Sonntag, 23. April 2017
Mitgelogen
Es ist mittlerweile beleidigend, wie wenig raffiniert die politische Ideologie sich selbst noch tarnt, aber sie hat es wohl nicht nötig. WeLT.de bringt, dass die Zahl tatverdächtiger Zuwanderer um 50 Prozent gestiegen sei – die neueste Kriminalstatistik berge „politischen Sprengstoff“.
Ja wieso denn das?, möchte man als Medienkonsument fragen, wenn man die Medien so konsumiert, wie es gewünscht wird. Politischer Sprengstoff kann doch eine Statistik doch hoffentlich nur im übertragenen Sinne sein. Dies aber bedeutet, da ist etwas so, wie es nicht gewünscht ist und wie es verleugnet wurde, gar so, wie es die anderen, die nicht rechthaben dürfen, gesagt haben. Oder: Eine Lüge fliegt auf.

Haben wir keinen Anspruch, konsequent angelogen zu werden? Bei einer Million Ankömmlingen ist die Rate um nur 50 Prozent gestiegen, da lässt sich doch ein Rückgang berechnen.

Der Verweis, dass der Sprengstoff ein politischer sei, ist wieder gehalbwahrheitet. Pressemedialer Sprengstoff ist er dann nämlich auch, die Presse hat bereitwillig mitgelogen.

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Samstag, 22. April 2017
Unterscheidung von faschistoid und faschistisch
Auf dem Kurznachrichtendienst DLF gab es ein Telefongespräch mit irgendwem über das Programm der AfD, Euro und Grenzen und Rente, erstaunlich sachlich gehalten, nicht gleich unparteiisch, aber fast schon im gleichen Ton und der gleichen Art, wie man die Programme anderer Parteien besprechen würde.
Der DLF sitzt in Köln, das kann eine Rolle gespielt haben, und man wollte sicherlich nicht, wie es Journalisten formulieren, Öl ins Feuer gießen und sich eine geistige Brandstiftung vorhalten lassen müssen, von wem auch immer.
Nur: Dann entfällt jede Rechtfertigung für das breite Bündnis, gegen einen Parteitag zu protestieren, und wenn das breite Bündnis Gewalt deckt und Gewalttäter begünstigt, ist es nichts anderes als faschistoid.
Faschistisch ist, wenn der tiefe Staat auch noch die Polizei in das breite Bündnis einbezieht.

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Freitag, 21. April 2017
Grüne Tendenz
Die amerikanische Haltung gegenüber Immigranten war klassischerweise: Der nächste, der kommt, ist vielleicht der beste Amerikaner.
Das war nicht nur die Haltung gegenüber den Immigranten, so sahen es diese selbst, wobei der beste Amerikaner auch einer ist, der sich erfolgreich um seine eigenen Angelegenheiten kümmert.
Dass wir ein in diesem Sinne klassisches Einwanderungsland werden, ist wohl nicht mehr drin. Die Massen, die kommen, sind die besten, weil wir uns um die kümmern, das ist die Haltung, und sie verschärft die Probleme.

Wenn Claudia Roth wieder aus Gewohnheit der deutschen vermeintlich abendländischen Gesellschaft die Schuld gibt, dass sich die Türken abwenden, und die Gesellschaft die Gastarbeiter schon immer wieder loswerden wollte, was die Integration der vierten Generation behindert habe, so gibt es zwar Einsprüche seitens der Leser bei den Leserkommentaren, wo sie offen sind, aber aus politischer Richtung hat nur Wolfgang Kubicki widersprochen. Und so wird es weitergehen – die Grünen büßen ein paar Prozente ein, weil einige Wähler allmählich sehen, was sie da gewählt haben, aber das, was Claudia Roth da abgelassen hat, wird als herrschende Meinung behalten. Die Grünen wurden schon immer nicht ernstgenommen, bis sie die Macht erschlichen hatten.

Solange man auf grüne Dummheit nur reagieren kann, bleibt man in der Defensive, bis man aufgibt.

