Samstag, 12. September 2026
Etwas ist etwas anderes
Wenn der Kanzler den Vorwurf formuliert, Remigration bedeute ethnische Säuberungen, dann hält man das für eine weitere Übertreibung, die zugleich eine Verharmlosung des herangezogenen Begriffs bedeutet. Strafbar wird es eher nicht sein als Zuspitzung in der politischen Auseinandersetzung.
Der Kanzler übernimmt aber eine rhetorische Methode, die unwürdig ist, obschon linksnormativ alltäglich: irgendetwas ist irgendetwas anderes. Das ist -istisch! Das ist -lichkeit!
Feststellung und Wertung verschmolzen, der Ausspruch ist Beweis. Eine Entgegnung ist kaum sinnvoll möglich, sie müsste in mehrere Richtungen zugleich argumentieren und wäre deshalb schwach.
Darum ist diese rhetorische Figur gar keine Aussage im logischen Sinne, wahr oder falsch oder ein bisschen von beidem, sondern ein Mittel, eine Machtposition zu zeigen und zu reproduzieren.
Keine besonders gute; die benutzen nur solche, die es nötig haben.

... link (0 Kommentare)   ... comment