Montag, 21. Mai 2018
Datenschluss
Hier ist der Deal, man bloggt auf einer Unterseite von blogger.de kostenlos und versorgt die blogger.de-Betreiber mit Inhalt, Content besser gesagt, die kriegen dafür die Werbung.
Als Schreiber ist man in derselben Position wie jemand, der einen Artikel kommentiert. Alle, die das tun, haben sich angemeldet und bekanntgegeben, wer sie vorgeben zu sein, so dass bei strafbaren Inhalten eine Rechtsverfolgung möglich wäre.
So läuft das in einem Land mit Meinungsfreiheit.

Aber es ist die Freiheit selbst, die den Herrschenden nicht passt, nicht eine geäußerte unliebsame Meinung. Herrscher, die eine freie Presse im Lande haben, herrschen anders, und in einem Land mit Meinungsfreiheit freier Bürger müssen sie sich noch mehr Mühe geben.
Deshalb hält man sich nicht mehr mit Löschen auf.

Mit dem Datenschutzgesetz kriegt man Anforderungen auferlegt, die unerfüllbar sind. Der Blogger selbst, der administrative Möglichkeiten hat, soll Impressum und Datenschutzbelehrungen auf die Startseite bringen, das geht hier gar nicht, ließe sich aber irgendwie noch jedes Mal hereinsetzen, und die Anbieter könnten das regeln, aber: man muss für Dinge garantieren, die so gar nicht laufen.

Überflüssig und sinnlos ist es ohnehin; man weiß inzwischen, was läuft, wenn man durch das Internet zappt, eigentlich müsste der Browser beim Öffnen sagen: Vergiss die Daten, sind jetzt unsere. Auch das kann die Grundlage einer funktionierenden Gesellschaft sein, aber da wäre sie wieder, die Meinungsfreiheit. Es geht am wenigsten um Rechtsschutz für die Nutzer, denen nützt es gar nichts.

Näheres bei Sciencefiles:
https://sciencefiles.org/2018/05/20/sauberung-durch-datenschutz-blogs-foren-usw-soll-der-garaus-gemacht-werden/

Und das heißt: Es geht nicht.

Wie wir wissen, wird die volle Härte des Rechtsstaates sehr gezielt eingesetzt. Was, Meinung? Um die geht es gar nicht, Datenschutz verletzt, Abmahnung, Prozess, Ärger, Kosten!

Vielleicht kommt noch die Versteuerung des geldwerten Vorteils, kostenlos zu bloggen.

Blogger.de war zwar so freundlich, Tagesschauder nicht mehr in der Liste auf der Startseite anzuzeigen, die Abmahner hätten länger zu suchen, aber das macht denen nichts.
Hier geht es jedenfalls, wenn keine Nachbesserung oder Klarstellung des Gesetzes vorgenommen wird derart, dass die Schreiber nicht als Betreiber gelten, nicht weiter.
Die haben unbegrenzte Mittel. Wir sind hier nicht die Olsenbande.

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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Sonntag, 20. Mai 2018
Pfingstwunder
Die WeLT wirft die Frage auf, ob man an so eine so seltsame Narration wie Pfingsten überhaupt noch glauben soll, wo ohnehin kaum jemand mehr weiß, wie man pfingst.

Erstens soll man nicht glauben, das ist der erste Vorteil, der zweite ist, dass unser Kultur auch darauf beruht, dass man lange geglaubt hat, so habe es sich zugetragen. Der Beginn der Apostelgeschichte, die Jünger wurden zu sprachgewaltigen Missionaren. Das Christentum wurde durch Erzählung verbreitet. Deshalb waren die Reformatoren auch Leute, die etwas zu sagen wussten.
Das ist ein Unterschied zur Niederzwingung der Ungläubigen mit dem Schwert.
Ein gewaltiger Unterschied, im doppelten Sinne.

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Samstag, 19. Mai 2018
Presselücken
Bemerkenswertes aus der Presse: Man korrigiert sich. Na, nicht sich, aber die Meldungen, die man hatte und die so nicht ganz korrekturunbedürftig waren. Stern.de stellte klar, Trump habe nicht alle Migranten als Tiere bezeichnet, sondern eine Verbrecherbande. Zeit.de stellte klar, man habe im Polizeibericht nur die Sicht des Syrers vorgefunden, die Sicht des Deutschen stellt die Sache in einem anderen Licht dar, jetzt eben Aussage gegen Aussage, wem soll man da glauben.
Die Presse soll am besten gar nicht glauben. Sie soll den Stand der Kenntnisse vermitteln. Und dabei reflektieren, dass man darstellt und auswählt und dass dies nicht die endgültige Wahrheit ist.
Aber um die endgültige Wahrheit geht es ja, die hat man und man sucht nach Informationen, die sie stützen. An der Wahrheit kann nichts falsch sein. Wer die beste Empörung hat, gewinnt den Wettlauf der Medien.
Es ist nur so, bei beiden Beispielen war dem mündigen Leser klar, was den Journalisten verborgen war. Es steht nicht zwischen den Zeilen, es steht außerhalb des Textes.
Das journalistische Problem ist nun, dass man einen Klick weiter das findet, was außerhalb des Textes geblieben war. Das ist es, was zur Korrektur zwingt.
Es stimmt schon, das Internet macht die Zeitungen kaputt.

