Montag, 7. Januar 2013
Jakobiner
Nochmal Augstein um Augstein, Jan Fleischhauer argumentiert geradezu links: Was, hier bei uns? So sehen wir uns aber nicht! Als antisemitisch wurden ja auch schon Twitter und Facebook gebrandstigmatisiert vom SWC, haha, die Vögel.
Martenstein guckt bei Brechts „Ich bin bei der Bücherverbrennung übergangen worden, verbrennt mich!“ ab. Nicht etwa ist Augstein genausowenig antisemitisch wie Martensteins Ich, sondern sein Ich ist dann eben auch antisemitisch, hat jemand ein Problem damit?
Soll niemand sagen, er hätte geschwiegen, als Augstein von denen abgeholt wurde.
Man darf von den Gesinnungsidealisten nicht zu viel erwarten, genauer gesagt nichts; wer was mit Medien macht, wäre von der Welt zu überrascht, als dass er sich mit Kausalzusammenhängen befassen möchte statt mit Wörtern, Begriffen und Inhalten.

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Donnerstag, 3. Januar 2013
Nachtrag
Die Behandlung des Themas Augstein, das zu einem Thema Wiesenthal umgedeutet wird, hätte aber auch das Propagandaministerium nicht viel besser als Judenverschwörung darstellen können. Nur etwas besser höchstens. Perlentaucher zitiert Christian Bommarius: "Es spricht für den deutschen Rechtsstaat, dass Henryk M. Broder bis heute frei herumläuft, aber es spricht gegen das Simon-Wiesenthal-Center, dass es den Lügen und Verleumdungen dieser trostlosen Witzfigur aufgesessen ist."
Rechtsstaat gegen gesundes Linksempfinden.
Das ist es, was schiefläuft in diesem Lande. Nicht, dass Christian Bommarius frei herumlaufen kann, sondern dass er überhaupt herumläuft.

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Montag, 26. November 2012
Was macht eigentlich Jakob Augstein?
In seiner aktuellen spiegel.de-Kolumne hat er wieder nicht einmal sich selbst übertroffen. Kritik an Israel als Antisemitismus hinzustellen, lenke vom echten Antisemitismus ab, verharmlose diesen geradezu und spiele den echten Antisemiten in die Hände, also den anderen. Auf Facebook habe ihn eine Beschimpfung erreicht des Inhalts, er sei eine antisemitsche Dreckschleuder und solle schön aufpassen, wenn er über die Straße geht.
Wer so bedroht wird, dass er als Bambi-Kandidat in Frage kommt, muss natürlich im Recht sein. Doch ist uns da etwas verheimlicht worden? Dass der Mossad Leute vor die Autos schubst, scheint demnach üblich zu sein, dennoch wird darüber kaum berichtet, ein Kartell aus Schweigen und Angst hat die Stadt im Würgegriff.
Was ist das, was Jakob „Augstein“ da macht?
Vordergründig differenziert er. Kann es nicht wirklich sein, dass Menschen, die Israel als Besatzungsmacht wähnen, so wenig Antisemiten sind wie solche, die für ein freies Tibet sind, Antichinesen? Aus zwei Gründen nicht, die so augenfällig sind, dass man sich kaum traut, sie anzubringen. Weil, erstens, das, was diese Leute fordern, nichts weniger als die Auslöschung Israels bedeutet, und das stelle man sich mal vor und behaupte, das wären keine Vernichtungsphantasie gegen Juden, und weil, zweitens, diese Leute nicht davon abzubringen sind, den Beginn des Unrechts, den Ursprung des Konflikts bei den Juden anzusetzen. Die Differenzierung endet hier. Das geht nicht ohne eine antisemitisch zu nennende Grundhaltung.
Was „Augstein“ betreibt, ist aber mehr, er setzt sich an die Spitze oder, in der Terminologie des demokratischen Zentralismus, an die Schaltstelle dieses Milieus. Er tut dasselbe wie Jörg Haider, als er den alten Nazis Anstand bescheinigte, nicht weil er sie achtete, sondern weil er sie brauchte. „Augstein“ braucht dieses Untervolk, damit es ihm seine Zeitung abkauft. Er wirtschaftet.

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