Mittwoch, 22. April 2026
Tragischer Amthor
Wie es aussieht, bereitet Philipp Amthor, CDU-Jungscher, seinen Mich-auch-Fall vor.
Wobei es ihm selbst natürlich so erscheint, als wende er ihn ab, er sagte, jeder Mann solle Feminist sein und er sei das auch.
Geschwätz, um anschlussfähig zu sein und geduldet zu werden. Er begibt sich aber in die Position, dass man es mit ihm machen kann, er ist einer, der ins Profil passen wird als einer, der hinter der Fassade garstige Dinge denkt. Es wird nur etwas dauern.
Natürlich kann man das nicht einfach abwenden, indem man sich halt als Nichtfeminist darstellt, ganz und gar nicht, man kann aber schon vermeiden, die eigene Fallhöhe aufzubauen und sich selbst ins Profil einzupassen.

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Dienstag, 21. April 2026
Im Kommen
Bei Unterwerfung gibt es keine Untergrenze, das zeigt Wolfram Weimer. Mit dem Ludwig-Erhard-Gipfel hat er nichts mehr zu tun und so weiter, beim nächsten kommt Frauke Brosius-Gersdorf.
Ja wer will denn mit ihr in Kontakt treten? Oder will sie die Kontakte?
Man muss schon vorsorgen für nach der Transformation.
Das Projekt Brosius-Gersdorf ist nicht beendet, die wird noch was, die ist im Kommen.

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Montag, 20. April 2026
Im Gleichstrom
Wie man in der Sprache des Grünen Reiches steckenbleibt, auch wenn man etwas Abweichendes sagen will, zeigt sich am Beispiel des Wortes Gleichmacherei. Wer das sagt, möchte etwas gegen das Gerechtigkeitsgerede vortragen, Gerechtigkeit wird mit Gleichheit gleichgesetzt, beide Wörter sind positiv konnotiert. Also macht man ein Wort daraus, das nicht so schön klingt.
Da müsste man vielmehr vortragen, warum Gleichmacherei schlecht sein soll oder nicht funktioniert, oft wird es auch versucht, selten mit Erfolg, weil es sich im Gerede erschöpft.

Ganz abgesehen davon ist Gleichmacherei nicht für alle schon negativ besetzt, bei vielen löst die negative Verwendung Widerstand aus zuzuhören.
Es ist schon das Ansinnen, mit Parolen und umschreibenden Begriffen zu arbeiten, wie man das ja immer erlebt, schlägt fehl, weil man gerade nicht die Macht hat, mit der das sonst immer verbunden ist. Dies ließe sich auch nicht mit einem anderen griffigeren Wort beheben.

Die Frage wäre auch hier wie immer: wer tut was?

Bleibt man dabei so konkret wie möglich, erübrigt sich im besten Fall ein emotionalisierendes Wort.

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Sonntag, 19. April 2026
Zwei versunkene Welten
Zufällige Koinzidenz, wir lasen zwei Bücher direkt nacheinander, eines mit Sammlungen von Spiegel-Artikeln eines Großfeuilletonisten über kulturelle Sonderaußenseiter, Heine, Büchner, Kleist, er schreibt auch über ein Treffen mit Clint Eastwood und schreibt es so, wie wenn man schreibt, wenn man Clint Eastwood nicht getroffen hat und nur so tun will. Wichtiger hier die Betrachtungen und Begegnungen bezüglich ehemals aktueller Übergrößen aus Theater Film Feuilleton Kultur Wichtigszene. Alles nett zu lesen, aber: das ist eine komplett versunkene Welt. Nichts davon hat noch Relevanz nach den historisch wenigen Jahren. Zu Recht vergessen.

Die gleichen Zeiten, teilweise mit gleichem Personal, findet man in Monika Marons Notizen. Karasek redet und merkt es nicht, das ist da zu lesen, ein Satz, besser als der Gesamtkarasek. Einer habe ein Buch geschrieben über die widerliche westlinke Wichtigszene, er meine es aber anders. Fast möchte man es lesen.
Da notiert eine, die sich nichts vormachen lässt.
Man versteht die aktuelle Lage aus dieser Sicht auf die versunkene Welt heraus.

