Dienstag, 19. März 2024
Schlumpfige Symbolik
Wie wir hier kürzlich vorausvermuteten, wird es heißen „Stimmt das überhaupt?“ bezüglich der Schülerin oder des Schulleiters, der einen verschlumpften Polizeieinsatz auslöste.
Nicht ganz erwartbar war, dass es zuerst DIE WeLT bringen würde. Ging es gar nicht um Schlümpfe? So fragt sie.
„Wegen eines AfD-freundlichen Schlümpfe-Videos habe ihr Schulleiter die Polizei verständigt – diese Geschichte verbreiten eine 16-jährige Schülerin und ihre Mutter. Nun erfuhr WELT: In dem Hinweis, den der Schulleiter erhalten hatte, ging es nie um Schlümpfe. Sondern um tief rechte Symbolik.“
Dann kommt Bezahlbarriere..
Und alle dachten Schlümpfe, dabei tief rechte Symbolik.
Was ist das jetzt wieder? Vielleicht weiß es jemand, der hinter die Finanzmauer lesen kann, es ist schon mal nicht weit rechts oder extrem rechts oder radikal rechts. Sondern tief.
Und Symbolik.
Wer jetzt nicht denkt: „Da muss man doch die Polizei rufen!“, ist sehr geistesgegenwärtig; war ja schon. Noch mal kommt sie nicht wegen desselben Falles.
Vielleicht ja doch, Mecklenburg-Vorpommern ist Manuela Schwesigs Klimastiftungsland.



Nachtrag: Ein Informant hat uns durchgestochen, was hinter der Bezahlschranke steht, und es sieht danach aus, dass es nur reicht, Verwirrung und Ungewissheit über die Lage zu stiften, und das ist wohl beabsichtigt.

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Montag, 18. März 2024
Zwei Zeitabläufe
Timeline heißt das auch, wir wollen festhalten, wie aus den Neunzigern die Zwanziger werden konnten. Es sind zwei Entwicklungen.

Zur Kohl-Zeit konnte der Kanzler den Journalisten gar nichts recht machen. Das ist der gesunde Zustand einer freien Gesellschaft, die Macht wird bewacht.
Schröder wollte Medienkanzler sein, mit den Medien spielen und seine Macht über sie vermitteln, die Medien und die Macht waren aber noch zwei verschiedene Angelegenheiten.
Die Kanzlerin, wie hieß sie, Merkel oder so, sie hat zunächst sich den Medien gefügt, um schließlich die Journalisten bei Hofe an der Macht zu beteiligen. Wer jetzt über wen herrscht, ist gar nicht mehr zu entfilzen.

Dann gab es unter der Kanzlerin die Neue Alternativlosigkeit, zunächst bei der Eurorettung, die das Versprechen barg, es würde sich für die Menschen dadurch nichts ins Katastrophale wenden.
Dann die Grenzöffnung, ganz wie von den Journalisten herbeigesehnt.
Corona, da ging was. Da hat sich ein Feindbild in Form der Querdenker angeboten, denen konnte man die Pandemie anlasten, weil sie ohne Abstand demonstrieren und die Masken zu früh absetzen. Die Querdenker haben auch eine schlechte Öffentlichkeitsarbeit betrieben. Aber inzwischen ist Querdenker zum Standard-Feindbegriff geworden, ohne dass eine Gefahrenlage noch behauptet würde. Das Querdenken allein ist schon staatsgefährdend.
Und das ist, wo wir sind.
Eigentlich müsste in einem Land mit Normalitätsresten der Fall der Schülerin in Ribnitz-Dammgarten, genauer gesagt der Fall des Direktors der Schule und des Bildungsministeriums und der Polizei, die Grenze bilden, wo man sagt: Geht's noch? Und antwortet: nein, das tut es nicht.

Aber wenn so was geschieht, dann unter den Bedingungen, mit denen es schon zu spät ist.

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Sonntag, 17. März 2024
Das Linke an den Journalisten
Wie falsch das Bild vom „Spektrum“ von Links-Rechts ist, in das Meinungen eingeordnet werden, um sie einer Partei oder gesellschaftlichen Unterabteilung zuzurechnen, zeigt sich eigentlich immer, etwas verdeckter aber gerade, wenn es selbst als solches debattiert wird wie jüngst bei der Frage, ob öffentlich-rechtliche Nachrichten wirklich so links seien, wie sie scheinen. Da wird vorgetragen, ja schon, aber links ist nun mal besser, rechts will niemand, und darum bietet man das Gute. So etwa. Und die Journalisten sind nun mal überwiegend gut.
Links ist aber nicht nur eine untaugliche Kategorisierung für etwas Gemeintes und Beabsichtigtes, sondern Methode. Der linke Druck ist meinungsunabhängig und inhaltlich austauschbar. Die linke Methode ist das Schulen, Einstimmen, Unterordnen und Folgen mit dem Vermitteln des Gefühls, es selber so zu wollen und gut zu finden. Damit das wirkt, braucht man Exempel, was passiert, wenn nicht.
Da gibt es kein Spektrum.
Nur die Angst, es könnte andersherum genauso gemacht werden von den imaginierten Anderen.
Darum werden die Journalisten nicht einfach zur Besinnung kommen können, diese Möglichkeit haben sie nicht mehr.