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Freitag, 18. Mai 2018
Goldpreis
Die Martin-Schulz-Phrase vom Flüchtlingsgold war nicht, sie sind Goldstücke, sondern, was sie mitbrächten, sei wertvoller als Gold, nämlich der Traum von Europa.

Dass man den am besten in Deutschland findet, ist logisch. Wegen des Traums von Deutschland würde man nicht willkommengeheißen.

Was, so fragte man jüngst auf der Achse, sei denn der Traum von Anis Amri und den Messermännern.

Die Antwort findet man nicht bei diesen Taugenichtsen, sondern bei Martin Schulz. Es ist nämlich sein Traum von Europa, den sie mitbringen. Der Traum von einem niederen Volk, das nicht in der Lage ist, freie Bürger zu bilden, die sich in ihre Angelegenheiten einmischen und die Herrschenden kontrollieren. Von Menschen, die abhängig alimentiert werden und durch die die Sozialindustriellen reich werden. Der Traum von einem Europa, in dem jemand wie Martin Schulz jemand ist.
Anstrengungsloser Reichtum, nicht vom Gold gedeckt.

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Donnerstag, 17. Mai 2018
Lügenschäuble
Der Bundestagspräsident hat die Rednerin gerügt, weil sie mit „Kopftuchmädchen und andere Taugenichtse“ alle Kopftuchträgerinnen diskriminiere. Die Medien haben das so übernommenin ihren Nachrichten und Kommentaren.

Gut unterrichtete Kreise haben gehört, die Rednerin sagte „Burkas, Kopftuchmädchen und alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse“ würden den Wohlstand und Wirtschaftswachstum und vor allem den Sozialstaat nicht sichern, dazu bedürfe es einer qualifizierten und keiner plan- und zügellosen bildungsfernen Zuwanderung.
Die Taugenichtse standen nicht in ihrem Skript, die hat sie beim Sprechen eingefügt.
Aber sie sagte nicht „Kopftuchmädchen und andere Taugenichtse“,sondern „alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse“. Ein Unterschied, oder?
Ein wesentlicher Unterschied.
Der Unterschied, der die Lüge ausmacht.

Eine Lüge, wie die Presse sie braucht.

Messermänner werden einfach ignoriert. Wie üblich.

Was sagte sie über die Target-Salden, mit denen wir unsere Exporte selbst bezahlen, was über die verschleierten Kosten, die den Bundeshaushalt als ausgeglichen vortäuschen?
Egal, hat gehetzt.

Süddeutsche Zeitung, zitiert nach DLF-Presseschau: „Gut, dass der Bundestagspräsident Weidel umgehend rügte; gar nicht gut, dass die Kanzlerin sie ignorierte. Gewiss muss Angela Merkel nicht auf jede Provokation der AfD reagieren. Aber wann sollte eine Regierungschefin ihr Wort erheben, wenn nicht dann, wenn Menschen verhetzt werden?"
Und die Oberhessische Presse: „Schließlich – und das ist vielleicht am gravierendsten – bleibt aus Plenarsitzungen wie der gestrigen als irreparabler Kollateralschaden hängen, dass Unwörter wie 'Taugenichtse' und 'Kopftuchmädchen' zumindest bei all jenen Menschen im Land hoffähig werden, die der irrigen Meinung sind, dass 'man das ja wohl noch sagen darf'."

Schäublepresse.

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Mittwoch, 16. Mai 2018
Erklärung
Es gab den goldigen Sponti-Satz „Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht.“
Bezog sich auf den nachträglichen Widerstand gegen das Dritte Reich, wo formales Recht die Bedingungen jeglicher Rechtmäßigkeit abschaffte.
Sind wir in einer ähnlichen Lage?
Nein, sind wir nicht. Was die Kanzlerin macht und was die Grundpolitik des Grünen Reiches ist, hat die Kanzlerin selbst formuliert: aus Illegalität Legalität machen.
Unrecht wird zu Recht.





Nachtrag
Bonmot: Wo Illegal zu Legal wird, wird Pflicht zum Widerstand

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