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Samstag, 18. April 2026
Mitgegrünt
Zwei Sachen, die in der Wechselwirkung eher andersherum vor sich gehen als aufgefasst.

Die Anhängerlinge der Grünen können andere Meinungen am wenigsten ertragen. Da denkt man, klar, die haben eine so hohe Meinung von sich, dass alle anderen Meinungen nur schlechter sein können, warum sollen die, aus ihrer Sicht, sich mit was anderem abgeben.
Das ist bei den Ideologie-Nehmern so, bei den Ideologisierten, denen wird vermittelt, hier ist das Beste und ihr könnt euch gut fühlen, indem ihr besser seid.
Bei den Ideologie-Gebern geht es überhaupt nicht um Inhaltliches. Es geht um Macht, Deutungshoheit, die wird begründet damit, dass man über den Schlechteren stände. Die Inhalte müssen äußerst blöd gehalten sein, sonst könnten ja andere mit Gleichem kommen.

Gegen NiUS wird nun protestiert wie von Daniel Günther gewünscht. Auch hier ist die Kausalität andersherum, er hat sich den Zivilgesellfaschisten angeschlossen und untergeordnet, er hat die Zugehörigkeit zu ihnen bekundet. Die machen nicht, was er sagt, er sagt, was die machen.
Das macht ihn zum Mitgrünen, er wird geduldet.

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Freitag, 17. April 2026
Ergänzende Vermutung
Da ist wieder Wolfram-Weimer-Gipfel, formal ohne Wolfram Weimer, und der Reporter Ralf Schuler von NiUS wurde entakkreditiert. Bei NiUS impliziert man, das läge wohl an der kritischen Aufbereitung Wolfram Weimers, der da angefressen sei, und so sei es früher eher nicht gelaufen.

Die Angefressenheit des Kulturministers können wir nicht überblicken, aber die Wahrscheinlichkeit ist so groß, dass wir darauf wetten würden: das wollten die anderen demokratischen Medienschaffenden nicht, dass da einer von den freien dabei ist und sie durch seine Anwesenheit relativiert. Die haben gesagt, der oder wir, und da richtet man sich beim Staat nach den Staatstragenden.

Einzelheiten, wer und was, sind uns nicht bekannt, aber so ist das, wo wir sind.

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Donnerstag, 16. April 2026
Antibefreiungskriege
Da mag etwas zum Verständnis Wichtiges ausgeplaudert worden sein. Im Kulturradio eine Chefideologin am Telefon, die ein Buch über wirtschaftliche Gründe für Krieg geschrieben hat, nicht völlig falsch, eine vertretbare Ansicht, dass die Kriegswirtschaft das Ende des Krieges nicht gerade befördert und dass nach Kriegsende die Führung für einen wirtschaftlichen Ruin verantwortlich gemacht würde. Nicht von der Hand zu weisen.
Die Moderatorin fragt, am Ende des Buches sei eine Chance formuliert, die sie als Hoffnung auch habe, dass das geeinte Europa entstehen könne, wie denn? Ja, sagt die Verfasserin, das war durchweg immer so, dass die kleineren Strukturen in den großen aufgingen infolge von Krieg, weil zum Beispiel die Ritterburgen mit der Erfindung der Kanone plötzlich nicht mehr sicher waren. Preußen sei so entstanden und es gebe auch schon Euro-Verteidigungs-Bonds.

Das mit den zu kleinen Strukturen erscheint nachvollziehbar. Man konnte nicht mehr dem Wortsinn nach türmen und musste sich zusammenschließen.

Wenn nun aber Grüne/Linke das geeinte Europa wollen aus Gründen, die man ihnen durchaus unterstellen kann, dann wird verständlich, dass sie Interesse an einem stabilen Krieg haben.
Wenn dabei auch noch die Wirtschaft abgewickelt wird, ist der Traum perfekt.
Würde einiges bis alles erklären.

