Mittwoch, 7. Oktober 2026
Die Absurdisierung der Sprache
Was sind denn das für Nachrichten, ein „Wer war es“-Krimi als Aufmacher in Tagesschau.de und den Radionachrichten, es gibt Gesprächsbedarf in der Koalition, großer Krach, das alles nicht einmal als Mechanik oder Methoden des Journalismus oder Entertainment, sondern als pures Parteidenken. Aus Sicht der Partei wird die Parteiempfindung zur Nachricht gemacht.
Nun sind wir das schon gewohnt und erwarten nichts mehr von den Hurnalisten. Das haben sie selbst so gestaltet.
Es ist aber noch weiter fortgeschritten, schon die Sprache selbst hat ihre Funktion eingebüßt, sie dient nicht mehr der Verständigung, weil die Masse und Menge an Zeitungsdeutsch-Gequatsche sowohl Redefähigkeit als auch Verständnisfähigkeit zerstört hat. Die absurde Gestalt des Bundespräsidenten redet absurde Sachen, der absurde Verteidigungsminister tut es ihm gleich, an diesem Punkt sind wir angelangt und niemand ist noch in der Lage, sich zu wundern.
Genauer gesagt, wen es noch wundert, der ist irgendwas mit absurder Bezeichnung.

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Dienstag, 6. Oktober 2026
Chef vom Dienst
Die Koinzidenz mit der Eilmeldung ist zufällig.

Steinmeier wird den meisten erst als Außenminister in Merkel I. bekannt geworden sein, davor war er bei Schröder Kanzleramtsminister und hatte intern einen Ruf als effizienter Macher, „der Frank kann das“ soll Schröder gesagt haben, als er ihn zum Macher machte. Als ideologisch oder sonderlich links war er damals nicht auffällig, er soll die Hartz-Reformen vorangetrieben haben, wofür er von Linken gehasst wurde. Es schien, dass die SPD ganz richtig denkt, wenn sie ihn zum Kanzlerkandidaten macht, weil die Frage nach Linksparteikoalition damit nicht stehen würde.
Von diesem Informationsstand her erscheint es als Wandlung, wozu er als Bundespräsident wurde.
Es wären zwei Wandlungen, die erste von dem Linksextremen zum Realpolitiker und dann die Restauration zu dem heutigen.

Er war aber als Kanzleramtsminister zugleich Geheimdienstkoordinator, Chef der Geheimdienste sozusagen, nominell, und da passt das Puzzle wieder in ein größeres Puzzle.
Da fängt man nicht einfach an und hört nicht einfach auf.
Es kann sein, dass er Schröder vor die Nase gesetzt wurde.
Seine Beförderung zum Außenminister kann auch durch unterstütztes Verhandlungsgeschick erfolgt sein wie auch die weitere.

Stoff für fiktive Geschichten gäbe es also.
Wie wir wissen, übertreffen die fiktiven Geschichten immer die Realität.

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Montag, 5. Oktober 2026
Methode zur Stärkung des Zusammenhalts
Wer bezüglich der Kerkelingiade fragte, „was sollte das denn?“, kann es jetzt sehen: Hape wird, eigenen Bekundungen zufolge, angefeindet und beschimpft, er bekommt Solidarität von Kulturschaffenden und anderen bei Hofe, die sich mit ihm solidarisieren. Das ist es, was es sollte.
Die Szene ist zusammengehalten dadurch, dass sie, unabhängig vom fragwürdigen Anlass, gegen die real Schlimmen zusammenhalten muss. Wer wollte da nicht mitmachen.

