Sonntag, 19. November 2017
Es bewegt sich was
Der Stern schimpft:
"UMSTRITTENER PROFESSOR
"Faschistischer Juristennachwuchs" - so werden Studenten nach ihrem Protest beschimpft
Sie bekommen für ihre Aktion nicht nur Zustimmung: Studenten der Universität Leipzig haben gegen den umstrittenen Professor Rauscher protestiert, der via Twitter Rassismus verbreitet hat. Auf Facebook werden sie dafür übel beschimpft.“

Das ist die übliche Sternhetze, aber doch bemerkenswert im Detail: „Sie bekommen für ihre Aktion nicht nur Zustimmung“ – dafür macht man es ja. Sinkt die Zustimmung, sinkt das Motiv oder die vermeintliche Legitimation. Das bewirkt zwar, dass die noch extremeren Tätlinge die Lücke füllen, worauf es hier aber ankommt, ist, dass das Medium Stern die komplette Bestätigung versagen muss. Es sind natürlich immer noch die ganz Schlimmen, die den ganz schlimmen Professor gegen die Gutaktvilinge in schlimmen Schutz nehmen, aber die Gutaktivixe haben nicht mehr die Illusion, den einzigen wahren Mainstream zu repräsentieren, und das Medium auch nicht. Totales Feiern der Faschixe geht nicht mehr.
Vorläufig.

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Samstag, 18. November 2017
Historische Verantwortung in der Rechtsprechung
Na was, jetzt ist der Aufreger, dass eine arabische Fluglinie keine Juden befördert, aber es war ja wohl unser Oberverwaltungsgericht, das dies für berechtigt geurteilt hat. Wie wäre es, die Aufregung auf das Gericht zu lenken, die Rechtsprechung oder eben die Gesetzeslage? Wir sind die großen Antidiskriminierer, aber unser Gericht lässt es zu, dass der Jude draußenbleibt.

Die geschichtliche Verantwortung kann sich wohl auch auf die Zukunft richten.

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Freitag, 17. November 2017
Grünsondierung
Jetzt wäre nur mal zu fragen, ob den Wählern und Anhängern der Grünen der Familiennachzug wirklich so wichtig ist wie den grünen Sondierungsverhandlern. Die wollen den absolut, die wollen noch mehr Menschen geschenkt kriegen – so schön das für diese Menschen ist und es sind ja nicht alle so, aber gerade Ökologen müssten verstehen, dass etwas, das vielleicht schön und nett ist, in der Masse ein existenzielles Problem werden kann; wir alle atmen und dürfen das, aber in der Masse ruinieren wir damit das Klima. Als Mandatsträger des gesamten Volkes sehen sich Claudi und Katrin sowieso nicht, meinen sie, die Anliegen ihrer Wählerixe zu vertreten, und wenn ja, trifft das zu? Interessiert sie das überhaupt, hat die Presse diesbezüglich Kenntnis oder nur die eigene grüne Ideologie?
Es wäre schon im Interesse des Gemeinwesens zu erfahren, für wen Katrin und Claudi arbeiten.

Martin Schulz gab eine Pressekonferenz und sagte, wenn die es nicht hinkriegen, müssen die Wähler entscheiden. Da weiß man wenigstens, für wen er auftritt; für sich, denn der Kampf gegen äußere Gegner festigt seine Position.

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Donnerstag, 16. November 2017
Zeitverschwendung
Das Mieseste zur Hijab-Barbie kam von zeit-online:

„Mit Säbel und Kopftuch
Die Spielzeugpuppe trug lange fast ausschließlich: Minirock, Bikini, Hotpants oder Feenkleid. Jetzt emanzipiert sie sich vom angestaubten Klischee.“

Da emanzipiert sich also die Spielzeugpuppe. Auf die Idee, dass die Spielzeugpuppe das nicht aus eigenem Willen gemacht haben könnte, kommt man nicht, den darf man gar nicht haben. Sonst könnte man ja fragen müssen, wie das bei den anderen Kopftuchmädchen läuft, aber da geht eben nur, dass sie das zu Identitätszwecken selber so wollen.