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Mittwoch, 15. April 2026
Neues Gekreische
Neues vom umstrittenen Kulturstaatsminister, im Kulturradio wird die neue Empörung vermeldet. Er wollte bei Preisvergabegremien abfragen lassen, aus welchen Mitgliedern die jeweilige Jury besteht. Aufschrei, politische Einflussnahme, kreisch, Angriff auf die was alles.

Pressesprecherei des Ministers sagt, es gehe nur um eine Übersicht, keine Prüfung von irgendwas.

Wieder zwei Peinlichkeiten. Man darf auf keinen Fall defensiv reagieren, auch wenn man schon längst erledigt ist. Mindestens müsste man sagen, es war gar nicht an Überprüfung gedacht, aber jetzt, bei dem Stich ins Maulwurfnest, gucken wir doch lieber genauer hin.
Denn es geht genau darum, was Linke die ganze Zeit tun und wovon sie nun vermuten, dass es andersherum geschehe. Linke gucken bei allem nach, wer ist da und was hat der schon, mit wem war der und mit wem was – das können sie, weil sie das gewerbsmäßig tun. Wer passt nicht? Gegen wen muss es gehen? Wem muss Angst gemacht werden?

Genau da müsste der Minister ansetzen, wenn er einen Rest von Kultur bewahren wollte.

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Dienstag, 14. April 2026
Irgendwas "wird zu" was anderem
Hier etwas Sprachkritik vom Feinsten, weil es um etwas zwischen Kleinigkeit und Feinheit geht, das nur arg gehäuft und geklumpt auftritt und somit doch zur Sprache des Grünen Reiches gehört.
Irgendwas „wird zu“ irgendwas, ein Parkplatz zur Partyzone oder die Baustelle zum Besuchermagnet, das liest man allenthalben, fällt gar nicht auf. Und es fällt auch nicht auf, dass das nicht das Geschehen ist. Keine Handlung. Das ist nicht, was jemand tut. Ist das eigentlich Aktiv- oder Passivform? So ein Mittelding auf der umschreibenden Wertungsebene.
Auf jeden Fall Ausdruck magischen Denkens. Eine Wandlung, Verwandlung. Passiv ist der Leser oder Hörer, unbeteiligtes Objekt des Zuquatschens.
Der Leser wird zur Masse. Nein; wird dazu gemacht, jemand macht das. Mit Absicht und gezielt.

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Montag, 13. April 2026
Gerade noch gerettet
Die EU-Parteien hatten schon gewarnt, geraunt und festgestellt, dass Orban die Demokratie in Ungarn schon so gut wie abgeschafft hat.

Nur die Sache mit dem Abwählen muss er vergessen haben.

Wer die Demokratie abzuschaffen gedenkt, sollte damit beginnen zu sichern, dass er nicht abgewählt werden kann. Solange es einen gewaltlosen Wechsel geben kann, sind alle Bestrebungen der Entdemokratisierung fragil.
Nicht dass jetzt die Feinde unserer Demokratie daraus lernen und diese Erkenntnis umsetzen. Daran müssen sie unbedingt gehindert werden.

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Sonntag, 12. April 2026
Das Tanken der anderen
Wenn aus den aktuellen Verlautbarungen etwas als verstörend bezeichnet werden kann, dann doch wohl das „teurer tanken geht schon“; die das sagen, meinen ja das Tanken der anderen. Die Ungeniertheit allein wäre schon Verstörungsgrund genug.
Das dahinterstehende Unverständnis ist noch erschreckender. Es ist ja nicht nur so, dass man „etwas tiefer in die Tasche greift“ „an der Zapfsäule“, man gibt es woanders nicht aus. Und es ist ja nicht nur das Benzin, das teurer wird, sondern alles in der Lieferkette. Die Teuerung summiert sich und wächst ansteigend.
Das Bruttoinlandsprodukt ist davon nicht geschmälert, das Geld ist nur woanders ausgegeben.
Der Vorteil ist aus staatlicher Sicht die Steuer, das Geld muss ausgegeben werden für die hochbesteuerte Sache. Es kommt da mehr herein, als woanders fehlt.
Vielleicht rechnen sie doch ganz rational.