Wir hatten über Kanzler Scholz gesagt, er handelt wie jemand mit einem Interesse an einem stabilen Krieg. Auch er hielt sich für unersetzbar, weil andernfalls der Ernstfall eintritt. Friedrich Merz ist nachgerückt.
Er lässt sich beschießen, verhält sich also so wie gegenüber Lars Klingbeil.
Nun ist das ein Thema, das, wie wir vermuten beabsichtigt, als gesellschaftsspaltend eingesetzt wird, wie Corona. Es geht weniger darum, dass alle mitmachen, als dass alle verstritten sind.
Man darf für Russland sein genauso wie für Ukraine, die Argumentationen beider erschöpfen sich inzwischen jedoch im Beschimpfen der anderen. Damit können die Herrschenden am besten umgehen.
Es ist nur wieder so, dass das, was Friedrich Merz tut, falsch und mindestens unzulänglich ist bezüglich der eigenen bekundeten Absicht. Diese finden manche falsch, aber auch dann, wenn man sie vertretbar findet, ist das Agieren falsch.
Aber: wieder ist der Koalitionsfrieden gewahrt, jedenfalls soweit er den Erhalt der Koalition bietet.

Die Methode beider Fälle und aller ähnlicher ist, der innere Feind wird zum äußeren Feind gemacht. Damit schafft man den Zusammenhalt.


Nachtrag: Das mit Merz wird heute in NiUS noch ausführlicher zutrefend behandelt,
eine Sendung für die Zuschauer aus der Zukunft:
https://www.youtube.com/watch?v=WMd4Po8Md3E

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Sonntag, 4. Oktober 2026
Präsidialprognose
Wieder eine Prognose zum Test der Prognosefähigkeit. Wenn es keine Wende gibt, und es gibt keine, wird der nächste Bundespräsident noch übler.

Man wird nicht einmal eine Enttäuschung aufstellen, also jemanden, mit dem manche die Erwartung verbinden, es würde ein bisschen normaler, vergleichbar mit Kanzlerkandidat Merz. Schon ein solcher Eindruck muss vermieden werden, denn er könnte Effekte auslösen. Man kann nicht erst wie bei Gauck mit der Antrittsrede alle Hoffnungen zunichtemachen, die durch die Nominierung in die Debatte gebracht wurden.
Das ist das systemisch Gedachte, damit stehen die Mehrheitsverhältnisse im Einklang. Man braucht in der Bundesversammlung die CDU für die achtzig Prozent Unseredemokratie, die einen Menschenwürde-Kandidaten aufstellen. Heißt, die CDU kann keinen gemäßigten Vernunftkandidaten anschleppen, den kriegt sie nicht durch, nicht als Frau und nicht als Transqueer, höchstens Merkel, was auch schon die These bestätigen würde. Die CDU wird dulden dürfen.

Es wird eine Person, die in der Öffentlichkeit nicht sonderlich umstritten ist, weil sie nicht sehr bekannt ist, das ist schlecht für Katrin Göring-Eckardt, aber einen Klon von ihr, der noch keinen Ärger ausgelöst hat, kann man bringen. Modell Steinmeier, jemand der als farblos gilt und von dem nur gut informierte Menschen sagen, wie er wirklich einzuschätzen wäre, was aber keinen Widerhall findet.

Auch den neuen Amtsinhaber wird nicht interessieren, was eigentlich Funktion und Grenzen seines Amtes sein sollen.

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Samstag, 3. Oktober 2026
Suchmaschine in Republikfarbe
Die Google-Startseite sieht auf den ersten Blick etwas anders aus, hat Google was zu feiern? Die Schrift ist anders, schwarz, rot und gelb. Tatsächlich, Google begeht den Tag der deutschen Einheit mit den Nationalfarben.

Das wäre früher nicht gegangen und noch früher normal gewesen, sind wir wieder normal? Wenn sogar der Bundestrainer ein positives Verhältnis zu den Farben der Republik wünscht?

Es sieht danach aus.
Es schient so. Darum müssen wir professionelle Vorbehalte anmelden. Da fallen uns folgende ein: Man kann so eine Konzession machen, warum nicht, andere Länder machen es doch auch.
Oder: spielt gar keine Rolle mehr. Die Fahne ist so bedeutungslos geworden, dass sie auch gehisst werden kann. Davon hängt nichts mehr ab, das macht nichts.
Es ist durch und vorbei, Berlin ist berlinisiert, der Rest des Landes folgt nach, da kann man noch einmal schwarz-rot-gelb googeln, es interessiert nicht mehr.

