Donnerstag, 29. Oktober 2026
Denunziatorischer Parteitribalismus
tagesschauder, 09:54h
Manchmal kommen Beispiele, die es viel deutlicher machen, was wir hier immer meinen, als wir es mit abstrakten Beschreibungen formulieren können.
Dass Links missverstanden wird als von guten Werten geleitete Ambition, die zuweilen etwas zu weit geht, in Wirklichkeit aus tribalistischem Denken erwächst und dass der nicht vorhandene familiäre Stamm ersetzt wird durch Zugehörigkeit zur Parteistruktur, die zugleich keine Anderen zulässt und Feindbilder braucht, so dass Links im Ansatz denunziatorisch ist und auch das Sinnloseste zum Beweismittel macht, wenn es verwendbar ist, zeigt sich anschaulich hier:
„In Halle (Saale) findet im November die Buchmesse 'Seitenwechsel' statt. Organisiert von Susanne Dagen, einer Frontfrau der Neuen Rechten. Kurz darauf wird das ZDF in derselben Halle 'Wetten, dass..?' produzieren. So verschwimmen Grenzen. Matthias Meisner im Campact-Blog“
Dass Links missverstanden wird als von guten Werten geleitete Ambition, die zuweilen etwas zu weit geht, in Wirklichkeit aus tribalistischem Denken erwächst und dass der nicht vorhandene familiäre Stamm ersetzt wird durch Zugehörigkeit zur Parteistruktur, die zugleich keine Anderen zulässt und Feindbilder braucht, so dass Links im Ansatz denunziatorisch ist und auch das Sinnloseste zum Beweismittel macht, wenn es verwendbar ist, zeigt sich anschaulich hier:
„In Halle (Saale) findet im November die Buchmesse 'Seitenwechsel' statt. Organisiert von Susanne Dagen, einer Frontfrau der Neuen Rechten. Kurz darauf wird das ZDF in derselben Halle 'Wetten, dass..?' produzieren. So verschwimmen Grenzen. Matthias Meisner im Campact-Blog“
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Mittwoch, 28. Oktober 2026
Klima- und Corona-Test
tagesschauder, 10:17h
Es ist wenig wahrscheinlich, dass es geplante Testläufe waren derart, dass sich vorher jemand hingesetzt hat und konzipiert, wir schauen mal, wie es läuft und wie weit wir gehen können. Dass aber die Lehren aus den Abläufen gezogen wurden, das ist sehr wahrscheinlich, und dass wir nun die Folgeerscheinungen zu sehen kriegen. Freitags-Future-Kids als Bewegung von unten dargestellt, Corona-Fieber als postdemokratische Vision der Wohlfahrtsherrschaft, beides, so kann man es sehen, findet nun zusammen in der neuen letzten Generation, die regelt.
Auch dies ist eher nicht ein Test im Sinne von Experiment, aber die Erfahrungen werden gemacht.
Auch dies ist eher nicht ein Test im Sinne von Experiment, aber die Erfahrungen werden gemacht.
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Dienstag, 27. Oktober 2026
Denunziantenmoral
tagesschauder, 09:50h
Eine letztjährige Besucherin der Buchmesse in Halle erzählte uns, sie hat mit einer Aktivistin gesprochen, die am Eingang die Anstehenden fotografierte, diese sagte, sie meine ja nicht sie, sondern halte Ausschau nach Funktionären der Gegenpartei.
Die denken, alle sind solche Lumpen, dass sie sich freuen, wenn es andere betrifft als sie selbst.
Die denken, alle sind solche Lumpen, dass sie sich freuen, wenn es andere betrifft als sie selbst.
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Montag, 26. Oktober 2026
Gesicherte Linke
tagesschauder, 10:25h
Da fragt ein Großartikler auf welt.de, warum gilt die Berliner Linke nicht als gesichert linksextrem?
Weil das leeres nichtssagendes Geplapper wäre.
Die sichernd linken Medien würden es als besonders wertvoll einordnen. Wenn das gesichert menschenfreundlich heißt, bin ich gern gesichert linksextrem, würde die nächstlinkste Politikerin sozialnetzwerken.
