Merkel, wenn man was werden oder bleiben wollte, umso mehr, je weniger Wachstum es bei Posten zu erwarten gab.
Das hat der CDU gefallen, so will sie das. Kontrolliert werden bedeutet, die Konkurrenten sind unter Kontrolle.
Das fehlt den CDU-Personen jetzt. Friedrich Merz machtelt durch Unterordnung unter die SPD, wovon er sich Duldung erhofft.
Das reicht den autoritären Persönlichkeiten nicht. Allein aus diesem Grunde geben sie dem Reflex nach, der Blutspur im Wasser zu folgen.
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Donnerstag, 17. September 2026
Stehende Umfaller
tagesschauder, 11:25h
Man erinnert sich vielleicht an Werte-Union, Ausgründung aus der CDU, so ähnlich wie schon die Gegenpartei eine Knospung der CDU und ein bisschen der FDP war und dann die Wähler der SPD anzusprechen vermochte. Der Zeitpunkt der Gründung war äußerst ungünstig, wie wir jetzt sehen, man dachte an Wahltermine und Wahlkämpfe. Das entspricht selten der historischen Situation.
Aus der Rubrik Hätte-Fahrradkette kann nun also die jetzige besserwissende Vermutung kommen. Wäre Werte-Union noch in der CDU und hätte sie sich als CDU-Teil artikuliert bei all den Widerständen und Anfeindungen, wäre sie gewachsen und daran bekannt gemacht worden, und dann könnte jetzt die historische Notwendigkeit genutzt werden, sich in Sachsen-Anhalt abzuteilen, eine neue Fraktion zu gründen und eine normale Koalition einzugehen.
So aber wirkt der CDU-Bundeszwang auf die CDU, die nun mal so ist, wie sie ist. Das waren immer Umfaller, die von einer CDU-Führung stehend gehalten wurden.
Aus der Rubrik Hätte-Fahrradkette kann nun also die jetzige besserwissende Vermutung kommen. Wäre Werte-Union noch in der CDU und hätte sie sich als CDU-Teil artikuliert bei all den Widerständen und Anfeindungen, wäre sie gewachsen und daran bekannt gemacht worden, und dann könnte jetzt die historische Notwendigkeit genutzt werden, sich in Sachsen-Anhalt abzuteilen, eine neue Fraktion zu gründen und eine normale Koalition einzugehen.
So aber wirkt der CDU-Bundeszwang auf die CDU, die nun mal so ist, wie sie ist. Das waren immer Umfaller, die von einer CDU-Führung stehend gehalten wurden.
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Mittwoch, 16. September 2026
Metakulturkampf
tagesschauder, 10:55h
Wenn ein Buch „Kultur von rechts“ heißt, ist der erste Schwachpunkt schon im Titel. Zu fragen wäre: Was verstehen Sie unter „von“?
Jeder Zeitungsartikel, der davon handelt, was der Rezensent sich unter dem Buchinhalt vorstellt, hat mehr Leser als das Buch, alle nehmen aufeinander Bezug und rahmen das Buch ein, das sich damit in derselben Situation befindet wie die Kultur, von der es handelt. Es bekommt also nur eine Meta-Schachtel.
Die linken Kulturindustriellen sind weit vorangekommen mit der Vernichtung der Kultur, sie sind nicht Künstler mit einer politischen Meinung, sie sind Aktivisten auf den Posten von Kulturbetriebsangehörigen. Sie haben die Vorstellung, dass es andersherum genauso kommen könnte, sie kennen die Gefahr beziehungsweise wähnen sie im Spiegelbildlichen. Mit dieser Vorstellung verdecken sie ihr eigenes Wissen von ihrer Unfähigkeit. Kunstfreiheit bedeutet für sie, dafür bezahlt und gefördert zu werden.
Rechts ist an der nichtlinken Kultur zunächst nichts, rechts ist sie aus linker Sicht, obzwar einige Tätige versuchen, den Begriff anzunehmen und irgendwie mit Substanz zu versehen. Viel Spaß.
Wenn man in der falschen, von links vorgegebenen Terminologie bleibt, dann ist zu formulieren: Links ist „Wir sind links, gebt uns Geld!“ und „Es darf nur Links geben“, rechts ist „Lasst uns machen“ und „Es darf nicht nur Links geben!“
Den Dialog auf Augenhöhe wollen wir sehen.