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Freitag, 2. Oktober 2026
Unterlassene Fragestellung
Das hätte eine Presseanfrage sein können, etwa von der Jenaer Seniorenzeitung, an die Moderatorin in MDR-Kulturkampf, da lief ein linksaktivistisches Agitationslied, die Moderatorin sagt, das hat das Jahr 2026 im Titel, vielleicht gebe es nächstes Jahr eine neue Version, „dann werden wir das wieder spielen“.
Das weiß sie jetzt schon, da wäre die Frage an sie gewesen, ob es eine Anweisung gibt, linksagitatorische Titel zu spielen, oder ob sie davon ausgeht, dass ohne gesonderte Anweisung die Musik nach linksaktivistischen Kriterien ausgewählt wird von einem, der halt so ist.
Nun stellt man eine Anfrage doch nur, wenn ein Erkenntnisgewinn zu erwarten wäre, und zwar einer für die Leser. Die Frage hätte aber nur die Moderatorin verunsichert und vielleicht noch die Redaktion, wenn sie davon erfährt, es hätte zum Nachdenken angeregt, ob die darauf etwas antworten, das wäre schon komisch gewesen, aber ohne Informationswert für uns.
Darum unterblieb die Frage.

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Donnerstag, 1. Oktober 2026
Anfangsantifaschismus
Wir müssen uns natürlich auch selbst fragen, ob wir nicht gar in demselben Mentalzustand sind, nur andersherum, wie Hape und Didi, dass also die und die Sonstigen ganz oder teilweise rechthaben und wir so sind, wie uns sie vorkommen, verbohrt und unfähig zum parteifreien Denken. Die denken ja auch, sie denken selbst und wissen was.
Wir werden es nicht abschließend beantworten können, weil wir nicht außerhalb unseres Denkens denken können, ist halt so.
Wir können mit hoher Wahrscheinlichkeit sagen, dass die sich selbst so eine Frage schon mal nicht stellen, die Fragestellung ist bereits ein Ansatz gegen paranoid-narzisstisches Besserwissen.
In seiner Rede redet Kerkeling vom Oberbegriff her, der da ist Faschismus, er schlussfolgert aus seinem eigenen Folgeentwurf. Faschismus, also muss den Anfängen gewehrt werden. Alles ist möglich, also auch Buchenwald. Das geht in der Comedy, ist aber logisch mangelhaft. Didi hat es etwas konkreter gemacht, Bomben und Krieg hat er erlebt, will es nicht noch einmal, das ist ein Grund für sein Argument für die Begründung der Notwendigkeit. Funktioniert auf der Bühne, ist aber keine politische Logik.
Wenn wir es unterlassen, den Argumentationsvektor auf einen emotional besetzen metaphorischen umschreibenden Begriff zu richten, können wir zumindest sicher sein, nicht auf einen selbstgemachten Trick hereinzufallen.

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Mittwoch, 30. September 2026
Berlin hat gewählt
Nun kommt also heraus, die Berliner Wahlgewinnerin gehört dem Milieu an, als dessen Vorzeigefrau sie die Wahl gewonnen hat. Die Überraschungen lassen auch immer mehr nach.

Das macht sie bei denen, die es noch nicht wussten, in ihrem Milieu nur noch glaubwürdiger und vertrauenswürdiger, außerhalb des Milieus spielt es keine Rolle, weil es wirkungslos bleibt. Manche Altkommentatoren sehen sie beschädigt, die verstehen bloß nichts. Die sind für das Milieu nur Kampagnenmacher.
Auch die Anzeige wegen Antisemitismusvorwurfs wird als aussichtslos bewertet, doch darauf kommt es nicht an. Das bewirkt nur, dass sich das Milieu nicht die Bezeichnung antisemitisch zurechnen lassen muss und dass es Vorwürfe aus der rassistischen Mehrheitsecke sind.

