Dienstag, 23. August 2016
Feministisches Gefallen an Kopftuch und Burka
Es mag verwundern, dass gerade aus feministischer Meinungsrichtung die Verteidigung von Kopftuch und Burka als einem Stück Selbstbestimmung und weiblicher Freiheit zu vernehmen ist.
Dann hat man den Feminismus falsch verstanden.
Feminismus bedeutet, dass ein paar Frauen die Hälfte der Macht wollen. Das ideologische Ticket soll einen Posten sichern.
Es ist jeder Ideologie eigen, die Stelle dessen einzunehmen, was sie ursprünglich bedeutet hat. Das heißt, das Gerede von Frau und Freiheit ist wichtiger als Frauen und ihre Unfreiheit. Es kommt überhaupt nicht darauf an, ob das Gerede auf irgendeine Art zutrifft, es muss geredet werden.
Im Streben um die Macht hat die Feministin viele Konkurrentinnen, die Posten sind bei aller Vermehrung begrenzt. Die eingewickelten Frauen, die Betuchten, sind jedenfalls keine Konkurrenz.
Schon gar nicht im Rennen ums Übeleben. Sie mögen vielleicht eine höhere Fruchtbarkeit haben, aber ernstzunehmen sind sie für eine Westfeministin nicht, die auf sie nur herabschaut und sie belächelt und dies für ein freundliches Gesicht voll Toleranz und Güte hält.

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Montag, 22. August 2016
Erst das Land, dann die Partei
Die nächsten Opfer der Kanzlerin sind ihre im Wahlkampf befindlichen Innenminister, ihnen, so ist zu vernehmen, fällt sie in den Rücken oder lässt sie auflaufen, wie immer man es journalistisch formulieren will.
Wenn die sich das so bieten lassen, haben sie es nicht besser verdient.
Man könnte ja noch Verständnis haben, wenn es wirklich so wäre wie nach den letzten Landtagswahlen presserechtlich vorgegeben, dass nämlich diejenigen Kandidaten, die auf der Seite der Kanzlerin standen, gewonnen und die anderen verloren haben. Aber so war es nicht, so wird es auch diesmal nicht sein, die CDU-Kandidaten werden für Merkel und die gesamte CDU und für sich selbst bestraft, wählerisch.
Hierin liegt nun auch das größte Mysterium der Union. Die haben doch keinen Eid auf die Vorsitzende geleistet? Prinzipien der Macht zu opfern, läge ja noch in der Logik der Macht, aber wieso wird die Macht geopfert?
Das ergibt nur Sinn, wenn die Abwahl keine Opferung der Macht bedeutet. Wenn also die Geschäfte weiterlaufen und das Geld vom Staat weiter herüberkommt. Dann ist das Leben von der Substanz die einzige Erwerbsquelle, so dass man gut daran tut, einfach in der Kaste zu verbleiben, die sich das Leben von der Substanz gewährt.
Dann gilt auch für das Abwirtschaften: Erst kommt das Land, dann die Partei.

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Sonntag, 21. August 2016
Glaubensneid
Die Kirchensendung „Am Sonntagmorgen“ auf DLF widmete sich dem Thema Islam und Frieden, der friedliche tolerante Islam zieht sich durch die Geschichte des Islam, immer wieder gibt es Beispiele für das friedliche Zusammenleben, Christen und Juden brauchten unter dem toleranten Kalifen als Ungläubige weniger Steuern zu zahlen als unter dem byzantinischen Herrscher, Gotteshäuser werden respektiert, weil es ja derselbe Allah ist, Dschihad ist innere Anstrengung zum gottgefälligen Leben, und Jesus ist rechtzeitig am Kreuz gestorben, weswegen er keine Missionierungen miterleben musste und dafür nicht verantwortlich gemacht wird.
Es geht also.
Allerdings nicht mit den real existierenden Islamführern.
Und schon gar nicht mit dieser Kirche.
Sich auf eine bevorzugte Behandlung als monotheistisch Gläubige zu freuen, sei der Kirche unbenommen, indes sollte die Kirche ruhig mal nachfragen, was mit den anderen sein soll. Sehr christlich ist es nicht zu sagen, die sind halt selber schuld, sollen sie doch glauben.
Hier zeigt sich ein Religionsneid der Kirche; man bewundert den Islam für die Standfestigkeit und die Beanspruchung von Macht, wie man selbst es nicht mehr wagt, auch aus Angst vor dem Islam.

Die Darstellung des Friedenspotentials des Islam ist nur die halbe Wahrheit und ohne die andere Hälfte gelogen.
Man bereitet sich darauf vor, von nichts gewusst zu haben.

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Samstag, 20. August 2016
Der Zweck der Normsprache
Der DDR-Fernsehunterhalter Wolfgang Lippert erzählt gern, dass er einmal vor einer Show von einem Funktionär gebeten wurde, also die Anweisung bekam, nicht live „Fleisch“ zu sagen. In typischer Lippi-Manier tat er verdutzt: „Ich hatte nicht vor, herauszukommen und zu sagen: Guten Abend, meine Damen und Herren. Fleisch.“ Ja, sagt der Funktionär, auch sonst bitte nicht nebenbei versehentlich, ach, und auch nicht Urlaub; der Sommer war verregnet, daran sollen die DDR-Bürger nicht erinnert werden, um keinen Unmut zu erzeugen.

