Mittwoch, 16. August 2017
Deutliche Signale
Wieder eine Gemienschaftsempörung de Presselinkser über Trump, weil er den Terror verharmlose und Rechtsextremnazis in Schutz nähme -- zitiert wird er damit, dass er beiden Seiten die schuld gibt und die Linksen nicht ausspart. Er hält sich nicht an die Richtlinien des Presserates, nur dann gegen jede Form von Gewalt zu sein, wenn sie aktuell von den Linksen ausgegangen ist. Die Presse würde am liebsten ein Sarrazinverfahren gegen Trump einleiten.

Denn die Botschaft richtet sich an die Leser: So nicht, Leser! Bildet euch nicht ein, rechte und linke Gewalt gleichermaßen abzulehnen, dann seid ihr nazi!

Die Leser sind auch schon so weit, dass sie diese Mitteilung nicht mehr explizit bekommen müssen, es genügt die emotionalisierte Vermittlung.

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Dienstag, 15. August 2017
Schulzverzug
Man hätte gar nicht erwartet, von Schulz enttäuscht werden zu können, aber sogar das schafft er, nämlich dadurch, dass er aus seinem Absturz nach dem Schulz-Effekt nicht das Geringste gelernt hat, wie es aussieht.
Einen gewissen Machtinstinkt, einen Willen zum Gewinnen, hätte man ihm doch zugetraut. Wenn jemand Kanzler werden will, muss es ihn grämen, sagen zu müssen: na gut, Vizekanzler.
Oder nicht?
Entweder setzt er auf rotrotgrüngelb, dann könnte er Kanzler werden, oder er will von Merkel zum EU-Kommissionspräsident gemacht werden nach einem Zwischenspiel als loyaler Merkelminister.
Wollte er eine Wahl gewinnen, müsste er den Schöder machen. Er müsste die Wende einleiten, er müsste sagen, was schiefläuft in diesem Land. Was sollte ihn hindern? Die Wählerstimmen würden ihm zufliegen, er könnte die SPD-Führung aus den neu eintretenden Mitgliedern regenerieren.
Es würde doch genügen, so was vorzutäuschen. Würde nach der Wahl alles nicht so heiß gegessen, das weiß man doch.
Schulz hätte so eine Chance als einziger und nur ein Mal. Jetzt.
Er will aber nicht.
Dann eben nicht.

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Montag, 14. August 2017
Wahlwerbesologan
Das sind mal Wahlversprechen:
„Niemand sollte eine 6 in Mathe erben.“
So steht es auf einem Wahlplakat.

Das sehen die Erben gewiss genauso, besonders möchte niemand nichts weiter als eine Mathe-6 erben, und Erbschaften sind ohnehin ungerecht verteilt. Aber auch bildungspolitisch, und darum geht es ja wohl, ist zu wünschen, dass man sein Erbe aufpolieren kann und nicht genetisch limitiert ist.
Trotzdem, das ergibt überhaupt keinen Sinn. Was soll da versprochen werden, weshalb soll man sich bei der Wahl davon leiten lassen und wovon jetzt überhaupt?

Das ganze wird nicht weniger blöd dadurch, dass es nicht ein Plakat der Grünen ist, sondern der FDP mit Nicola Beer darauf.

Die FDP will wohl die Grünen beerben.

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Sonntag, 13. August 2017
Verschärfung nach Interessenlage
Wenn die Wahlen so laufen, dass der Großen Koalition das mehrheitliche Vertrauen ausgesprochen wird, erwartet man, dass die Herrschenden sich wieder etwas beruhigen und weitermachen in ihren Vorhaben, allein durch Unfähigkeit die Erosion zu bremsen.
Wir sollen unseren Herrschenden aber doch etwas zu viel Unfähigkeit unterstellen und das Bedürfnis nach Ruhe, wie wir es haben. Versetzen wir uns doch bitte mal in sie hinein, nach der Wahl. Die wurde gewonnen mit aller manipulativer Anstrengung, mit staatlichem Vorgehen gegen den politischen Gegner, mit kontrollierter gelenkter Presse, und dann gerade noch so. Sollte das genügen? Das Wahlergebnis wäre ein Signal, dass es noch einmal so nicht laufen wird, und das nächste Mal wäre schon in vier Jahren. Nicht viel, gemessen an den zwölf, die wir mit Merkel schon erleben.

Soll heißen: Gegen das, was an Maßnahmen zum Machterhalt kommen wird, ist das aus der letzten Wahlperiode eine Operette.
Einfach, weil es aus Sicht der Herrschenden notwendig sein wird.

Und nun die Frage: Liegt ein Bürgerkrieg aufgrund der Verschärfung der Lage im Interesse der Mächtigen oder nicht?
Das hängt davon ab, ob sie ihn gewinnen würden. Würden sie?
Und haben sie demzufolge ein Interesse an der Verschärfung der Lage?

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Samstag, 12. August 2017
Verdrängender Ersatz
Je mehr die Presse als indiskutabel blöd erscheint, für belangloser, unwichtiger erscheint sie.
Etwa der Tagesspiegel:

„Langeweile ist fast schon ein gutes Zeichen
Bisher ist der Wahlkampf in Deutschland wenig mitreißend. Wir sollten jedoch froh sein, dass wir keine größeren Probleme haben. Ein Kommentar.
Abgesehen von der Flüchtlingskrise und dem Unmut über das dürftige, die Industrie schonende Ergebnis des Dieselgipfels, ist im Moment nur ein Ereignis absehbar, das die Leidenschaften mobilisieren könnte – und das tritt hoffentlich nicht ein. Die Gefahr einer weiteren Zuspitzung der Krise zwischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten von Amerika liegt wie ein bedrückender Schatten über der Welt.
Es ist eine Krise, die von Tag zu Tag weniger von dem Machthaber in Pjöngjang angeheizt wird als von einem amerikanischen Präsidenten“ und so weiter.

Die Kommentare lassen es sich nicht einfach so bieten,
http://www.tagesspiegel.de/politik/bundestagswahl-2017-langeweile-ist-fast-schon-ein-gutes-zeichen/20179538.html#kommentare ,
das ist immerhin zu begrüßen.
Aber es ist nicht nur das Agitieren, das betreute Angelogenwerden. Die Presse kalkuliert ein, dass es böse Kommentare gibt, die sind genauso unwichtig wie der Artikel, und wer nicht kommentiert und opponiert, geht mit gutem Gefühl zur Wahl. Auf demselben Platz müsste die Presse anderes schreiben, für dasselbe Geld müsste Journalismus betrieben werden. Wir haben also die Verdopplung des Problems; einmal die Propagandapresse, und dann, dass sie an die Stelle der bisherigen Presse getreten ist und sie verdrängt.
Dies findet die Entsprechung in der Politik; die Anscheinspolitik hat politisches Handeln komplett ersetzt.
Warum soll es dem Volk anders gehen.

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Freitag, 11. August 2017
Schulzplan
Langsam ist es nicht mehr komisch – Martin Schulz legt einen Fünf-Punkte-Plan für die Einführung einer Quote für Elektroautos vor. Die Sketchvorlage ist Loriots Skatspiel: „Dann komme ich zack mit der 9! Das ist mein Stich!“ Das war noch komisch. Die SPD muss wohl nur noch vortäuschen, einen Vorsitzenden zu haben, der politisch handlungsfähig ist.
Aber das wirklich Entsetzliche ist, dass niemand an dieser Lächerlichkeit Anstoß nimmt.
Scheint normal zu sein.
Schulz muss wohl von Merkel dafür bezahlt werden.
Vielleicht nicht jetzt,aber nach der Wahl.

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