Jeder Zeitungsartikel, der davon handelt, was der Rezensent sich unter dem Buchinhalt vorstellt, hat mehr Leser als das Buch, alle nehmen aufeinander Bezug und rahmen das Buch ein, das sich damit in derselben Situation befindet wie die Kultur, von der es handelt. Es bekommt also nur eine Meta-Schachtel.
Die linken Kulturindustriellen sind weit vorangekommen mit der Vernichtung der Kultur, sie sind nicht Künstler mit einer politischen Meinung, sie sind Aktivisten auf den Posten von Kulturbetriebsangehörigen. Sie haben die Vorstellung, dass es andersherum genauso kommen könnte, sie kennen die Gefahr beziehungsweise wähnen sie im Spiegelbildlichen. Mit dieser Vorstellung verdecken sie ihr eigenes Wissen von ihrer Unfähigkeit. Kunstfreiheit bedeutet für sie, dafür bezahlt und gefördert zu werden.
Rechts ist an der nichtlinken Kultur zunächst nichts, rechts ist sie aus linker Sicht, obzwar einige Tätige versuchen, den Begriff anzunehmen und irgendwie mit Substanz zu versehen. Viel Spaß.
Wenn man in der falschen, von links vorgegebenen Terminologie bleibt, dann ist zu formulieren: Links ist „Wir sind links, gebt uns Geld!“ und „Es darf nur Links geben“, rechts ist „Lasst uns machen“ und „Es darf nicht nur Links geben!“
Den Dialog auf Augenhöhe wollen wir sehen.
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Dienstag, 15. September 2026
Von der FDP gelernt
tagesschauder, 11:14h
Ja gut, der Kanzler wird allgemein abgeschrieben, Stimmen mehren sich und so weiter, werden lauter, nicht erneut antreten soll er und all das. Schöner Erfolg der neuen Öffentlichkeit. Aber was daran wieder mindestens verwundert: das wird nicht benutzt als Druckmittel oder Verhandlungsposition gegenüber der SPD, „wir lassen alles hochgehen, wenn ihr nicht zur Vernunft kommt, und die sieht folgendermaßen aus“, das wäre der einzige Sinn.
Es ist eher wie vor der Kanzlerwahl, SPD und Lars und Bärbel kriegen, was sie verlangen, schlimmstenfalls nicht ganz.
Das Platzten/Auseinanderbrechen der Koalition wäre dann die Schuld des falschen Kanzlers, in der Wahrnehmung und Vermittlung. Nirgendwo ein Opponieren gegen den linken Zerstörungswahn.
Als die FDP hinausgeworfen wurde, hat sie auch nicht getan, was sehr leicht gewesen wäre, Wahlkampf mit neuer Glaubwürdigkeit, sondern stattdessen nichts.
Das macht die CDU wohl nach.
Es ist eher wie vor der Kanzlerwahl, SPD und Lars und Bärbel kriegen, was sie verlangen, schlimmstenfalls nicht ganz.
Das Platzten/Auseinanderbrechen der Koalition wäre dann die Schuld des falschen Kanzlers, in der Wahrnehmung und Vermittlung. Nirgendwo ein Opponieren gegen den linken Zerstörungswahn.
Als die FDP hinausgeworfen wurde, hat sie auch nicht getan, was sehr leicht gewesen wäre, Wahlkampf mit neuer Glaubwürdigkeit, sondern stattdessen nichts.
Das macht die CDU wohl nach.
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Montag, 14. September 2026
Buchtipp: Wir lasen für Sie „Vier Minuten“ von Monika Maron
tagesschauder, 11:13h
Nachdem die Figur einen Unfall knapp überlebt, denkt sie nach über Zufälle und das Leben und einen eventuellen Gott. So eine dramaturgische Anordnung hat ein hohes Vermasselungs-Risiko, es unterläuft leicht, dass es entweder thesenhaft wird oder verstiegen, auch gerät es schnell zu platt, um die Leser nicht zu sehr zu strapazieren.
Das geschieht Monika Maron nicht, an keiner Stelle wird es uninteressant oder gar langweilig, man geht mit der Figur mit, ohne dass die Figur sich uns anbiedernd präsentiert würde.
Die dezente Spannung führt dazu, dass man einen Schreck bekommt, wenn im letzten Kapitel wieder, wie im ersten, in der dritten Person statt in der ersten erzählt wird.