Die Sprachkonstruktion „gesichert irgendwasextrem“ ist keine für sich stehende Aussage mit Informationsgehalt, sie steht in einem Denunziationszusammenhang. Wie wir hier immer bei Sprachuntersuchungen festhalten, kommt es auf die Dramaturgie an, wer sagt was wem mit welchen Machtmitteln.
Wer jetzt ankommen wollte mit der von dem gewünschten Ansage, wobei der ja nur gefragt hat, wäre unmittelbar selbst zum Problemfall gemacht, einer, der den Falschen nützt, indem er den Richtigen schadet. Wenn er ganz viel Glück hat, ist er nur umstritten und seine Forderung wird zerredet.
Das sind die Verhältnisse. Auf die kommt es an. Nicht auf Bezeichnungen.
Weil das leeres nichtssagendes Geplapper wäre.
Die sichernd linken Medien würden es als besonders wertvoll einordnen. Wenn das gesichert menschenfreundlich heißt, bin ich gern gesichert linksextrem, würde die nächstlinkste Politikerin sozialnetzwerken.
Die Sprachkonstruktion „gesichert irgendwasextrem“ ist keine für sich stehende Aussage mit Informationsgehalt, sie steht in einem Denunziationszusammenhang. Wie wir hier immer bei Sprachuntersuchungen festhalten, kommt es auf die Dramaturgie an, wer sagt was wem mit welchen Machtmitteln.
Wer jetzt ankommen wollte mit der von dem gewünschten Ansage, wobei der ja nur gefragt hat, wäre unmittelbar selbst zum Problemfall gemacht, einer, der den Falschen nützt, indem er den Richtigen schadet. Wenn er ganz viel Glück hat, ist er nur umstritten und seine Forderung wird zerredet.
Das sind die Verhältnisse. Auf die kommt es an. Nicht auf Bezeichnungen.
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Sonntag, 25. Oktober 2026
Redebedarf
tagesschauder, 10:10h
Guckt man die neuen Medien und Plattformen an, was wir nun auch nicht mit vollständigem Überblick tun können, fällt auf, da ist weniger Text, ganz viel Video und viel Talk-Format.
Es ist ja auch komfortabel, wieviel Speicherplatz gebaut wird und welche Unmengen von Daten übertragen werden und mit was für geringem Aufwand und kleinen Dingern man Fernseh- Äquivalent machen kann.
Was man vielleicht nicht erwartet hätte, ist, dass es eine wachsende Zahl von langen Talk-Sendungen gibt, mehrstündige Gespräche, und die haben Erfolg beim Zuschauer. Im Fernsehen sind die Talksendungen Billigproduktionen und kaum mehr erträglich, aber nur an der Machbarkeit kann es nicht liegen, dass die Netzproduktionen beliebt sind, sie sind eben besser. Im Fernsehen könnte es eine zwei- oder dreistündige Sendung kaum geben, auf welchem Sendeplatz denn. Das Fernsehen könnte aber auch für die Mediathek produzieren, aber an diesem Gedanken merkt man schon, will man das wirklich, könnte das was taugen? Erwartet man nicht.
Funktionieren könnte, man lässt die Gäste von Maybritt Illner nach der Ausstrahlung weiterreden und stellt das dann ins Netz, auch dieser Gedanke zeigt das grundsätzliche Problem: Die Talksendungen im Fernsehen sind dazu da, etwas nicht zu sagen.
Sie erzeugen den Redebedarf, den zu bedienen sie vortäuschen.
Es ist ja auch komfortabel, wieviel Speicherplatz gebaut wird und welche Unmengen von Daten übertragen werden und mit was für geringem Aufwand und kleinen Dingern man Fernseh- Äquivalent machen kann.
Was man vielleicht nicht erwartet hätte, ist, dass es eine wachsende Zahl von langen Talk-Sendungen gibt, mehrstündige Gespräche, und die haben Erfolg beim Zuschauer. Im Fernsehen sind die Talksendungen Billigproduktionen und kaum mehr erträglich, aber nur an der Machbarkeit kann es nicht liegen, dass die Netzproduktionen beliebt sind, sie sind eben besser. Im Fernsehen könnte es eine zwei- oder dreistündige Sendung kaum geben, auf welchem Sendeplatz denn. Das Fernsehen könnte aber auch für die Mediathek produzieren, aber an diesem Gedanken merkt man schon, will man das wirklich, könnte das was taugen? Erwartet man nicht.
