Sonntag, 3. Mai 2026
Gealterte Jugend
Ein soeben gehabter Schreckmoment: Ralf Schuler sagt im Weltwoche-Gespräch, Hendrik Wüst war in der Jungen Union ein Konservativer.
Was die Politik mit dem Menschen anrichtet.
Früher waren die Jungen in der Jugend links bis revolutionär und im Alter gemäßigt normal, gängigerweise. Jetzt rebellieren sie als konservativ und schleifen sich ab zu linksgrün.
Die Junge Gruppe der Union im Bundestag hat es schon eingeleitet, wie wir uns erinnern.
Dies heißt aber auch, dass die Politik nur noch heißt, sich in die Übermacht einzupassen. Der Zeitgeist wird von der Infokratie vorgegaukelt, man fügt sich oder ist draußen.
Darum kann es nicht funktionieren beziehungsweise nicht geschehen, dass man, wie es auch Ralf Schuler in dem Gespräch einfordert, sich zusammensetzt und beide Seiten einander zuhören. Aus Sicht von Linksgrün gibt es keine andere Seite, die diskutabel wäre, jedes Gespräch wäre schon ein Zugeständnis und ein Machtverlust.
Ganz abgesehen davon, dass auf der sogenannten anderen Seite niemand mehr wüsste, was es zu sagen geben soll, oder es sehr schnell ausgeredet kriegt.

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Samstag, 2. Mai 2026
Spirale der Depression
Er redet, wie er es versteht, Merkelkanzleramtschef Altmaier sagt in oder laut Bild, die Situation war noch nie so irgendwas, weil es immer die Möglichkeit einer anderen Regierung gegeben hätte.
Diese Möglichkeit war immer schon sehr theoretisch, da wirkt das Bild nach, dass die FDP den Kanzler gewechselt hat vor 42 Jahren. Was der Altminister jetzt zum Ausdruck bringt, ist die interne Ratlosigkeit, die in die vermeintliche Situation projiziert wird. Die Lage ist so aussichtslos wie die innere Befindlichkeit. Man taugt nichts, also ist die Lage alternativlos.

Es geht jetzt und hier nicht um die Möglichkeiten, die nicht genutzt und nicht wahrgehabt werden, sondern um die Unfähigkeit, mit der Lage umzugehen, selbst wenn sie so wäre. Dann müsste man erst recht, aus CDU-Sicht, mit der SPD zu brauchbaren Kompromissen kommen, das erfordert halt politisches Geschick, das komplett abhandengekommen ist. Man kann gerade noch mitmachen, um geduldet zu werden, mehr auch nicht.
Die Spirale der Depression dreht sich weiter.

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Freitag, 1. Mai 2026
Prozessbeobachtung
Gab es im Kulturradio zu hören, es gibt am 30. April vielerorts die traditionellen Hexenprozesse. Wie ein Gerichtsprozess, alles, was im zurückliegenden Jahr schiefgelaufen ist, wird der Hexe angelastet, es endet mit dem Urteil Tod auf dem Scheiterhaufen.
Das Spektakel endet damit offenbar, jedenfalls wurde nichts darüber gesagt, wie die Verbrennung inszeniert wird.
Kabarettistisch das alles, klar, Vergnügung für das Bürgervolk.

Stand heute können wir dafür garantieren, dass es ein ironisches Theaterspiel ist, niemand nimmt es ernst und schon gar nicht wird der Hexe echt die Schuld für alles gegeben.

Heute sind wir aber auch so weit, dass wir fragen müssen: Wie lange noch?
Wir hatten den Theaterprozess gegen die Gegenpartei, das Theaternachspiel des Geheimtreffens, da wird schon kaum mehr unterschieden zwischen dargestellter Figur und Akteur. In ein paar Jahren wird von einem Eklat zu hören sein, weil Großtanten gegen steuerbord gegen die Aussagen der Hexe Gesicht zeigen.
Man wird eine Hexendarstellerin zwangsverpflichten und die repräsentativ ausgewählten Jurymitglieder urteilen lassen.
Sie wird Glück haben, wenn der Ausstieg aus dem Feuer schon umgesetzt wurde.