Zu so was kann man nur all das sagen, wofür man bei Facebook gesperrt würde.

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Mittwoch, 15. November 2017
Gesundheitsvorsorge im totalitären Subsystem
Historische Systemvergleiche stimmen selten, weil zum System jeweils noch mehr gehört als das, was man gerade vergleicht, so dass manches Relevante ausgeblendet wird.
Aber auf persönlicher Ebene sind es nur graduelle Unterschiede, etwa bei der Frage: Wie weit mache ich mit?
Auch wenn sich viele die Frage gar nicht erst stellen, das ist die entscheidende, und sie tritt nur in einem totalitären System in den Vordergrund.
Da nämlich ist die Frage „Mache ich beim Stürmer mit?“ nur graduell verschieden von „Mache ich bei der taz mit?“
Und es geht noch subtiler in die Selbstrechtfertigungen. Man versetze sich in die Lage etwa eines Karikaturisten, der ein Angebot vom Stürmer bekommt. Na Moment, das Angebot lautet, du brauchst keineswegs die bekannten antisemitischen Karikaturen zu machen, du kannst zeichnen, was du willst, wir sind offen. Das klingt jetzt erst einmal sehr hypothetisch, so war der Stürmer doch gar nicht -- ja, weil er es nicht nötig hatte. Aber so läuft es, es ist nicht abwegig, sich das konkret mit dem Stürmer vorzustellen. Und dann sagt man sich: „Na gut, ich kann einen Kontrast setzen, ich bin nicht nur nicht übel, sondern kann sogar den Antisemitismus satirisch hoppnehmen, es wäre falsch, das Angebot auszuschlagen.“ Oder man sagt opportunistisch: „Ich muss nehmen, was ich kriege, ich bin Dienstleister“, oder: „auf keinen Fall, ich würde den Stürmer unterstützen.“

Im Falle des Stürmers würden viele zum letzteren neigen, besonders wenn es eine abstrakte Entscheidung ist.

Aber wenn es zum Beispiel um eine gut besuchte Internetzeitung geht und Präsenz die harte Währung im Geschäft ist, wo man sich ins eigene Fleisch schneidet und es gar nichts bewirkt, wenn man die Mitarbeit einstellt, soll man es dann trotzdem machen?

Da es wie gesagt nur in totalitären Systemen und Subsystemen vorkommt, dass man vor einer solchen Frage steht, sollte man wohl, wenn man es mit dem Totalitarismus nicht so hat, hygienisch entscheiden.

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Dienstag, 14. November 2017
Die Medienkanzlerin
Man könnte sich doch eigentlich wundern, wieso die Kanzlerin, die prinzipienlos auf Energiewende geschwenkt ist, in der Bevölkerungspolitik unbeirrt weitermacht.

Das Merkelmodell wird zumeist als Machtmaschine beschrieben, zutreffend gewiss, wobei ihre Politikwechsel so interpretiert werden, als würde sie sich dem Zeitgeist anpassen. Dies trifft nicht so ganz zu, denn dabei wird übersehen, dass es die Medien selbst sind, die dieses Bild zeichnen. Kanzler Schröder galt als der telegene, Merkel die Kontrastpolitikerin dazu. Doch nur, weil sie keine mitreißende Art hat, heißt das nicht, dass sie nicht auf die Medienmacher einwirkt, nur eben nicht auf dem Bildschirm.
Sie hätte die Energiewende wegen Fukushima eingeleitet, so ist das Narrativ. Wir sollten nicht vergessen, dass sie es wegen der Wahl in Baden-Württemberg gemacht hat. Verkündet hat das am Wahlabend Westerwelle. Sie hat sich also gar nicht gewendet, sondern der Medienmeinung angepasst, nicht etwa dem Volkswillen.

So auch nun. Der Medienwille ist immer noch „Wir sind kein Volk!“ Das ist es, was Merkel praktiziert.

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