Funktionieren könnte, man lässt die Gäste von Maybritt Illner nach der Ausstrahlung weiterreden und stellt das dann ins Netz, auch dieser Gedanke zeigt das grundsätzliche Problem: Die Talksendungen im Fernsehen sind dazu da, etwas nicht zu sagen.
Sie erzeugen den Redebedarf, den zu bedienen sie vortäuschen.
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Samstag, 24. Oktober 2026
Ersparte Überflüssigkeit
tagesschauder, 10:56h
Wir haben keine Ahnung, um was es geht und wie es dazu kam, einem Redakteur der Frankfurter Allgemeinen hat die Ostdeutsche Allgemeine (Offenlegung: die hat einen guten Cartoonisten) angeboten, eine ganze Seite für ihn unbearbeitet zu überlassen. Mehr offener Dialog auf Augenhöhe und Bereitschaft zum Austausch ist kaum vorstellbar in dieser Branche.
Aber der will nicht und bekundet, sich lieber einen Arm abzuschneiden.
Der Wert des Argumentes einer Selbstverstümmelung liegt bei Null.
Die gesamte Ausdruckskraft dürfte kaum darüber liegen.
Es ist reiner Tribalismus, Stammesdenken, nur eben bezogen auf die politideologische Gemeinschaft, die sich immer wieder selbst bestätigen muss, um zu existieren. Der mentale Zustand ist: Es darf nichts anderes geben, aber zugleich muss es etwas anderes geben als Feindbild und für die Gefahr eines Ausschlusses.
Der wäre der, der bei den anderen geschrieben hat. Was und wie, völlig egal.
Mit Sicherheit lässt sich sagen: es wäre überflüssig gewesen.
Aber der will nicht und bekundet, sich lieber einen Arm abzuschneiden.
Der Wert des Argumentes einer Selbstverstümmelung liegt bei Null.
Die gesamte Ausdruckskraft dürfte kaum darüber liegen.
Es ist reiner Tribalismus, Stammesdenken, nur eben bezogen auf die politideologische Gemeinschaft, die sich immer wieder selbst bestätigen muss, um zu existieren. Der mentale Zustand ist: Es darf nichts anderes geben, aber zugleich muss es etwas anderes geben als Feindbild und für die Gefahr eines Ausschlusses.
Der wäre der, der bei den anderen geschrieben hat. Was und wie, völlig egal.
Mit Sicherheit lässt sich sagen: es wäre überflüssig gewesen.
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Freitag, 23. Oktober 2026
Keine Unterwanderung des Strukturellen
tagesschauder, 11:15h
Landesverbände der Linkspartei haben ausgegeben, sie sind nicht von Antisemiten unterwandert, das ist eine Kampagne der CDU, und Neubewerber sind für eine Frist Probemitglieder und werden in der Zeit auch auf so was geprüft.
Na da geht's ja.
Ganz bestimmt kreuzen die Parteikandidaten bei „Ich bin gegen jede Form von Antisemitismus, Rassismus und Queerfeindlichkeit“ Ja an. Und niemand kommt mit dem gelben Aufnäher „ungeimpft“ in die Parteiversammlung.
Der propagandataktische Trick ist hier die Umlenkung des Fokusses auf eine mögliche individuelle Einzelerscheinung. Das, was die Partei unter Antisemitismus subsumiert, wird nicht vorkommen, zumindest nichts, was nicht schnell umgedeutet werden könnte.
Die Parteipolitik und die realen Wirkungen, die kommen da gar nicht vor, die wird auch nicht so bezeichnet, wie sie ist. Journalisten sind auch nicht dafür zuständig nachzufragen.
Na da geht's ja.
Ganz bestimmt kreuzen die Parteikandidaten bei „Ich bin gegen jede Form von Antisemitismus, Rassismus und Queerfeindlichkeit“ Ja an. Und niemand kommt mit dem gelben Aufnäher „ungeimpft“ in die Parteiversammlung.
Der propagandataktische Trick ist hier die Umlenkung des Fokusses auf eine mögliche individuelle Einzelerscheinung. Das, was die Partei unter Antisemitismus subsumiert, wird nicht vorkommen, zumindest nichts, was nicht schnell umgedeutet werden könnte.
