Mittwoch, 23. September 2026
Kreuzberger Tage
Wenn man mit Kreuzberger Linken spricht, und da genügt ja eine, dann kommt da nichts mit Mauerpartei oder Judenfeindlichkeit, da ist eine komplett andere Informationswelt aufgebaut und Israelkritik ist nicht Antisemitismus.
Das stimmt sogar auf einer gewissen begrifflichen Ebene.
Antisemitismus war als Tarnwort für Judenfeindlichkeit eingeführt worden und sollte einen zivilisierten Umgang bei der Zurückdrängung von kulturellen Einflüssen aus dem Jüdischen suggerieren, eine Wiederherstellung der ursprünglichen deutschen Kultur, weil sich Reich und Nation formierten und die Juden irgendwie nicht passten. Eine Rassenfrage wurde zunächst vermieden, die war dann von den nationalsozialistischen Ideologen zur zentralen Frage und Lösung gemacht.
Mit dem Antisemitismus des Kaiserreiches hat die linkspalästinensische Judenfeindlichkeit tatsächlich nichts zu tun. Eine Auslöschung Israels und der Juden ist in der ursprünglichen Bedeutung wirklich etwas anderes als traditioneller Antisemitismus.

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