Montag, 11. September 2017
Sicherheitsjournalismus
Den Journalisten dürfte klar sein, wie lächerlich die eMail-Affäre ist und wie mies es ist, Meinungen darüber als Nachricht zu präsentieren.
Zwei Angelegenheiten sind aber nicht einfach als lächerlich abzutun.
Erstens ist das, was in der Mail geäußert wird, ob von der mutmaßlichen Verfasserin oder nicht, soweit wir es den Überschriften entnehmen können, eine vertretbare Auffassung, dass nämlich die politische Klasse die Neubürger hereinholt, um besser herrschen zu können und bürgerliche Demokratie auszuhebeln. Das kann man so sehen oder es lassen, aber die beinhaltete Kritik richtet sich gegen die Herrschenden. Wird aber als rassistisch hingestellt, was ein propagandataktischer Ablenkungstrick ist.
Zweitens geht es bei der Kampagne gar nicht darum, ob sie begründet ist, sie wird sicher mit einer kleinen Meldung eingestellt. Die Botschaft richtet sich an den ehemals mündigen Bürger: Du sollst dich nicht in die öffentliche Angelegenheit einmischen, schau, was wir mit dir machen können.
Die Staatssicherheit hat so was noch verdeckt unternommen.

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Freitag, 28. Juli 2017
Der Unterschied zwischen Falschmeldung und Fake-News
Welt.de hat:„Gruppierung in Mönchengladbach
‚Germanys Muslims‘ wollen Gläubige vor Islamhass schützen
In Nordrhein-Westfalen hat sich eine rockerähnliche Gruppe gebildet. Ein Mitglied gilt als Gefährder. Der Staatsschutz ist alarmiert. Die Polizei betont das Gewaltmonopols des Staates und will eine Bürgerwehr nicht dulden.“

Nichts daran ist falsch. Staatsschutz ist alarmiert, Polizei betont. Rockerähnlich. Gruppe. Bürgerwehr.
Und doch kompletter Fake.
Und was schon gar nicht mehr als Fake auffällt: "Gläubige".

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Sonntag, 23. Juli 2017
Nachrichtenlage
„Er traue der Partei Hetze gegen Juden zu, sagt Zentralratschef Schuster. Der Judenhass in Deutschland nehme zu. Er sieht auch Islamverbände deswegen in der Verantwortung“, schreibt zeit.de.
In manchen Stadtteilen sei es nicht zu empfehlen, sich als Jude zu erkennen zu geben, auch das wird vermeldet.
Nun kann man dadurch schon in die Stimmung geraten, einer Partei, die man ablehnt, Hetze gegen Juden zuzutrauen.
Nachrichtentechnisch ist das dieselbe Ebene, die Empfehlung, sich nicht als Jude zu erkennen zu geben, und die Vermutung, der Partei sei Hetze gegen Juden zuzutrauen.
Die offene Frage wäre nur: Warum sollte die Partei Hetze gegen Juden betreiben, wenn sich die Juden gar nicht zu erkennen geben?

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Donnerstag, 20. Juli 2017
Ach nee
https://www.welt.de/politik/deutschland/article166815163/Studie-bemaengelt-unkritische-Berichterstattung-in-Fluechtlingskrise.html

Immerhin ein Artikelchen in der Welt.
Und? Was sagt das über die Presse und die Herrschenden, was sagt die Art, wie mit denen, die das schon vor der Studie gesagt haben, umgegangen wurde, über den Zustand des Landes und der pseudoelitären Herrschaft?

Und noch interessanter wäre zu erfahren: Darf man nach der Wahl diese Studie noch kennen?

Nachtrag: Der Artikel ist noch da, aber offenbar nicht mehr auf der Startseite. Kein großes Thema.