Die Parteipolitik und die realen Wirkungen, die kommen da gar nicht vor, die wird auch nicht so bezeichnet, wie sie ist. Journalisten sind auch nicht dafür zuständig nachzufragen.
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Donnerstag, 22. Oktober 2026
Drei Sachen zur Notiz
tagesschauder, 11:08h
Der Intendant des HR und ARD-Vorsteher hat bekundet, man sei bei Migration zu unkritisch gewesen.
Und?
Nun hat er's halt gesagt.
Zu unkritisch gehetzt gegen die, die nicht unkritisch waren, man könnte es ja aufarbeiten, aber das ist gewiss nicht der Sendeauftrag.
Karolin Kebekus sagt laut Infoteil des Mail-Dienstes, wer nicht mitgemacht hat, war draußen. Wir haben es nicht gelesen und wissen nicht, worauf es sich bezieht. Es bezieht sich höchstwahrscheinlich nicht auf Corona oder Gesichtzeigen oder Großtanten gegen steuerbord.
Das übelste im Kulturradio, abendliche Sendung von MDR-Kultur, Bayern2 und Bremen, irische Folk-Klänge erklingen, darauf der Text „From the River to the Sea“ in Schleife. Die Verbindung von Irland zu Palästina sei mit der Musik solidarisch ausgedrückt, heißt es. Die Sängerin sagt, sie lasse bewusst offen, wie es weitergeht, das könne sich jeder selbst denken, zuvor heiße es ja, wir singen alle, und sie wolle das innere Feuer freisetzen. Schöner klang „Feuer frei“ noch nie, und „weg mit Israel!“ denken sich alle selber.
Vielleicht spielen demnächst unsere protestierenden Schüler diesen irischen Folk-Song dazu.
Und?
Nun hat er's halt gesagt.
Zu unkritisch gehetzt gegen die, die nicht unkritisch waren, man könnte es ja aufarbeiten, aber das ist gewiss nicht der Sendeauftrag.
Karolin Kebekus sagt laut Infoteil des Mail-Dienstes, wer nicht mitgemacht hat, war draußen. Wir haben es nicht gelesen und wissen nicht, worauf es sich bezieht. Es bezieht sich höchstwahrscheinlich nicht auf Corona oder Gesichtzeigen oder Großtanten gegen steuerbord.
Das übelste im Kulturradio, abendliche Sendung von MDR-Kultur, Bayern2 und Bremen, irische Folk-Klänge erklingen, darauf der Text „From the River to the Sea“ in Schleife. Die Verbindung von Irland zu Palästina sei mit der Musik solidarisch ausgedrückt, heißt es. Die Sängerin sagt, sie lasse bewusst offen, wie es weitergeht, das könne sich jeder selbst denken, zuvor heiße es ja, wir singen alle, und sie wolle das innere Feuer freisetzen. Schöner klang „Feuer frei“ noch nie, und „weg mit Israel!“ denken sich alle selber.
Vielleicht spielen demnächst unsere protestierenden Schüler diesen irischen Folk-Song dazu.
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Mittwoch, 21. Oktober 2026
Verzögerungsmotivation
tagesschauder, 10:55h
Man kann schon mal grundsätzliche Überlegungen anstellen darüber, ob eine Zivilisation, die untergeht, weil ihre Eliten dies so bewirken und die Bevölkerung sich anlügen lässt, ein sozusagen natürliches Ende nimmt. Fördermittel für die Zivilisation können nicht von außerhalb kommen, die Dekadenz ist angelegt, also sollte man kein Bedauern aufbringen.
Vertretbar und verständlich.
Solange man darüber nachdenken kann und zu diesem Befund kommt, ist man Teil dieser Zivilisation, man hält sich in dem Raum auf, den sie gewährt. Nach dem Untergang gibt es solche Erwägungen nicht.
Wer das Ende der Zivilisation als verdient erachtet, sollte gerade darum noch etwas dafür tun, es hinauszuzögern.
Vertretbar und verständlich.
Solange man darüber nachdenken kann und zu diesem Befund kommt, ist man Teil dieser Zivilisation, man hält sich in dem Raum auf, den sie gewährt. Nach dem Untergang gibt es solche Erwägungen nicht.
