Freitag, 26. Mai 2017
Warum Manchester
Manche Kommentatoren wundern sich tatsächlich, warum Manchester zum Ziel des islamischen Terrors geworden ist, das passe irgendwie nicht.

Da wird wohl was an den Kategorien nicht stimmen.
Man schaue auf die Opfer. Mädchen und junge Frauen, genau wie die Sängerin. Sie wollen Spaß an Musik.
Das ist das Feindbild.

Ja Gott, islamischer Terror heißt nicht, dass alle Muslime so sind.
Islamischer Terror heißt, dass alle Muslime sein sollen.

Es gab diesmal nicht, jedenfalls nicht groß aufgemacht, die Beileidsbekundungen an die Muslime oder die beleidigten Artikel integrierter Männer von Kopftuchfrauen, die darauf nicht angesprochen werden wollen. Die Phase ist auch schon vorbei, nur im DLF-Radio wurde der Korrespondent gefragt, ob es solche Generalverdächtigungen gegeben habe – nur eine, wusste er zu berichten, die Direktorin einer muslimischen Mädchenschule habe gesagt, eine Vierzehnjährige sei gefragt worden, wann denn endlich Schluss sei mit den Anschlägen.
Als ob die das weiß.
Das ist auch wirklich die falsche Frage. Richtigerweise ist zu fragen, wann endlich Schluss ist mit muslimischen Mädchenschulen.

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Donnerstag, 25. Mai 2017
Die Sprache des Grünen Reiches: Zivilgesellschaft
Zivilgesellschaft klingt erst einmal angenehm, nett, da passiert einem nichts, da kann man dazugehören wollen und die besucht der Bundespräsident in anderen Ländern. Brauchen wir auch, zivilgesellschaftliches Engagement zur Stärkung der Zivilgesellschaft.
Ja schade, aber so ist es nicht.
Der antidemokratische Gehalt liegt bereits im Begriff selbst, nicht erst bei näherer Betrachtung, wer das tatsächlich ist, wenn also sich zeigt, dass hier die regierungsnahen Bodentruppen vernebelt bezeichnet werden, Zivilgesellschaft ist der Kampfbegriff, mit dem der freie Bürger, das Individuum mit seinen Grundrechten, aus den Angeln der Demokratie gehebelt wird.
Man lasse sich nicht täuschen; wo von Zivilgesellschaft geredet wird, geht es gegen die Person. Dies nehme man sehr persönlich.

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Mittwoch, 24. Mai 2017
Demokratische Legitimierung der Krise
Manche, die der guten alten Bundesrepublik nachtrauern, argumentieren, sie seien zur Wiedervereinigung gar nicht gefragt worden.
Doch; die maßgebliche Antwort war nur eine andere. Erstens war die Wiedervereinigung ein Verfassungsauftrag, da besteht ein gewisser Vorrang gegenüber Einzelmeinungen, zweitens war Kohl bekanntlich demokratisch gewählt und hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass er die Gelegenheit zur Einheit wahrnehmen würde. Man hat vielleicht nicht mit einer solchen Gelegenheit gerechnet.
Bei Merkel ist es leicht anders. Man wusste nicht so recht, was man wählte, außer einer gewissen Showlosigkeit nach Schröder. Die ausbleibende Streiterei in ihrer ersten großen Koalition rechnete man ihrer mäßigenden Führung zu, mehr war erst einmal nicht zu verlangen. Prinzipienlosigkeit kann auch von politischem Vorteil sein, wenn sie als Ideologiefreiheit ankommt.
Nach ihrer dritten Amtszeit aber kann man mehr wissen. „Sie kennen mich“, wird sie nicht mehr sagen können, ohne dass ein „Oh ja“ zurückkäme. Wir wissen mittlerweile, was wir wählen.
Und tun es trotzdem.
Niemand kann sagen, nichts gewusst zu haben.

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Dienstag, 23. Mai 2017
Selbsttoleranz
Die Phantasie, „so sind doch nicht alle“, ist nichts anderes als der projizierte Wunsch: „Mir passiert so was doch hoffentlich nicht“ oder „Ich muss das ja nicht“. Man sucht unwillkürlich nach Gründen, warum man damit nichts zu tun hat: weil man tolerant ist oder aus Wahrscheinlichkeitsrechnung geschützt.
Aus der politmedialen Blase kommt hinzu, dass man die eigenen Bekannten als Kronzeugen für moderates offenes aufgeschlossenes Wesen nimmt, einfach weil man von sich eine so hohe Meinung hat, dass man sein Umfeld einschließt. Man kann nur Freunde haben, die eines Moderators würdig sind.
Die niedrigste Variante ist das Bezichtigen der Opfer.
Und dann gibt es noch die Justiz. „Wilder Sex“ in deren Kultur, was bei uns Vergewaltigung sein müsste, wenn es ein „Bei uns“ noch gäbe.

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Montag, 22. Mai 2017
Kulturleitung
Man kann es niemandem vorwerfen, nicht an Leitkultur zu glauben oder keine ausgemacht deutsche Kultur zu sehen; a) wenn es keine Kollektivschuld geben soll, kann nicht oder muss nicht unbedingt eine kollektive Kultur existieren, umgekehrt eigentlich auch nicht, aber diesen Widerspruch zu sehen, kann man ebenfalls nicht verlangen, b) die Freiheit und die Grundrechte schließen gerade aus, dass eine bestimmte Kultur als verbindlich vorgegeben werde, c) gerade die Grundlagen unserer freien Kultur sind schwer als solche zu erkennen, weil sie für selbstverständlich angesehen werden, dabei bedürfen sie eines ständigen Erneuerungsprozesses.
Vorwerfbar ist es also nicht, keine deutsche Kultur zu sehen, aber verwerflich, denn damit werden alle Errungenschaften der Aufklärung verspielt. Doch es ist denjenigen, die dies betreiben, schlichtweg unmöglich, es zu sehen, denn sie haben eine emotionale Blockade. Sie haben allen Grund zur Angst vor der Zerstörung der Grundlagen ihrer Existenz, aber dürfen sie nicht zulassen. Also phantasieren sie das zu Zerstörende vorab weg.

Eigentlich würde es genügen zu sagen: Wir brauchen keine staatlich festgelegte Leitkultur, wir wollen einfach keinen Islam.

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Sonntag, 21. Mai 2017
Wer Union wählt, wählt Merkel
CDU und CSU lassen durchblicken, dass sie ein nordrhein-westfälisches Wahlergebnis anstreben und mit der FDP koalieren möchten. Klar, die FDP ist kleiner.
Dennoch ist das Augenwischerei und zeigt nur, wie versteckt man die Kanzlerin zu kritisieren sich traut – man kritisiert den Koalitionspartner SPD, auch nur indirekt, indem man sich für die FDP ausspricht.
Lächerlich.
Das Wahlergebnis wird das nicht hergeben, die FDP wird sich vielleicht über die parlamentarische Rehabilitierung freuen und die Union über Werte im mittleren Dreißigerbereich, und dann hat man wieder Merkels Wunschkoalition.
Das muss man wissen, wenn man Union wählt. Merkels Leute sind Gabriel, Maas, Schwesig und Ousgus. Und diese Ostbeauftragte. Die wird man nicht los, wenn man Merkel wählt.

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