Samstag, 28. März 2026
Neubauerscher Beweis
Da hat doch Luisa Neubauer beim großen Auftritt gesagt, die Männer können froh sein, dass wir nur Gleichberechtigung fordern und nicht Vergeltung. Jubelkreische der Hörerinnen aller Geschlechter.
Nun sagen manche, sie redet von Vergeltung.
Wir müssen uns hier eine gewisse Bewunderung abnötigen, der rhetorische Griff ist na nicht gleich brillant aber clever, oder doch, brillant, sie redet von Vergeltung, ohne von Vergeltung zu reden, schon das ist geschickt, und die sich darüber nun echauffieren, sind eben Männer blasser Gestalt, na bitte.

Noch stärker ist die Dramaturgie, sie schafft eine Situation, sie bestimmt, was die Lage ist. Das ist das, was wir immer meinen, wenn wir sagen, es geht um die Szene. Sie zeigt sich als Akteur. Sie ist die Handelnde. Dabei redet sie nur.
Und auf die Spitze drauf kommt noch die emotionale Entlastung, „wir wollen nicht Vergeltung, könnten wir, aber wir sind hier die Guten, also die Besseren“, das wirkt.
Mehr braucht nicht bewiesen zu werden.

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Freitag, 27. März 2026
Erfolgsbücher
Bei NiUS freuen sie sich zu Recht über den Erfolg, Buch auf Bestseller-Platz 1, Grund zum Gratulieren.
In der örtlichen Buchhandlung findet sich das Buch im Regal Politik, inmitten der ausgestellten Politikbücher von Correctiv und Kampf gegen steuerbord und Enthüllungen aus dem Inneren der Gegenpartei und Recherchen zu Feinden der Zivilgesellschaft und all dem.
Zusammengenommen sind die dann doch die größeren Bestseller und bestimmender für Pseudodiskurs und Meinungsmacherei.
Der Buchhandel verkauft mehr solche, dann glaubt er denen.

Ja, immerhin und wenigstens auch was anderes. Normalerweise müsste eine Entlarvung reichen, das war mal so, heute geht es um die Deutung, ob entlarvt worden sei, ja, die Deutungsmacht ist natürlich angekratzt.
Tja, dann hat sie eben Kratzer. Ob daraus schon der Riss wird, durch den das Licht einfällt, bleibt abzuwarten und zu hoffen.

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Donnerstag, 26. März 2026
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Da sind wir, in Westeuropa, nun so weit, dass das Opfer der Gruppenvergewaltigung hingerichtet wird.

Zu den überflüssigen weiteren Worten gehört die Feststellung, dass die Schuld bei uns allen liegt, obschon ungleich verteilt.

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Mittwoch, 25. März 2026
Amtsbonus
Dem jeweiligen Ministerpräsidenten wird ein Amtsbonus beim Wähler zugeschrieben, darum dachte sich die rheinland-pfälzische SPD, sie bringt ihren Spitzenkandidaten schon ins Amt, und so hat es die CDU in Sachsen-Anhalt gemacht. Mehr Wählerperspektive ist dann wohl schon nicht mehr zumutbar.
Das ist immer noch die Sicht aus der Machtzentrale nach außen oder unten.

Was gerade nicht so gut geklappt hat, dürfte auch in Sachsen-Anhalt schiefgehen, weil es so eben nicht funktioniert. Es wäre aus Sicht der CDU besser, der einigermaßen beliebte Haseloff wäre als scheidender Ministerpräsident in den Wahlkampf gegangen und hätte aus Stabilitätsgründen seinen Nachfolger empfohlen. Das hätte auf Wähler, die sich emotional einbinden lassen wollen, stärker gewirkt.

Der Amtsinhaber-Bonus ist eben einer, der vom Wähler gewährt wird, und nichts, womit man den Wählern kommen kann.