Wer das Ende der Zivilisation als verdient erachtet, sollte gerade darum noch etwas dafür tun, es hinauszuzögern.
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Dienstag, 20. Oktober 2026
Herrschendes Elend
tagesschauder, 10:42h
Eine der niedrigsten und korrumpiertesten Ansagen zu Frankreich ist die eines ÖRR-sinnigen, das sei ja, was am französischen Nationalfeiertag gefeiert werde, französische Revolution, damals gab es auch Plünderungen und Proteste gegen soziale Missstände.
Findet man eine Begründung, hat man ein Argument. Und Geburt einer Nation gefällt dem.
Historische Vergleiche gehen immer, weil sie keiner mehr nachvollziehen kann.
Er sagt aber damit etwas, woran er gar nicht dachte. Man darf ja nicht Neu-Versailles sagen als Metapher für die abgehobene politische Klasse. Aber das impliziert er notwendig, die Unteren demonstrieren gegen Versailles, anders gibt es keinen neuen Nationalfeiertag und keine neue Revolution.
Darauf kommt es inzwischen nun auch nicht mehr an. Das entbindet uns nicht von der Aufgabe festzuhalten, was für ein intellektuelles Elend herrscht.
Findet man eine Begründung, hat man ein Argument. Und Geburt einer Nation gefällt dem.
Historische Vergleiche gehen immer, weil sie keiner mehr nachvollziehen kann.
Er sagt aber damit etwas, woran er gar nicht dachte. Man darf ja nicht Neu-Versailles sagen als Metapher für die abgehobene politische Klasse. Aber das impliziert er notwendig, die Unteren demonstrieren gegen Versailles, anders gibt es keinen neuen Nationalfeiertag und keine neue Revolution.
Darauf kommt es inzwischen nun auch nicht mehr an. Das entbindet uns nicht von der Aufgabe festzuhalten, was für ein intellektuelles Elend herrscht.
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Montag, 19. Oktober 2026
Weg in die Ruhe
tagesschauder, 11:41h
An Frankreich und jetzt auch Mailand kann man erkennen oder die Erwartung vermuten, dass es nicht möglich ist, einfach wieder normal zu werden. Wenn in Berlin oder Baden-Württemberg so was losbräche, was wäre dann politisch los?
Vielleicht haben wir es ja sogar schon. Allein dank der neuen Medien können wir sagen: dann wüssten wir davon.
Gut, wir werden davon wissen, die Einordnungen in den relevanten gleichgeströmten Medien werden ähnliche sein wie bisher. Ein paar kritische Anmerkungen zur Gerechtigkeitslücke, die man nicht so weit hätte klaffen lassen dürfen. Das ist, was geschehen wird.
Selbstverständlich wird es einen Ausweg in die Ruhe geben. Je nachdem, ob man ihn befürwortet oder nicht, heißt er im weitesten Sinne Kalifat.
Wie kommen wir auf solche düsterbunten Visionen? Aus ökonomischen Erwägungen. Der Staat muss an die Substanz kommen, Linke brauchen die Zerstörung, um Zugriff auf den Bestand zu erlangen. Die Medien werden dafür bezahlt, Begleittext zu liefern.
Froh sein kann, wer schon alt genug ist, um sich nicht mehr fügen zu müssen.
Vielleicht haben wir es ja sogar schon. Allein dank der neuen Medien können wir sagen: dann wüssten wir davon.
Gut, wir werden davon wissen, die Einordnungen in den relevanten gleichgeströmten Medien werden ähnliche sein wie bisher. Ein paar kritische Anmerkungen zur Gerechtigkeitslücke, die man nicht so weit hätte klaffen lassen dürfen. Das ist, was geschehen wird.
Selbstverständlich wird es einen Ausweg in die Ruhe geben. Je nachdem, ob man ihn befürwortet oder nicht, heißt er im weitesten Sinne Kalifat.
Wie kommen wir auf solche düsterbunten Visionen? Aus ökonomischen Erwägungen. Der Staat muss an die Substanz kommen, Linke brauchen die Zerstörung, um Zugriff auf den Bestand zu erlangen. Die Medien werden dafür bezahlt, Begleittext zu liefern.