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Donnerstag, 30. April 2026
Vorteilsanschein
Da gibt es ein Internet-Meme, wenn Germany den WW II gewonnen hätte: Bild in der U-Bahn, normale Leute lesen Zeitung und gucken aufs Tablet und Irina Zarutska sitzt unbehelligt auf ihrem Platz.
Verdammt; der Schreck ist mehrfach und berechtigt, als Kunst und Satire. In echt wäre es natürlich so nicht, wenn die Geschichte alternativ verlaufen wäre. Die U-Bahn wäre möglicherweise in dem abgebildeten Zustand, die Leute würden aber in eher sowjetischen bis nordkoreanischen Bekleidungen da sitzen und Zeitungen lesen, die nicht lesbar wären, Entsprechendes wäre mit dem Stoff im Tablet oder Handy. Indes, Irina würde überleben, wenn sie es bis in die U-Bahn geschafft hat und nicht zum BDM-Einsatz oder Lebensborn abgestellt wäre.

Wir sind einfach so weit heruntergekommen, dass wir alles, was noch einen Rest von Zivilisation verspricht, für einen Vorteil halten.

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Mittwoch, 29. April 2026
Antiheld
Der da das Attentat versucht hat beim Pressedinner, was dachte der sich eigentlich? Also, was glaubte er, was passiert? Der muss doch davon ausgegangen sein, dass er die Folgen nicht miterlebt?

Spieltheoretisch eine nicht gewinnbare Situation.
Vielleicht hat er in seinem Manifest was dazu gesagt, egal, er muss diese Möglichkeit angesehen haben als eine, die genutzt werden muss, um als Held gefeiert zu werden.
Ganz sicher hätte das geklappt bei einem größeren Erfolg.

Das ist auch ein Unterschied, der das Bild von der Polarisierung oder von den Seiten eines Spektrums widerlegt. Es geht um Macht, nicht nur um Symbolfiguren, und in einem gegenteiligen Fall, beispielsweise Angriff auf Obama oder Biden, hätte niemand gefeiert. Es gibt kein Unterstützermilieu. Ein solches muss herbeipahntasiert werden.
Was auch geschieht. Und das gibt dann wieder die Legitimation und mehr Geld für den Kampf dagegen.

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Dienstag, 28. April 2026
Haltbar gemacht
Die Schauspieler in Arzt- oder Anwaltsserien werden, so hat man es immer mal erzählt, bei Begegnungen mit normalen Leuten nach fachlichen Ratschlägen gefragt, für die ist es gerade so, als träfen sie einen Arzt oder Anwalt, den sie kennen. Wie wir wissen, spielen die Schauspieler eine Figur und sagen Texte von Autoren, gelegentliche Fachkenntnisse sind zufällig.
Vielleicht muss man diese Parallele ziehen, wenn man fragt, warum die Berliner CDU nicht Kai Wegner auswechselt oder warum der in der Stromkrise nicht zur Stelle war. Warum sollten die, warum sollte er, was würde das ändern?
Kai Wegner hat den Wahlkämpfer dargestellt, jetzt stellt er den Regierenden Bürgermeister dar, schlecht, aber in der zugewiesenen Funktion. Wenn das Filmkrankenhaus brennt, behandelt auch nicht der Hauptdarsteller die Verletzten.

Von Interesse wäre am Wegner-Beispiel, wer das sein soll, der ihn auswechseln könnte oder ihn hält und warum. Vielleicht Leute, die wir kennen.

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Montag, 27. April 2026
Kampfkultur
Im Kulturradio, es waren möglicherweise die Zeitungsfeuilletons, es war so früh, thematisierte man, dass in Sachsen-Anhalt die Mehrheitspartei die Kulturpolitik ganz oben im Wahlprogramm stehen habe, die bei den anderen Parteien üblicherweise kurz vor Schluss komme.
Was dann auch erklärt, was aus der Kultur geworden ist, ein Förderbrei mit Kulturgequatsche. Die Profiteure haben nun Angst vor Streichungen und betreiben noch mehr Kulturgequatsche, etwa, dass bei einer Regierungsübernahme dann altertümliche überkommene Kultur wiederaufgestellt werde.

Die Regierungsübernahme wird es nicht geben, die Angst ist mal ganz nett.
Die Kulturförderfinanzierten könnten ja mal etwas bieten. Nicht nur Gequatsche, dass man, wie es im Radio kurz danach zu hören war, das Theaterfestival brauche, damit man mal herumkommt und sieht, welche Vielfalt bei den anderen stattfindet.

Die Kultur kann nicht mehr bis zu den Wahlen restauriert werden. Was geht, ist, gegen diejenigen vorzugehen, die die staatliche Kultur für unzulänglich halten.
Wir werden den Begriff Kulturleugner kennenlernen oder gleich Kulturfeinde.