Das mit dem Fleisch wäre heute wieder denkbar. Andererseits völlig unnötig, die Moderatoren wissen, was sie sagen dürfen. Fleisch allenfalls im Zusammenhang mit kein Fleisch oder weniger Fleisch.

Der Punkt ist der: man könnte meinen, in der DDR konnte man alles im Fernsehen sagen außer Fleisch. Auch damals war allen klar, was man nicht sagt, und am besten denkt man gar nicht daran, was man nicht sagt, und am besten vergisst man, dass man daran nicht denkt.

Das deckt sich nun mit dem Zustand der heutigen Medienkaste. Gegen die Normsprache wird nicht verstoßen.

Der Traum der Sprachkontrolleure ist nicht, dass irgendwann der gerechte Endzustand erreicht ist, wenigstens sprachlich, in dem niemand mehr durch die Sprache diskriminiert, verletzt oder gemeint ist, weil alle gerecht sprechen. Der Traum ist, in der Position zu sein, die Sprache unter Kontrolle zu haben. Diese Kontrolle bedarf eines ständigen Ausdrucks, das heißt, es geht immer weiter mit neuen Vorgaben und Regelungen. Sonst würde man die Position räumen.

Dies wiederum heißt: Wer einmal anfängt, sich politischen Sprachnormen zu fügen, ist nicht nur passiver Mitsprecher, sondern Akteur einer illegitimen Herrschaftsausdehnung.

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Freitag, 19. August 2016
Lehren aus der Geschichte
Manche wundern sich, ob wir denn gar nichts aus der Geschichte gelernt hätten. Toleranz und Wegschauen führen in Gewaltdiktatur, die Demokratie wird ohne Demokraten nicht überleben, partielle Interessen dürfen nicht die Dominanz gewinnen, der freie Wettbewerb der Meinungen darf nicht unterbunden werden, die Anrichter des Üblen sind allesamt schon immer Idealisten gewesen. So könnte man die Lehren beschreiben, wenn sie denn gezogen würden.
Doch was es aus der Geschichte zu lernen gibt, lässt sich eben auch nicht eingegrenzt fassen. Die Lehren aus der Geschichte sind durchaus Allgemeingut, sie lauten nur anders, als es es sich einige wünschen.

Wenn sich etwas aus der Geschichte lernen lässt, dann, dass es sich lohnt, bei einer Diktatur mitzumachen.
Nach dem Ende einer Diktatur gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder wird sie durch eine andere Diktatur abgelöst, dann ist man gut beraten, wieder mitzumachen, und genau das ist gefragt. Oder es entsteht eine demokratische freie Gesellschaft, die hat wenig Interesse an Aufarbeitung. Man ist auch hier besser dran, sich nicht zu viel im Widerständischen aufgerieben zu haben. Mitschwimmen ist das Beste.
Zwar kann es vorkommen, dass einige für das begangene Unrecht bestraft werden. Die Strafen fallen aber in der Regel geringer aus, als es dem Gewinn durch das Unrecht entspricht.

Es sind zwar auch besonders verbrecherische Teilnehmer hingerichtet worden, aber getötet wurden ebenso Millionen Unbeteiligte, Beteiligte und gezielt ausgewählte Opfer.

Das bedeutet als praktischer Wink: Wenn man merkt, dass eine bestimmte Einstellung als normal vorausgesetzt wird, sollte man sie haben.

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Donnerstag, 18. August 2016
Merkel hat nichts gemacht
Wir begehen einigermaßen staunend den ersten Jahrestag des Merkel-Plans, den sie so überzeugend bei Anne Will ausbreitete.
Doch wenn man die Sache verstehen will, sollte man nicht auf die Kanzlerin schauen, sondern auf Anne Will. Das ist es, was passiert, wenn man eine solche mediale Elite hat. Die Kanzlerin ist nur Exekutive.

Unsere Eliten sind elitär nicht kraft Verantwortung oder Kompetenz, sondern aus elitärer Attitüde, aus Verachtung für das Volk. Daraus leiten sie ab, besser zu sein und den Leuten herrschaftlich zu begegnen – womit, das ist austauschbar, mit Klimaumwelt, Geschlecht, sogar Islam. Diese Haltung ist auch völkisch, nur eben für das andere Volk.

Die Ideologie der Kanzlerin ist auch das nicht, sie agiert lediglich in den ideologischen Prämissen, so wie es bei der medialen Elite ankommt. Wie sie zutreffend sagt, hat sie die Grenze nicht geöffnet, sondern gar nichts gemacht. Das Problem ist älter, älter als ihre Kanzlerschaft. Die Rechtsbrüche gingen schon vor ihr los, erst unter ihr wurden sie Staatsdoktrin.

Das ist, was geschieht, wenn sich eine Gesellschaft aufgibt. Sie wird leichte Beute.

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