Sonntag, 8. März 2026
Singgut
Wieder was im Kulturradio erfahren, die Evangelische Kirche gibt eine neue offizielle Liedersammlung heraus und prüft demzufolge, welche Lieder nicht mehr gehen oder etwas verbessert werden müssen, patriarchale Dinge und so.
Der Beitrag steigert sich allmählich. Zuerst ein Lied von einem Pfarrer, der wegen kirchenüblicher Verfehlungen belastet ist und man möchte niemanden von den Opfern damit konfrontieren, jetzt sein Lied zu singen. Gut, das ist mitgedacht und mitgefühlt.
Dann heißt es irgendwo Brüder, daraus macht man Schwestern und Brüder, und ein fortschrittlicher Song aus den Siebzigern ist nicht mehr durchweg fortschrittlich, weil Freiheit für alle Menschen, Völker, Rassen besungen wird. Der Aufreger wird gemäßigt.
Aber dann auch die religionstypischen Formulierungen mit Herr und Vater, das wird durchgegangen und der Prüfung unterzogen.

Wenn man den Herrn oder Vater patriarchal interpretiert, übergeht man nicht nur die spirituelle Bedeutung, sondern auch ganz praktisch, dass es da um das eigene Gewissen geht. Das wird verstaatlicht.

Und die Lieder vorzuschreiben, autoritärer geht es ja wohl nicht. Die Gemeinde wäre groß genug, also nicht zahlenmäßig, erwachsen genug, um zu sagen, was sie nicht singen mag.
Aber wenn es so losginge, dann lassen die sich vielleicht auch keine anderen Vorschriften machen.

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