Das geschieht Monika Maron nicht, an keiner Stelle wird es uninteressant oder gar langweilig, man geht mit der Figur mit, ohne dass die Figur sich uns anbiedernd präsentiert würde.
Die dezente Spannung führt dazu, dass man einen Schreck bekommt, wenn im letzten Kapitel wieder, wie im ersten, in der dritten Person statt in der ersten erzählt wird.
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Sonntag, 13. September 2026
Dünne Verbindung
tagesschauder, 11:30h
Etwas aus der Primärbeobachtung.
Früher, in Zeiten der Wählscheibentelefone und überlasteter Leitungen und Fräulein vom Amt, da hatte man üblicherweise beim Telefonieren eine typische Fernsprechweise, besonders deutlich, langsam, laut, eben verständlicher als im gewöhnlichen Unterhalten, außerdem eine Reduktion aufs Wichtige. Langes Plaudern am Telefon wurde Brauch mit den besseren Verbindungen.
Heute kommt es gelegentlich noch vor, dass ein Funkloch in das Telefonat eingreift, die Verbindung ist vergleichbar schlecht wie früher, nur die Hälfte ist zu hören. Was aber niemanden mehr dazu bewegt, so zu sprechen, dass der Mangel ausgeglichen würde. Man hält es für das Problem des Empfangenden am anderen Apparat oder man kommt nicht auf den Gedanken, man könnte selbst etwas tun, um die Information zu übermitteln.
Vielleicht gab es keinen Ratgeber, der empfiehlt, wie man bei schlechten Verbindungen reden kann.
Früher, in Zeiten der Wählscheibentelefone und überlasteter Leitungen und Fräulein vom Amt, da hatte man üblicherweise beim Telefonieren eine typische Fernsprechweise, besonders deutlich, langsam, laut, eben verständlicher als im gewöhnlichen Unterhalten, außerdem eine Reduktion aufs Wichtige. Langes Plaudern am Telefon wurde Brauch mit den besseren Verbindungen.
Heute kommt es gelegentlich noch vor, dass ein Funkloch in das Telefonat eingreift, die Verbindung ist vergleichbar schlecht wie früher, nur die Hälfte ist zu hören. Was aber niemanden mehr dazu bewegt, so zu sprechen, dass der Mangel ausgeglichen würde. Man hält es für das Problem des Empfangenden am anderen Apparat oder man kommt nicht auf den Gedanken, man könnte selbst etwas tun, um die Information zu übermitteln.
Vielleicht gab es keinen Ratgeber, der empfiehlt, wie man bei schlechten Verbindungen reden kann.
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Samstag, 12. September 2026
Etwas ist etwas anderes
tagesschauder, 10:41h
Wenn der Kanzler den Vorwurf formuliert, Remigration bedeute ethnische Säuberungen, dann hält man das für eine weitere Übertreibung, die zugleich eine Verharmlosung des herangezogenen Begriffs bedeutet. Strafbar wird es eher nicht sein als Zuspitzung in der politischen Auseinandersetzung.
Der Kanzler übernimmt aber eine rhetorische Methode, die unwürdig ist, obschon linksnormativ alltäglich: irgendetwas ist irgendetwas anderes. Das ist -istisch! Das ist -lichkeit!
Feststellung und Wertung verschmolzen, der Ausspruch ist Beweis. Eine Entgegnung ist kaum sinnvoll möglich, sie müsste in mehrere Richtungen zugleich argumentieren und wäre deshalb schwach.
Darum ist diese rhetorische Figur gar keine Aussage im logischen Sinne, wahr oder falsch oder ein bisschen von beidem, sondern ein Mittel, eine Machtposition zu zeigen und zu reproduzieren.
Keine besonders gute; die benutzen nur solche, die es nötig haben.
Der Kanzler übernimmt aber eine rhetorische Methode, die unwürdig ist, obschon linksnormativ alltäglich: irgendetwas ist irgendetwas anderes. Das ist -istisch! Das ist -lichkeit!
Feststellung und Wertung verschmolzen, der Ausspruch ist Beweis. Eine Entgegnung ist kaum sinnvoll möglich, sie müsste in mehrere Richtungen zugleich argumentieren und wäre deshalb schwach.
Darum ist diese rhetorische Figur gar keine Aussage im logischen Sinne, wahr oder falsch oder ein bisschen von beidem, sondern ein Mittel, eine Machtposition zu zeigen und zu reproduzieren.