Froh sein kann, wer schon alt genug ist, um sich nicht mehr fügen zu müssen.
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Sonntag, 18. Oktober 2026
Wessi Kinski
tagesschauder, 11:04h
Zwei Stichtagskalenderblätter in den Radioprogrammen zu hundert Jahren Klaus Kinski, die Einordnungen nicht zu beanstanden. Im DLF ein paar Sekunden mehr dazu, dass das Nachkriegsdeutschland, das bundesdeutsche, Provokation und Aufregung wollte.
In der Tat ist das Westkram, so wie Heiner Müller Ostkram war, das Werk von Heiner Müller kann ohne DDR-Bezug gar nicht von Belang sein.
Bei Kinski fällt der Befund noch etwas platter aus; Werner Herzog wird zitiert, er habe eben die Kinobilder nur von ihm kriegen können. Ja nun, der war auch Westkram. Fitzceraldo ist auch nicht mehr, als wenn Schlingensief mit Behinderten arbeitet, natürlich stärker in den Bildern und genauer gearbeitet. Aber aus einiger Distanz nur noch Parodiematerial.
Lässt sich daraus etwas lernen?
Gelangweilte Westdeutsche, die durchgerüttelt werden wollen und die Probleme der Welt mitbekommen möchten, sind hinnehmbar, solange sie verrückte Künstler hervorbringen. Aber bei haltungsgetriebener Politik und ideologisiertem Medienbetrieb wird es gemeingefährlich.
In der Tat ist das Westkram, so wie Heiner Müller Ostkram war, das Werk von Heiner Müller kann ohne DDR-Bezug gar nicht von Belang sein.
Bei Kinski fällt der Befund noch etwas platter aus; Werner Herzog wird zitiert, er habe eben die Kinobilder nur von ihm kriegen können. Ja nun, der war auch Westkram. Fitzceraldo ist auch nicht mehr, als wenn Schlingensief mit Behinderten arbeitet, natürlich stärker in den Bildern und genauer gearbeitet. Aber aus einiger Distanz nur noch Parodiematerial.
Lässt sich daraus etwas lernen?
Gelangweilte Westdeutsche, die durchgerüttelt werden wollen und die Probleme der Welt mitbekommen möchten, sind hinnehmbar, solange sie verrückte Künstler hervorbringen. Aber bei haltungsgetriebener Politik und ideologisiertem Medienbetrieb wird es gemeingefährlich.
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Samstag, 17. Oktober 2026
Sprache des Grünen Reiches: „Wut eskaliert“
tagesschauder, 14:24h
Was wie Lust an Gewalt und Zerstörung aussieht, soll etwas ganz anders sein; Wut, die eskaliert, wäre etwas anderes. Sie würde allerdings auch anders aussehen.
Forderungen und Verhandlungen, fehlende Zugeständnisse, so etwas könnte zunächst zu innerer Wut führen und dann, mit einem Auslöser, zu Gewalt, von der sich dann die politischen Führer zu distanzieren bemühen.
So kennen wir es aus der Zeit der Zivilisation.
Wenn es um Macht geht, läuft es anders; das Machthaben erscheint den Machtergreifern als der ihnen gemäße Zustand, der, so er nicht besteht, mit allen Mitteln zu erlangen ist. Die Gewalttätigkeit wird womöglich ausgeblendet und verleugnet, um nicht zu verstören. Leichter zu erringen ist die Deutungsmacht, mit ihr erteilt man sich ein Mandat, weil es um das Gute, Bessere und Beste geht und die anderen, die Gegner und Feinde, die Schlechten sind.
Die Ideologisierung ist abstrahiert von der Gewalttätigkeit, darum gibt sich die Gewalt selbst als sinnlos zu erkennen, sie könnte gar keinen Kausalzusammenhang aufweisen als ein geeignetes Mittel, die vorgespiegelten Ziele zu erreichen, oder als Folge der Situation.
Aus diesem Grund bleibt nur die Kategorie Wut, die behauptet wird als der Eskalation vorangehend.
Weiter ist da nichts.