Im Kulturradio war zu hören, der Volksbühnenintendant zieht ein positives Fazit von der Schwimmbeckenaktion, er lässt Gequatsche ab, dass man dem Senat zeigen wollte, „wenn ihr es nicht schafft, dann eben wir“, es habe nur gute Reaktionen gegeben und eine rassistische Kampagne. Das von der rassistischen Kampagne kommt nicht mal als O-Ton, sondern als Beitragstext.

In diesen Zeiten könnten SPD und Grüne gar nicht vermitteln, warum sie keinen antirassistischen fortschrittlichen Senat unter der Wahlgewinnerin bilden täten, und wir Vulgärdemokraten haben das Wahlergebnis zu akzeptieren. So ist Berlin.

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Dienstag, 29. September 2026
Beleidigungsrhetorik
Der Bundespräsident hat jetzt die Vulgärdemokraten als die zu bekämpfenden Gegner der unsrigen Demokratie ausgemacht, eben waren es noch autoritäre Strömungen. Beides kann für sich genommen irgendwo begründbar sein, aber nicht zusammen. Die Vulgärdemokraten wären eine Brandmauer gegen die autoritären Strömungen, man sollte beide aufeinander loslassen, wenn man sie schwächen wollte.
Der Bundespräsident wird so weit nicht denken oder es nicht für nötig halten, den Bürgern ein logisches rhetorisches Angebot zu machen. Er kann das Vorgehen gegen Wähler begründen, wie er will.
Dass er nicht einmal mehr den Anschein erweckt, sich Mühe zu machen zu verdecken, dass er nichts zu sagen hat, das ist die eigentliche Beleidigung.

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Montag, 28. September 2026
Richtige Reaktion auf Fotografen in Zivil
Die antifaschistischen Fotografen klagen jetzt ihrerseits dagegen, dass sie ins Netz gestellt wurden, wie sie die Teilnehmer einer Trauerwache für die Opfer von migrantischen Mördern erkennungsdienstlich fotografieren. Das ist so zeimlich das Niedrigste, Verkommenste und Schäbigste, was unsere Zivilgesellschaftsjauchegrube derzeit zu bieten hat.

Die Sache ist: Wenn Sie demonstrieren und auf Gegendemonstranten oder antifaschistische Fotografen treffen, müssen Sie Ihre Kundgebung sofort gegen die richten.

Meistens, genauer gesagt immer, versucht man, die zu ignorieren, die Polizei passt auf, dass es nicht zu Zusammenstößen kommt, aber die Szene ist, da laufen die zum Beispiel Montagsdemonstranten an ein paar gekauften Unterintelligenzlern vorbei und lassen sich als Faschisten titulieren.
Wenn man das Publikum schon mal gestellt kriegt, muss man es einbinden. Das heißt, Sie müssen denen sagen, was sie sind, Ihre Demonstration muss von ihnen handeln. Denn da stehen die Unterstützer der Szene, die sich bunt fühlt, wenn sie Morde toleriert.
Sagen Sie denen, dass Sie hier stehen, um deren Auftraggebern das Geld zu entziehen.
Es kann Leben retten.

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Sonntag, 27. September 2026
Einstimmung schüren
Ohne Frage ist Friedrich Merz Fehlbesetzung, Versager und Weichei-Lusch, von dem die SPD alles kriegt, um ihn als Kanzler zu halten. Verkaufen und vermitteln kann er sein Versagen auch nicht, die ganze CDU ist im Eimer, wie die Dokumentation zeigt.
Dass ihn die Presse, anders als Merkel, die nun auch nicht besser agiert hat, doch abschreibt, bedeutet aber keine Selbstkorrekturfähigkeit des Systems der res publica, denn die Presse kennt so was nicht. Der Grund mag Opportunismus sein, auf keinen Fall ist es eine versetzte Kritik an Merkel, der man sich blind unterordnete. So blind war es eben nicht, die Journalisten, Linken und Grünen bekamen, was sie sich jahrzehntelang erträumt hatten. Die Allmachtsphantasie, die das auslöst, spürt man immer und jedes Mal, wenn man Journalisten reden hört.

