Montag, 20. April 2026
Im Gleichstrom
Wie man in der Sprache des Grünen Reiches steckenbleibt, auch wenn man etwas Abweichendes sagen will, zeigt sich am Beispiel des Wortes Gleichmacherei. Wer das sagt, möchte etwas gegen das Gerechtigkeitsgerede vortragen, Gerechtigkeit wird mit Gleichheit gleichgesetzt, beide Wörter sind positiv konnotiert. Also macht man ein Wort daraus, das nicht so schön klingt.
Da müsste man vielmehr vortragen, warum Gleichmacherei schlecht sein soll oder nicht funktioniert, oft wird es auch versucht, selten mit Erfolg, weil es sich im Gerede erschöpft.

Ganz abgesehen davon ist Gleichmacherei nicht für alle schon negativ besetzt, bei vielen löst die negative Verwendung Widerstand aus zuzuhören.
Es ist schon das Ansinnen, mit Parolen und umschreibenden Begriffen zu arbeiten, wie man das ja immer erlebt, schlägt fehl, weil man gerade nicht die Macht hat, mit der das sonst immer verbunden ist. Dies ließe sich auch nicht mit einem anderen griffigeren Wort beheben.

Die Frage wäre auch hier wie immer: wer tut was?

Bleibt man dabei so konkret wie möglich, erübrigt sich im besten Fall ein emotionalisierendes Wort.

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