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Dienstag, 24. März 2026
Expressive Influencerin
Bei der Influencerin mit „an Zehen aufhängen und kastrieren“ und „Unschuldsvermutung ist Täterschutz“ kann man in der Rezeption entweder meinen, na das ist doch wohl auch digitale Gewalt, oder dass sie emotional fortgerissen ist vielleicht durch eigene Gewalterfahrung, da entsteht so was.
Früher hätte man das so denken können, jetzt ist alles nur noch Aufmerksamkeitsökonomie. Alte Männer reden darüber, was wieder die Bestätigung bringt.
Wichtiger aber ist hier wie überhaupt die Wirkung nach innen auf die Bewegung. Die Bewegung muss in Bewegung bleiben, und wer sich mit besonders krasser harter harscher Konformität hervortut, wird beachtet und schmiedet die Bewegung weiter zusammen.
Kein Zufall, dass es nun ein virtuelles Thema ist. Die Realität muss mit immer mehr Mühe verdrängt werden, und diese Mühe bringt die Influencerin zum Ausdruck.

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Montag, 23. März 2026
Störgefühle
Nach jetzigem Kenntnisstand ist ihr übel mitgespielt worden vom prominenten Ex-Mann, was man niemandem wünscht und wofür sie alle nötige Unterstützung und jeden Zuspruch verdient.
Indes sollte man sich nie dazu hinreißen lassen, sich als größtes Opfer seit Beginn der Aufzeichnungen zu gerieren, das vermindert die Empathie, und das schadet gerade dann, wenn man sich auch für andere einsetzen will.
Man kann sich ja gern instrumentalisieren lassen für themennahe Zwecke, jetzt ist es mal nicht Lockerung der Schuldenbremse, sondern Strafe für digitale Gewalt, aber auch da sollte der Eindruck vermieden werden, für die Inszenierung gecastet worden zu sein.
Schon gar nicht sollte die Aufmerksamkeit zu Lasten anderer Opfer abgezogen werden.
Das sind alles Sachen, die normal sein müssten, von denen aber gar kein Normalfall mehr existiert, der das normale Muster zeigen könnte.

Dann sagen manche, was ist nun mit dem, der wird erledigt ohne Prozess, hat er sich nun strafbar gemacht oder nicht?
Jetzt wäre es eigentlich gar nicht falsch, die Strafbarkeit außer Acht zu lassen, weil eben nicht alles Üble strafbar sein soll und die Normalgesellschaft durchaus Dinge und Verhalten ächten kann, die nicht vom Strafrecht erfasst sind und aus denen sich der Staat herauszuhalten hätte.
Was hier nun das große Störgefühl auslöst, ist, dass es eben nicht die Gesellschaft normaler Leute macht, sondern die Kaste, der Hof, sozusagen ein Quasi-Staat mit Quasi-Normen in einer Pseudo-Öffentlichkeit. Showprozess in gleichgeströmter Willkür der Haltungsqualifizierten.

Daran sollte man keine Freude haben, das ist nicht weniger bedrohlich, als es eine komplette Gleichgültigkeit wäre.

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Sonntag, 22. März 2026
Vorsätzliche Wahlergebnisse
Demokratiekritiker sagen zuweilen das Gleiche, was schon Friedrich Merz sagte, es gibt keine linke Mehrheit, und sie bezichtigen die CDU, gegen den Wählerwillen zu agieren, wenn dann die linke Regierung doch eingegangen wird.
Die Kritiker sind aber von der CDU distanziert, entweder schon immer oder abgewendet, da kritisiert es sich leicht und es sind nur die eigenen Erwartungen, die sie anlegen. Man kann der CDU gar nicht mehr vorhalten, sie würde sich anders verhalten als erwartet, und darum kann man auch den CDU-Wählern nicht vorhalten, sich hereinlegen zu lassen. Die CDU-Wähler wissen, was sie wählen, und genau das wollen sie, und das haben sie gewollt, und das haben sie und alle bekommen.
Die Spitzenkandidaten sind allesamt genau so, wie sie als Regierende dann sind, kleine Ausnahme vielleicht Kai Wegner, der einen völlig anderen Wahlkampf gemacht hat. Aber sonst wäre es eine unzumutbare Wende, wenn der Typ in Baden-Württemberg oder der in Rheinland-Pfalz plötzlich die Linken abwürfe. Partei und Wähler wären schockiert.
Wir müssen als Demokraten den Wählerwillen akzeptieren.