Keine besonders gute; die benutzen nur solche, die es nötig haben.
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Freitag, 11. September 2026
End-CDU
tagesschauder, 10:55h
Wenn man die Linksverschiebung der CDU als Anpassung an den Zeitgeist beschreibt, ist die Bezeichnung Anpassung vielleicht gerade noch irgendwie zutreffend und die mentale Verfasstheit beschreibend, es ist aber nicht der Zeitgeist, an den die in der CDU sich anpassen, sie passen sich an diejenigen an, die den Zeitgeist definieren und die ihre eigene Machterschleichung mit Zeitgeist maskieren.
Darum macht die CDU mit, die funktionierende Machtmethode ist alternativlos.
Die CDU hat immer die Funktion des Machtapparates ausgeübt, wenig überraschend, und dass es in Parteien zur Negativ-Auslese kommt, das war auch in der CDU nicht vermieden. Mit dem Marsch der Linken durch die Institutionen veränderte sich aber Anpassungsdruck. Man hatte linke Methoden zu übernehmen und tat dies wegen der Aussicht auf den Erfolg.
Das vollzog sich langsam und nur für die Unbeteiligten bemerkbar, während man innerhalb der Partei gar nicht in die Situation kam zu merken, was man da anrichtet. Machen doch alle so, ist jetzt so, nicht auffallen.
Angela Merkel war die oberste Akteurin des Mitmachens, die heutige CDU kennt es nicht anders und ist mental nicht mehr in der Lage, sich zu widersetzen.
Das wird nichts mehr.
Darum macht die CDU mit, die funktionierende Machtmethode ist alternativlos.
Die CDU hat immer die Funktion des Machtapparates ausgeübt, wenig überraschend, und dass es in Parteien zur Negativ-Auslese kommt, das war auch in der CDU nicht vermieden. Mit dem Marsch der Linken durch die Institutionen veränderte sich aber Anpassungsdruck. Man hatte linke Methoden zu übernehmen und tat dies wegen der Aussicht auf den Erfolg.
Das vollzog sich langsam und nur für die Unbeteiligten bemerkbar, während man innerhalb der Partei gar nicht in die Situation kam zu merken, was man da anrichtet. Machen doch alle so, ist jetzt so, nicht auffallen.
Angela Merkel war die oberste Akteurin des Mitmachens, die heutige CDU kennt es nicht anders und ist mental nicht mehr in der Lage, sich zu widersetzen.
Das wird nichts mehr.
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Donnerstag, 10. September 2026
Lage und Dramaturgie
tagesschauder, 09:35h
NiUS und solche Portale inszenieren den Kanzler als Vollversager und unfähigen Loser, dies mit äußerstem Nachdruck.
Es geschieht ihm völlig recht. Und selbst, wenn es zu Unrecht geschähe oder ganz unfair übertrieben wäre, würde es zum berechtigten Handeln der Medienöffentlichkeit gehören, zumal andere Medien sagen, der Kanzler hat die alte Kraft wiedergefunden und so was.
Was wir sehen, ist, dass es auf die Inszenierung ankommt. Der Journalismus erzählt eine Nachinszenierung, gestaltet das Bild selbst, bei dem es zunächst darum geht, dass es in sich schlüssig ist, danach, wieweit es ein Modell zur Anwendung auf die Informationslage ist, und dann, wie wirkmächtig es selbst Teil der Realität wird.
Seit dem Merkeljournalismus kennt man nur noch Haltung, jetzt gibt es doch wieder Geschehen.
Es geschieht ihm völlig recht. Und selbst, wenn es zu Unrecht geschähe oder ganz unfair übertrieben wäre, würde es zum berechtigten Handeln der Medienöffentlichkeit gehören, zumal andere Medien sagen, der Kanzler hat die alte Kraft wiedergefunden und so was.
Was wir sehen, ist, dass es auf die Inszenierung ankommt. Der Journalismus erzählt eine Nachinszenierung, gestaltet das Bild selbst, bei dem es zunächst darum geht, dass es in sich schlüssig ist, danach, wieweit es ein Modell zur Anwendung auf die Informationslage ist, und dann, wie wirkmächtig es selbst Teil der Realität wird.
Seit dem Merkeljournalismus kennt man nur noch Haltung, jetzt gibt es doch wieder Geschehen.
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