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Freitag, 7. Juli 2017
Journalistig
Giovanni di Lorenzo hatte es auch mal eingeräumt, jüngst sagte der Chef von ARD-aktuell ebenfalls, man habe doch zu oft eine wertende Meinung in die Berichte gemischt.
Ja schön, dass es gesagt wird, das heißt ja wohl, das es gesagt werden darf.
Aber das reicht nicht. Es reicht nicht, dass es mal gesagt worden ist.
Wir haben doch Routine in Aufarbeitung. Wenn man wirklich ernsthaft Besserung gelobte, müsste man alles Gesendete und Geschriebene durchforsten und säubern, mindestens kenntlichmachen, wo man journalistische Standards verletzt und Propaganda betrieben hat.
Ist das zu erwarten?
Wohl kaum.
Deshalb sollte man der ARD nicht glauben, dass sie ARD heißt. Der Mann bereitet sich einfach darauf vor, dass es mal wieder andersherum kommt.

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Mittwoch, 3. Mai 2017
UnterWeLT
WeLT.de bringt es schön und präzise: „Der türkische Seelsorge- und Sozialverband Ditib“ usw.
Das ist fabelhaft. Präziser ist nie ausgedrückt worden, was Seelsorge und Sozialverbände sind. Presse im Sinne von Komprimierung.

Das wäre es für heute beinah gewesen, aber ein paar Artikel weiter ist zu lesen, was heute vor vierzig Jahren geschah: „Wie Binnie & Clyde schossen sie sich den Weg frei“ -- „Zwei Mitglieder der RAF strecken zwei Polizisten nieder und rauben einen Opel.“
Da mutet es seltsam an, dass der Opel „geraubt“ wird, nicht geknackt oder klargemacht oder abgezogen. Niedergestreckt wie in Jägersprache werden die Polizisten.

Dagegen ist es fast schon Berichtsjournalismus, wenn noch ein paar Artikel weiter zu erfahren ist: „In den Vororten von Paris haben sie Angst vor Le Pen“ -- „Regelmäßig brennen Autos, immer wieder kommt es zu Straßenschlachten“, na immerhin mit Regelmäßigkeit, das ist leitkulturell, da hat alles seine Richtigkeit und wäre in Ordnung, wenn nicht die böse Tante Angst verbreiten würde.

Alles nicht wirklich erlogen, keine Fake-News. Aber wer das liest, wird angelogen.

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Mittwoch, 1. Februar 2017
Südvölkischer Beobachter
Auf Perlentaucher zu lesen:
„Dass im deutschen Rap immer wieder antisemitische Äußerungen fallen, findet Genre-Experte Marcus Staiger zwar auch nicht erfreulich. Dennoch zeigt er im SZ-Gespräch mit Jens-Christian Rabe viel sozialpädagogisches Verständnis für solche Betätigungen: Schließlich gibt es auch ‚einen anti-muslimischen Rassismus in der deutschen Mehrheitsgesellschaft, der sich im Moment spürbar verstärkt. ... Dazu kommt das wirtschaftliche Problem, dass diese Menschen, die meist nicht zu den am besten ausgebildeten gehören, als Arbeitskräfte immer weniger gebraucht werden. In dieser Situation ist der Underdog Palästina, also die Gegend, in der die muslimische Bevölkerung vielleicht am offensichtlichsten von der westlichen Welt schlecht behandelt wird, eine Art Identifikationsfläche.‘„

Ach ja?

Dass in Deutschland immer wieder antimuslimische Äußerungen fallen, finden wir nicht gerade erfreulich, aber verständlich. Schließlich gibt es einen antiungläubigen Phobismus der islamischen Mehrheitsgesellschaft und einen im Islam angelegten Hass gegen Demokratie und Freiheit und Frauen, der sich im Moment spürbar verstärkt. Dazu kommen wirtschaftliche Probleme durch die muslimischen Einwanderer. In dieser Situation ist Israel eine Art Identifikationsfläche für die Bedrohung der westlichen Welt.

Noch Fragen?

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