Forderungen und Verhandlungen, fehlende Zugeständnisse, so etwas könnte zunächst zu innerer Wut führen und dann, mit einem Auslöser, zu Gewalt, von der sich dann die politischen Führer zu distanzieren bemühen.
So kennen wir es aus der Zeit der Zivilisation.
Wenn es um Macht geht, läuft es anders; das Machthaben erscheint den Machtergreifern als der ihnen gemäße Zustand, der, so er nicht besteht, mit allen Mitteln zu erlangen ist. Die Gewalttätigkeit wird womöglich ausgeblendet und verleugnet, um nicht zu verstören. Leichter zu erringen ist die Deutungsmacht, mit ihr erteilt man sich ein Mandat, weil es um das Gute, Bessere und Beste geht und die anderen, die Gegner und Feinde, die Schlechten sind.
Die Ideologisierung ist abstrahiert von der Gewalttätigkeit, darum gibt sich die Gewalt selbst als sinnlos zu erkennen, sie könnte gar keinen Kausalzusammenhang aufweisen als ein geeignetes Mittel, die vorgespiegelten Ziele zu erreichen, oder als Folge der Situation.
Aus diesem Grund bleibt nur die Kategorie Wut, die behauptet wird als der Eskalation vorangehend.
Weiter ist da nichts.
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Freitag, 16. Oktober 2026
Sogar Billigmut wird teurer
tagesschauder, 11:04h
Gratismut oder Billigmut, die konforme Haltungszeigeattitüde, wird oft belächelt eben wegen der Risikolosigkeit derjenigen, die sich dafür feiern. Diese Mentalität gründet sich auf zwei konstituierende Elemente.
Für diese Leute ist es wirklich mutig. Sie halten sich nicht nur für besser als die Projektionsschlechten, sie empfinden eine Verteidigungslage, weil sie keine kennen, sie sind kollektiviert und wären zu echtem Mut gar nicht fähig, darum tritt der Ersatz an diese Stelle und gibt das Gefühl, die Leere wäre gefüllt. Das fühlt sich an wie echter Mut.
Das zweite nennen wir mal die Segmentierung der Bereiche, wie das Beispiel der Bielefelder Apothekerin zeigt. Sie hat nicht nur die Folgen nicht abgeschätzt, wobei es nicht einmal Folgen sind, sondern exakt das Gewünschte, wenn die Kunden, die sie nicht will, wegbleiben. Es sind für sie einfach zwei verschiedene Denkbereiche, die nicht verschränkt sind. Sie wird bei eingelösten Rezepten nie gedacht haben, das könnten falsche Patienten sein, und sie denkt bei dem Ausschluss der Falschen nicht, das könnten Kunden sein. Die Haltung beruht auf Ausblenden, immer und auch hier.
Wir haben es gar nicht mit einer Vermengung der Bereiche oder Politisierung zu tun, sondern mit Separierung innerhalb der Denkwelten.
Hier hat mal eine ihren Gratismut bezahlt.
Wollte sie ja.
Für diese Leute ist es wirklich mutig. Sie halten sich nicht nur für besser als die Projektionsschlechten, sie empfinden eine Verteidigungslage, weil sie keine kennen, sie sind kollektiviert und wären zu echtem Mut gar nicht fähig, darum tritt der Ersatz an diese Stelle und gibt das Gefühl, die Leere wäre gefüllt. Das fühlt sich an wie echter Mut.
Das zweite nennen wir mal die Segmentierung der Bereiche, wie das Beispiel der Bielefelder Apothekerin zeigt. Sie hat nicht nur die Folgen nicht abgeschätzt, wobei es nicht einmal Folgen sind, sondern exakt das Gewünschte, wenn die Kunden, die sie nicht will, wegbleiben. Es sind für sie einfach zwei verschiedene Denkbereiche, die nicht verschränkt sind. Sie wird bei eingelösten Rezepten nie gedacht haben, das könnten falsche Patienten sein, und sie denkt bei dem Ausschluss der Falschen nicht, das könnten Kunden sein. Die Haltung beruht auf Ausblenden, immer und auch hier.
Wir haben es gar nicht mit einer Vermengung der Bereiche oder Politisierung zu tun, sondern mit Separierung innerhalb der Denkwelten.
Hier hat mal eine ihren Gratismut bezahlt.
Wollte sie ja.
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