Donnerstag, 8. Oktober 2026
Scheinmauer
Was wir hier schon befunden haben, zeigt sich wieder: Das Gerede von der Brandmauer, auch von ihrem Ende, reproduziert sie. Der Satz „Die Brandmauer ist gefallen“ ist genauso leer wie der Begriff Brandmauer selbst, der nur durch Gerede aufgeblasen wird.
Zu sagen wären immer konkrete Dinge. Die CDU hat einen Landtagspräsidenten gewählt. Und? Dagegen haben Linke etwas. Was und warum? Egal was, es sind Linke, darum. Irgendein Beschluss kommt nicht zustande, warum? Weil Linke das nicht wollen. Wie machen sie das? Sie reden der CDU etwas von Brandmauer ein. So halt.
Der Effekt des Unverzeihlichen wirkt auf die sonstigen Menschen, die sollen abgehalten werden, etwas zu sagen, zu wählen oder sich zu wundern, wenn jemand wegen Zugehörigkeit zu einer Partei ausgestoßen wird. Von wem, wer stößt aus mit welcher Begründung? Darum müsste es gehen. Aber normale Menschen möchten nicht in die Nähe des Unverzeihlichen gerückt werden, und sie glauben, sie würden gerückt.
Es ist eine Folge der durch das Zeitungsdeutsch geschaffenen Sprachräume, der Pseudosphäre, dass man glaubt und hinnimmt, über die Brandmauer Informationen zu erhalten. Die Scheinwelt mit Scheinbrandmauer bleibt, auch wenn sie in einzelnen politischen Verfahren als überwunden bezeichnet wird.

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