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Donnerstag, 20. April 2017
Phantasiesprache
Man kann nachempfinden, wie es Sigmund Freud gegangen sein muss, als er überall in der Kultur und der Sprache das Sexuelle vorfand, das aus dem bewussten Gesellschaftsleben verdrängt worden war und an überraschender Stelle, unbeabsichtigt, wieder auftauchte, was nicht nur mit dem Sexuellen geschah, aber da eben aufgrund der Tabuisierung besonders heftig – so kann man aus der virtuellen Welt, das ist die politmediale gepresste verlautbarte Sprache und die so vermittelte Darstellung des Pseudofaktischen, ablesen, was die Leute umtreibt und was sie vor sich selbst verheimlichen, oder man kann der Sache nachgehen, wenn man sich ins Gegenteil hineindenkt; einfaches und leichtes Beispiel sind die Antifaschisten, bei denen es deren innerer Faschismus und die faschistoide Verbindungsstruktur sind.
Wir kommen darauf durch das Beispiel der Traumatisierten, das ist nicht mehr ganz so präsent wie im vorigen Jahr, aber die sind noch immer Ausdruck einer Verschiebung innerhalb der Phantasie. Der Flüchtling ist schon eine Figur des Wunsches nach Eskapismus, Inkarnation der Realitätsflucht. Der Traumatisierte ist nicht nur die Projektion eigener Verletzung, sondern auch die Verschiebung nichtakzeptierter Traumata bei anderen, namentlich der Bundeswehrsoldaten, die nun tatsächlich traumatisiert aus Afghanistan zurückkehren und von denen man nichts wissen will. Ein Rest von Gewissen gibt keine Ruhe und bringt die Traumatisierung an anderer Stelle auf die Bühne, da, wo es gestattet ist.

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Mittwoch, 19. April 2017
Kollektiverdogan
Mal ganz abgesehen davon, dass es Margarete Stokowski ist, „Die türkischen Wähler in Deutschland haben mehrheitlich für Erdogan votiert. Wie soll die hiesige Mehrheitsgesellschaft darauf reagieren? Alle rausschmeißen? Lächerlich machen? Ignorieren? Besser nicht“, das ist der fettrotzende Stil der gesellschaftlich bessergestellten und intellektuell irrelevanten Schicht, mit dem der Mehrheitsgesellschaft aufgedrückt wird, was sie soll.
Dabei herrscht verfasserseits die Phantasie, zur Mehrheit, zu den Stärkeren, zu gehören, zugleich berufen zu sein, eine Führung über diese Mehrheit auszuüben, weil die zu doof ist oder mit anderen Dingen beschäftigt.
Die sind selbst wie Erdogan, nur kollektiviert.

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Dienstag, 18. April 2017
Doch, sie brauchen einen Führer
Die Deutschlandtürken haben den Führer gewählt, Claudia Roth sieht wie zu erwarten die Schuld dafür bei den Deutschlanddeutschen. Anders, als sie es meint, hat sie recht.
Einem Führer zu folgen, gibt Macht. Eigentlich erst einmal nur ein Machtgefühl, aber das ist es, worum es geht. Man identifiziert sich mit dem Führer, nicht mit den Untergebenen. Man hat selbst Gefolgschaft, wenn man dem Führer folgt, weil man verlangen kann, dass die anderen es auch tun. Man erhebt sich erst recht, über die, die nicht zu den Auserwählten des Führers gehören.
Das ist mies und verlogen, aber wirkungsvoll.
Freiheit ist anstrengender, Demokratie wirft einen auf sich selbst zurück, bei voller Verantwortung.
Aber was wir zu bieten haben, ist nicht einmal das.
Wir haben kollektives Niedriggewäsch, quotierte Inkompetenz, Labergremien, in denen Dummheit belohnt wird. Unsere politische Kaste besteht aus Leuten, die mit verantwortungslosem Versagen reich geworden sind und ihre Dummheit mit dem Anspruch anreichern, besser zu sein als das Volk.
Ganz klar und logisch: dann einen starken Mann als Führer.

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