Es ist zu erwägen, es geht denen nicht schnell genug mit Merz.
Ankündigung und Blockade, das ist Stagnieren auf degenerierendem Niveau. Die wollen aber mehr, alles und sofort. Ein Auswechselkanzler Wüst oder Günther könnte bringen, was in Berlin die nächste Koalition liefert.
Die Menschen im Lande, die Leser und Zuschauer, wären eingestimmt.

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Samstag, 26. September 2026
Oh, diese Mietenden
Wenn die Clanlinke mit Wohnungsenteignungen Wahlkampf macht und gewinnt, was denken die wählenden Mieter eigentlich, was dann ist? Die denken, der Staat nimmt weniger Miete als ein Miethai, weil der ja demokratisch kontrolliert wird oder so, da sitzen an den Entscheidungsposten die Menschen aus der gerechten Partei.

Womit kein einziger rechnet: Wenn schon das Wohnungseigentum na nicht gestohlen vergemeinschaftet wird, also unter Parteikontrolle gebracht, dann sind die Mietverträge auch nichts mehr wert.

Klar, die Wohnräume werden gerecht verteilt.

Da können die Bewohnenden froh sein, wenn sie ihre Adresse behalten und das Bad mitbenutzen dürfen.

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Freitag, 25. September 2026
Pure Nachricht
Da kam eine seltsame Nachricht, seltsam in der Art der Vermeldung, sächsische Stadt macht keine neuen Gedenk-Stolpersteine, die beantragenden Fraktionen fänden dies, wie auch Bürger und Verbände, nicht mehr zeitgemäß, Gedenken solle lieber auf dem Friedhof stattfinden.
Da wäre man gewohnt, dass eine Einordnung folgt. Was dahintersteckt, Proteste und Aufschreie, Kritik kommt von wem, den man kriegen konnte, der Beauftragte meldet sich zu Wort, so was. Kommt aber nicht.
Was heißt das jetzt nun wieder?
Das Stolperstein-Konzept ist in der ganzen Gedenkkulturerei das angemessenste, individualisiert auf die Personen, kein Kitsch. Zuweilen wird Kitsch damit betrieben, Singen für die Stolpersteine und dafür Zivilcouragepreis, im Ernst.
Zeitnah in Kulturnachrichten gab es unerträgliches Gekitsche mit Schauspielerin und Pianist, und das nur auszugsweise. Waren die Stolpersteine zu wenig Kitsch? Macht man kein Gewese, damit es nicht heißt, „wenn das euer größtes Problem mit Antisemitismus ist, schön für euch“?
Sollte es gar eine Restauration des Pressewesens sein, Rückkehr zu Information ohne politische Vertragsbindung?
Das wäre nun am unwahrscheinlichsten.
Aber man weiß ja nie.

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Donnerstag, 24. September 2026
Staatstragende Linke
Mittlerweile tut man der SED fast Unrecht, wenn man die Linke als SED-Linke oder SED-Nachfolgepartei bezeichnet.
Aber nur fast; es ist im Effekt ein großer Wandel von der Avantgarde der Arbeiterklasse zu einer clankriminellen Politvereinigung, also im Anschein, aber gar nicht einmal im Wesen. Das war nie etwas Anderes als der Anspruch totaler Macht, mal begründet mit dem historischen Auftrag der Arbeiterbewegung, die zum Erliegen kam, als die Kommunisten sich an ihre Spitze gestellt hatten, mal mit allgemeiner Gerechtigkeit und nun eben mit der etwas rabiateren Umsetzung des Machtanspruchs selbst. Man sieht, dass die Ideologie kein Grund war, etwas Entgegenstehendes zu betreiben, wenn es der Partei nützt.

Was jetzt noch zu leisten bleibt, ist zur Selbsterhaltung die Funktion des nützlichen Idioten zu behalten.
Dazu ist ein Rest von verfassungsmäßigem Staatswesen nötig.

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