Montag, 12. Oktober 2026
Leidkumulation
Hätte die Ministerin und Parteimitvorsitzende es beim Rücktritt mit der persönlichen Begründung bewenden lassen, dann hätte man still vermuten können, das ist vorgeschoben und es sollte halt nicht Manuela Schwesig vorkommen, aber man kann ja etwas Glaubhaftes vorschieben. Nach einem derartigen Schicksalsschlag kann man kaum voll funktionsfähig bleiben, das geht nicht, das hätten alle verstanden, und mehr hätte ihr Rückzug nicht thematisch hergegeben. Kaum jemand hätte nachtreten mögen.
Das konnte sie aber nicht, sie musste noch von Anfeindungen und unmenschlichen Beschimpfungen sprechen und sprechen lassen, und das zeigt, sie hat die persönliche Begründung, den familiären Schlag, benutzt. Das geht nicht. Politisch ja, aber nicht in der menschenfreundlichen Rhetorikpolitik.
Denn allen, die etwas Derartiges erleben, das man niemandem wünscht, hat sie noch eine Nase gedreht, die werden nämlich nicht politisch angefeindet und stehen somit auf der Leidleiter unter ihr.
Natürlich denkt sie an so was und an diese Menschen gar nicht.
Sie tröstet sich mit dem Abgeordnetenmandat.

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