Samstag, 14. März 2026
Transitives Krachen
Krachen ist kein transitives Verb, man kracht nicht wohin oder woher. Im Zeitungsdeutsch aber doch, diese Unart ist standardisiert, derzeit kracht dauernd ein Auto in einen Baum oder ein Fahrradfahrer kracht in die Straßenbahn. Woher krachten sie? Wird nicht gesagt.
Die Sprachschlamperei kommt aus dem Drang, die Nachricht hochzuschreiben mit emotional aufgeladenen großen Wörtern. Das soll ein Bild vermitteln in knappen Formulierungen.
Tut es nicht.
Aber nicht nur das, es ist eben keine Beschreibung des Geschehens, keine Handlung mit handelnden Personen, sondern ein Ersatz für die Darstellung dessen, was getan wird und von wem. Eine laute Verdeckung.
Mehr krachen als zeigen.

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Na ja, was das Faktische betrifft, ist das nicht korrekt: Natürlich ist "krachen" kein transitives Verb - man kann nicht die Straßenbahn krachen oder den Baum. In die Straßenbahn krachen (also mit Präposition), das kann man aber sehr wohl. Das ist grammatisch absolut korrekt und hat mit Schlamperei nichts zu tun.

Was Sie wahrscheinlich stört, ist, dass "krachen" Umgangssprache ist (in seiner transitiven Bedeutung sogar ziemlich derbe Umgangssprache). Und man kann als konservativer Mensch sehr wohl der Meinung sein, dass das in einer Zeitung nichts zu suchen hat und dass das eine Unart ist.

Nur sollte man diese verständliche Meinung nicht mit einer gekünstelt wissenschaftlich klingenden (und in diesem Fall nicht mal korrekten) Argumentation verschwurbeln.

Das wiederum halte ich für eine Unart.

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