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Samstag, 21. März 2026
Clanstrukturersatz
Das war mal ein heiterer Aphorismus, „Links ist, das zu leben, dessen man andere bezichtigt“, jetzt ist das die offene Präsentation. Kein Chefredakteur, sondern geistig zurückgebliebener Menschenfeind, so wird Julian Reichelt tituliert auf einem umherfahrenden Schaufahrzeug. Die das machen, kommen sich absolut gut vor.
Jegliche Rhetorik von Hass und Hetze und Schimpfsprache und Kampf gegen Sprachverrohung und für Randgruppen wird damit als verlogen offenbart, und die haben kein Problem damit.

Wir sind unterhalb des Ideologischen angekommen, eine Ideologie müsste noch eine innere Logik haben, wenigstens doppelte Maßstäbe. Aber es geht nur noch um Cluster, um Zugehörigkeit oder nicht. Clanersatz. Jemand von uns oder nicht, unsere Gruppe oder Feind. Die Gesinnung ist nur noch Zutrittsparole oder eben nicht.

Niederschmetternder als das ist indes die Wirkung, die es auf viele tatsächlich hat, die lassen sich einstellen und wissen dann, wenn sie was von Julian Reichelt vernehmen: ach, von dem nicht.

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Freitag, 20. März 2026
Zwei Kinoerlebnisse
Zwei aus derselben Vorstellung.
Eine bemerkenswerte Nebensächlichkeit; wenn Musikstücke gecovert werden in ganz anderem Arrangement, ist der Gesang doch so gut wie immer ans Original angelehnt, nachgesungen bei allem Bemühen, nicht nachzusingen. In einer Szene in „Project Hail Mary“ machen die Leute Karaoke und dann singt Sandra Hüller einen häufig gehörten Popsong, wie man ihn eigentlich nur noch hören möchte.
Das allein gleicht das andere Erlebnis aus, es ist in der Werbung der Trailer für den neuen Horst-Schlämmer-Film. Und da ist nichts mehr zu erklären. Es gibt keinen Ansatz zum Verstehen, was die Macher denken, was die wollen, warum die das machen und was die erwarten. Mit demselben Geld könnte man Hape Kerkeling auch etwas Komisches tun lassen. Der wird doch noch von früher wissen, wie das ging. Oder etwas Unterhaltsames. Oder etwas Erträgliches.
Was er macht, ist Gesichtzeigen, jetzt ein vermeintlich lustiges, das ist genauso unzureichend.
Man muss wohl leider feststellen, dass die Kultur kaputtgefördert wurde und die Kulturtechniken verloren sind.

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Donnerstag, 19. März 2026
Vom Diskurs abgekommen
Was denkt Wolfram Weimer eigentlich, was dann ist, wenn er sagt, er will keinen Kulturkampf, und erklärt, der Staat müsse "Verrecke!“ und "Feiern, wenn die Bullen fallen“ aushalten, müsse und dürfe das aber nicht fördern, denkt der, dann sagen die Linken „ach, so verhält sich das, na ist ja logisch“?
Wolfram Weimer hat sich erniedrigt und als Lusch gezeigt, mit dem man es machen kann, Kulturbetrieb und Medien diskutieren ganz pseudo, ob er noch taugt und tragbar ist.

Der Staat hat schon weniger nicht ausgehalten, es ist auch fraglich, ob Gleiches die Zivilgesellschaft ertragen täte.

Den Maßstab gesetzt hat Martenstein, er hat in seinem Vortrag das Auditorium überführt. Ein Minister kann vielleicht nicht so offensiv auftreten, oder, ach, genau das müsste er. Wäre gut für den Diskurs.