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Sonntag, 26. April 2026
Spektralanalyse
Wie wir hier wiederkehrend darstellen, ist die Bedeutung von rechts nichts als entfernt von links, links ist Kampf gegen rechts, dieser Zirkelschluss ist ein linker, es gibt kein Spektrum, auf dem man sich verortet, auch kein rechtes Lager oder eine Neue Rechte, neue rechte was? Angst machen und Angst gemacht kriegen sind keine gegenüberliegenden Seiten des Angst-Spektrums, Macht und Unterordnung sind keine spiegelbildlichen Seiten, schon gar nicht formiert sich eine rechte Zivilgesellschaft.
Nur links wird geglaubt, auf der Gegenseite müsse es spiegelbildlich zugehen mit zum Beispiel Geldflüssen, die es auszuräuchern gelte, oder Extremen, die durch Scharniere mit dem gemäßigten Bereich in Zusammenhang ständen.
Die Begrifflichkeiten sind so gemacht, dass man sich nicht als liberal oder konservativ beschreiben kann, ohne die linken Prämissen zu übernehmen und reproduzieren. Rechts bleibt Schimpfwort, rechts ist die rechte Ecke, in die man doch bitte nicht gestellt werden möchte, nur weil man Probleme benennen will.

Nun haben wir doch einen Effekt zu beobachten, der zum Trend werden kann.
Manche sagen, noch halb sarkastisch, dann bin ich eben Nazi. Wenn die Nazis Leute waren, die eine Obergrenze für Asyl wollten oder die Grenzen kontrolliert haben oder Gewalt an Schulen unterbunden, dann eben.
Das ist eine Verweigerungshaltung gegenüber den linken Zuschreibungen.
Aber auch rechts wird neu gedeutet, infolge der linken Vorgabe, und wird zum Synonym für normal. Wenn das rechts ist, was spricht dann gegen rechts?
Wenn rechts ist, den Blödsinn nicht zu akzeptieren, dann ist rechts das neue normal und nicht der Punk. Genauer gesagt wäre normal dann rechts, in Konsequenz der linken Festlegungen.

Die begriffliche Systematik stimmt immer noch nicht, aber interessiert nicht mehr.
Das Linksnormative könnte an sich selbst verdorren.

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Samstag, 25. April 2026
Im Block
Da soll ein CDU-Mann in einem Untersuchungsausschuss einem von der Gegenpartei dessen Vergangenheit vorgehalten haben als Gegenargument oder Zeichen gegen dessen Befähigung, sich zum Thema zu äußern, Vergangenheit als Opfer von Kindesmissbrauch. Mehr wissen wir dazu nicht, und mehr muss man dazu nicht wissen.
Das ist die heutige Argumentationslinie in der bunten Informationsgesellschaft: wer darf. Wer darf nicht. Bestenfalls noch: warum darf wer nicht.
Das ist alles.
Die CDU ist bei den Mitmachern, da will sie sein, und deshalb bei den Mitdürfern. Sachlichkeiten machen verdächtig, die ständen neben dem Block.

So ist es aber auch bei der Mehrheit. Die weiß es vielleicht noch nicht, die meisten machen es mit.

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Freitag, 24. April 2026
Im Bann der Dämonen
Bei Markus Lanz soll ein '“Correctiv“-Mann gesagt haben, wegen der Dämonen des völkischen Denkens stimme die Geheimplan-Recherche doch.
Sinngemäß gesagt, aber Dämonen völkischen Denkens wörtlich.
Er soll, zeitungsdeutsch, „ins Schwimmen geraten“ sein, immerhin gibt es das nur bei Marks Lanz, der mit so wenig schon eine Alleinstellung erreicht.
Er sagt auch, es müsse ja gestimmt haben, wenn ihnen Abhörerei vorgeworfen wird. Das ist zumindest einleuchtend argumentiert. Aber mit Dämonen anzukommen, das sagt mehr über den Dämonenjäger. Es sind doch üblicherweise die eigenen Dämonen.