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Samstag, 11. April 2026
Unterhaltungshoffnung
Der CDU-Sozialflügel fordert den Hinauswurf von Ministerin Reiche. Man kann also die CDU getrost vergessen, was sie zwar nicht unschädlich macht, aber man muss auf nichts mehr hoffen und warten.
Wobei, nun ja, mal sehen. Scharping hatte Schröder als Wirtschaftssprecher abgesetzt, das war parteiintern, nicht ministeriell, genutzt hat es Schröder, weil Wähler doch immer einen wollen, der im Kontrast zur Partei steht. War Merz auch mal, imaginiert.

Wenn Katherina Reiche das jetzt ausficht, durchsteht, nicht den Merz macht, kann sie zumindest als designierte Hoffnungsträgerin reüssieren.

Hoffen wir mal das.
Halt, bloß, damit es spannend wird. Einen gewissen Unterhaltungswert kann man schon noch verlangen.

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Freitag, 10. April 2026
Eingesparte Gerichtsreporter
Hier wieder etwas, wo wir nur ganz vage die Kausalität mutmaßen können, es fällt halt auf, wenn man es bemerkt: Früher gab es in den Zeitungen die Rubrik oder das Genre Gerichtsbericht, heute höchstens in Resten. Aus dem Gerichtssaal, so hieß es meistens, da wurden Fälle geschildert und ein als spannend inszenierter Prozess. Die Dramaturgie ist ähnlich wie bei Bares für Rares; Ding, Begutachtung und Bewertung, überraschende Meinungen oder Wendungen. Heute vielleicht noch was in der Art der Polizeimeldung, irgendwas endet mit Freispruch oder so.

Parallel dazu haben wir einen Verfall der Justiz. Prozesspossen sind schon eine elaboriertere Form.
Was liegt jetzt woran? Gibt es nichts Interessantes mehr zu berichten, fehlen die Fälle oder die szenischen Verläufe, wirkt das Fehlen der Gerichtsreportage zurück auf die Verhandlungen?

Beim Gerichtsreporter lässt sich leicht sparen, das mag ausschlaggebend sein.
Es mag durchaus zu einem nicht geringfügigen Teil beabsichtigt sein, dass ein rechtsstaatliches Verständnis nicht vorrangig vermittelt werden soll.

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Donnerstag, 9. April 2026
Förderkult
Es mehren sich die Meldungen über Angriffe auf Kultur, und zwar derart, dass Fördergelder gekürzt werden.
Allein im Moment geht es um Geld für eine Gesprächsrunde mit Juden gegen Israel sowie Demokratie leben, Wolfgang Thierse warnt dazu Ministerin Prien, und im Kulturradio ist nach neutralem Verweis auf extremistische Einstufung einer beteiligten Anti-Israel-Bewegung zu hören, wie eine Jüdin im Publikum doch nicht gegen Israel ist und Eva Menasse sagt, ja schön, dass Sie kommen, wenn doch alle so wären; die wird ihr ja nicht gefährlich, die verlangt nicht die Geldkürzungen und will auch kein Geld für sich und die Gegenpositionen.
Und gleichzeitig geht es immer noch um die Angriffe auf Buchhandlungen durch den Minister und auf noch mehr von dem und die Bedrohung, wenn erst umgewählt wird.

Was daran entsetzt, ist die Selbstverständlichkeit, die Eigenkorrumpierung, also die Mentalität, die gar keinen Abstand zu sich selbst durchklingen lässt. Wir sind links, gebt uns Geld!

Die Außenwirkung, also auf das Publikum, mag unterschiedlich sein, die einen lassen sich einstimmen und die anderen nicht, das zahlenmäßige Verhältnis lässt sich kaum schätzen. Sehr wahrscheinlich ist das Einstimmenlassen wirkmächtiger, weil es keine weiteren Folgen braucht, wogegen eine Gegenmeinung sich noch bemerkbar zu machen hätte, aber folgenlos und belanglos bleibt.

Der Kulturbetrieb hat also zu tun und arbeitet weiter an der Selbstbestätigung, mit Erfolg.

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