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Mittwoch, 18. März 2026
Nachtrag
Zur finanziellen Frage der Klimabuchmesse gab es später im selben Programm einen Hinweis. Die hatten die Organisationsleiterin im Gespräch, wenn man das so nennen kann. Warum sie sich für die Organisation bereitgefunden habe und was zu erwarten sei. Dann kommt ein Schwall wie Habermas-Krabbelgruppe oder Nina Hagen auf Perwoll. Der Planet und voll wichtig und gar keine Konkurrenz zur Leipziger Buchmesse die kann sich gern mit uns schmücken und sagen hey wir haben noch mehr tolle Angebote Lesungen Workshops gute Menschen machen gute Sachen damit die Welt auf die Ideen kommt Klima Umwelt Palästina die Kinder von morgen mit den Menschen.
Also ein Programm für gute Laune bei den eigenen Leuten durch positiv besetzte Begriffe und nicht immer nur Faschisten.
Dann sagt sie, es gibt Kooperation mit dem MDR, oder sie sagt ARD.
Kooperation.
Das werden ja wohl nicht Drittmittel für den MDR sein.

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Dienstag, 17. März 2026
Klimageld
Klimabuchmesse in Leipzig ist. Also die Leipziger Buchmesse? Nein, zusätzlich und parallel zur Leipziger Buchmesse ist in Leipzig Klimabuchmesse, so erfahren wir im Kulturradio, und Schirmherrin ja genau Luisa Neubauer erzählt, warum, weil es, zum Erstaunen des Radiomoderators, immer noch zu wenig Klimathemen gibt und die Literatur noch nicht auf dem Planeten angekommen ist, so halt. Er hatte ja gefragt: Wozu brauchen wir eine Klimabuchmesse?
Was die Schirmherrin nicht gefragt wird: Was ist mit dem Geldregen?
Das wäre interessant gewesen, was sie dazu weiß und wie sie dem Eindruck entgegentreten möchte, dass Geld, das schon legal abgerechnet und weichgespült wurde, jetzt an die Aktivisten und Initiativen geht, die sich ein paar Tage mit Büchern zeigen müssen, die Bilder werden ja gebraucht.

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Montag, 16. März 2026
Augen der Politik
Noch ein Letztes zu der Rehaugen-Geschichte. In einer NiUS-Sendung sagte ein Reporter, ihm erscheint der Ausschnitt mit jedem Gucken immer schmieriger. Geht uns genauso. Er schleimt eben herum, er ist dabei nicht echt. „Achtzig Prozent Mädchen, da gibt es Schlimmeres für einen Neunundzwanzigjährigen“, dazu schmieriges Grinsen, das ist einfach bereits wegen der Aufgesetztheit zum Mundverziehen. Denn: genaugenommen nicht, ein Neunundzwanzigjähriger kann sich kaum einen schlimmeren Termin aussuchen, der wird von den Mädchen gnadenlos sexualisiert. Er schleimt sich politisch heraus. Man ist nicht unter einer Zahl "achtzig Prozent" Mädchen. Ein falscher Typ eben.

Worauf es bei der Aufbereitung der Affäre ankommen müsste, wäre, was die Eva sagt. Leute von der Bild-Zeitung haben sie ausfindig gemacht, sie sagt, lasst mich doch zufrieden mit dem Kram! Das ist das Entscheidende, darauf kommt es an. Würde sie, ernsthaft, sagen, es belaste sie in irgendeiner Weise, dann würde es darauf ankommen, und es wäre falsch zu sagen, die soll sich mal nicht so haben, war doch nichts.
Es gibt aber keine wahren Bereiche im Politischen.

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Sonntag, 15. März 2026
Unverdächtig
Aus der Reihe „Merken die selbst noch was?“ gab es gerade etwas aus dem Info-Teil des e-Mail-Dienstes, das es auch nur geben kann, weil wir so weit sind, dass es nicht mehr auffällt.
Und zwar: Immer mehr parteilose Bürgermeister erobern die Rathäuser, eine Gefahr für die Demokratie?
Es wird immerhin noch gefragt, und ein Experte sagt was dazu.
In einem normalen Land würde die Frage nicht aufkommen können, oder sie würde doch noch etwas geschickter formuliert, weil jemand merkt, wie widersinnig das ist und dass man die eigene Ideologie schon voraussetzt, statt sie noch durchzudrücken.
Das geht aber nicht mehr, weil sich jemand dadurch verdächtig machen würde.
Auch schon vor sich selbst.

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