Das ist hier der Punkt; das magische Denken ist Politik. Linksgrün ist nicht Seite eines Spektrums, auch nicht Blase, obschon abgeschirmt, sondern selbstbezogene Informationsstruktur. Ein Second Life, Matrix, Künstliche Intelligenz nur ohne Intelligenz. Wörter sind Reize, die eine antrainierte Reaktion verursachen, eine Empfindung entweder von Ablehnung oder Einklang.
Es werden nicht reale Ereignisse interpretiert, es gibt keine Sicht auf die Dinge oder eine Haltung, es wird emotionskonform gesprochen, damit es sich wie eine Argumentation anhört.

Das wird auch bei Markus Lanz nicht behandelt, und Geld gekriegt hat er für den Auftritt unabhängig von den Schwimmfähigkeiten.

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Donnerstag, 23. April 2026
Ausgekämpft
Wenn man eine bis zwei Generationen zurückblickt und betrachtet, was damals Grüne/Linke als die großen deutschen Probleme angesehen haben, dann lässt sich kaum sagen, die Politik würde nicht liefern.

Deutschland exportiert zu viel. Deutschland hat eine zu starke Währung, unter der die anderen Länder leiden. Deutschland ist industriell und das ermöglicht den Holocaust, den die Deutschen wollen, sobald sie gelassen werden, Deutschland hat eine Armee, vor der die anderen Länder Angst haben müssen, weniger wegen des Militärischen als wegen des deutschen Wesens, Deutschland hat zu viele Deutsche, die sind dem Wesen nach rassistisch.
Das hat man gesagt, gedacht und vermittelt.

Gewonnene Kämpfe.

Dann bleibt ja nur noch Hass und Hetze und Demokratiefeindlichkeit, Transfeindlichkeit musste auch noch erfunden werden. Da ist der Vorteil, dass dieser Kampf ein immerwährender bleibt.

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Mittwoch, 22. April 2026
Tragischer Amthor
Wie es aussieht, bereitet Philipp Amthor, CDU-Jungscher, seinen Mich-auch-Fall vor.
Wobei es ihm selbst natürlich so erscheint, als wende er ihn ab, er sagte, jeder Mann solle Feminist sein und er sei das auch.
Geschwätz, um anschlussfähig zu sein und geduldet zu werden. Er begibt sich aber in die Position, dass man es mit ihm machen kann, er ist einer, der ins Profil passen wird als einer, der hinter der Fassade garstige Dinge denkt. Es wird nur etwas dauern.
Natürlich kann man das nicht einfach abwenden, indem man sich halt als Nichtfeminist darstellt, ganz und gar nicht, man kann aber schon vermeiden, die eigene Fallhöhe aufzubauen und sich selbst ins Profil einzupassen.

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Dienstag, 21. April 2026
Im Kommen
Bei Unterwerfung gibt es keine Untergrenze, das zeigt Wolfram Weimer. Mit dem Ludwig-Erhard-Gipfel hat er nichts mehr zu tun und so weiter, beim nächsten kommt Frauke Brosius-Gersdorf.
Ja wer will denn mit ihr in Kontakt treten? Oder will sie die Kontakte?
Man muss schon vorsorgen für nach der Transformation.
Das Projekt Brosius-Gersdorf ist nicht beendet, die wird noch was, die ist im Kommen.

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Montag, 20. April 2026
Im Gleichstrom
Wie man in der Sprache des Grünen Reiches steckenbleibt, auch wenn man etwas Abweichendes sagen will, zeigt sich am Beispiel des Wortes Gleichmacherei. Wer das sagt, möchte etwas gegen das Gerechtigkeitsgerede vortragen, Gerechtigkeit wird mit Gleichheit gleichgesetzt, beide Wörter sind positiv konnotiert. Also macht man ein Wort daraus, das nicht so schön klingt.
Da müsste man vielmehr vortragen, warum Gleichmacherei schlecht sein soll oder nicht funktioniert, oft wird es auch versucht, selten mit Erfolg, weil es sich im Gerede erschöpft.

Ganz abgesehen davon ist Gleichmacherei nicht für alle schon negativ besetzt, bei vielen löst die negative Verwendung Widerstand aus zuzuhören.
Es ist schon das Ansinnen, mit Parolen und umschreibenden Begriffen zu arbeiten, wie man das ja immer erlebt, schlägt fehl, weil man gerade nicht die Macht hat, mit der das sonst immer verbunden ist. Dies ließe sich auch nicht mit einem anderen griffigeren Wort beheben.

Die Frage wäre auch hier wie immer: wer tut was?

Bleibt man dabei so konkret wie möglich, erübrigt sich im besten Fall ein emotionalisierendes Wort.

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