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Samstag, 16. März 2024
Energie durch Freuen
Viral durchs Netz geht gerade Robert Habecks Lob der Bürokratie, das in den großen Vorrat „Das Beste von Robert Habeck“ gehört wie Wäschewaschen bei Wind und Weiterbacken nach dem Winter, man kann ihm in Echtzeit zugucken, wie er die Bilder entwickelt. Die Methode ist die Reduktion aufs konkret Fühlbare.
Zuerst gibt er das Beispiel, was, wenn jede zweite Baugenehmigung fehlerhaft wäre. Das ist aber selbstbezogen, das merkt er beim Sprechen selbst. Und weil er denkt, „Verdammt, Kacke!“ und weil die Bürokratie Kacke gefunden wird, kommt er auf Durchfall. Den kennt man und den will man nicht. Aus der Abstraktion Bürokratie kommt er auf Durchfall. Das ist sozusagen unwiderstehlich und unwiderlegbar. Lieber Verwaltungsaufwand als Durchfall.

Das könnte man alles noch als rhetorisches Geschick abtun, wenn nicht die Folgen so desaströs wären und wenn nicht die linksgrüne Pseudosphäre auch die Dominanz über die Gefühle beanspruchte. Wir sollen uns an der Politik freuen, wir sollen uns über die Wirkungen der Politik freuen und wir sollen die Politiker mögen.
Man wird ja schon verdachtsschuldig, wenn man zu wenig Freude zeigt.

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Freitag, 15. März 2024
Auf Kurs
Der Vizekanzler hat sich von Agora-Energiewende Zahlen geben lassen, mit denen er Planerfüllung verkünden kann. „Auf Kurs“, so wird das sogar in den Nachrichten genannt.
Und das sei auch zu erwarten, wenn die Wirtschaft sich erhole.
Was sie nicht wird.
Es hat überhaupt keinen anderen Sinn, als dass die Führung Fortschritte melden kann. Wenn schon nicht bei der Klimabändigung, dann wenigstens bei dem Erreichen der kühnen Vorhaben. Da muss natürlich weiter fortgeschritten werden. Und die Wirtschaftslage muss in einen Erfolg eingebettet werden.
Das ökonomische Desaster wird politoffiziell Russland zugeschoben, die Einhaltung der Klimaziele dann wohl auch, oder das dann nicht?
Einen Gesammtsinn kann man nur erkennen, wenn er in der vorsätzlichen Destruktion besteht. Nur dann ist die innere Widersprüchlichkeit nicht Problem, sondern notwendiger Teil des Vorhabens.
Nur dann ist man auf Kurs.

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Donnerstag, 14. März 2024
Beispiel für die Welt
Jetzt geht gerade viral, dass ein Schulleiter die Polizei geholt hat, die eine Schülerin abgeführt hat, weil sie na was steuerbord geredet habe, blaue Schlümpfe gepostet im Zusammenhang mit dem Wort Heimat. Eigentlich gar nichts wäre das in einem normalen Land, aber in der Neurotokratie ganz feindlich.
Weder Schulleiter noch Polizei werden sich etwas fragen lassen müssen. Es wird Beiträge darüber geben, dass sich vulgaristische Ecken die Sache erzählen, „Aber stimmt das überhaupt?“ wird es heißen.
Und das ist der Grund, warum die Lage unrettbar ist. Die können ja nicht einfach aufhören. Der Punkt ist vorbei. Es muss noch neurotischer und sowjetischer werden, es kann keine Normalisierung geben. Wer sollte sie anordnen?
Wenn wir noch etwas leisten wollen, dann, das negative Beispiel geben. Daran wird sich die Welt vielleicht orientieren. Wir können Polen zeigen, wie es nicht geht. Dann wären wir doch noch zu was tauglich gewesen.

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Mittwoch, 13. März 2024
Informatives im Morgenradio
Dieses Thema liefert gleich zum Wachwerden das Radio; Kalenderblatt, sechzig Jahre Zuschauereffekt, der zum ersten Mal ausführlich untersucht und beschrieben wurde anlässlich eines Gewaltverbrechens in New York, bei dem die Anwohner zwar nicht darum herum standen, aber in ihren Wohnungen etwas mitbekommen haben, ohne tätig zu werden oder sich in einer Verantwortung zu sehen.
In Stimme der DDR hätte es geheißen, ja, der Kapitalismus macht das mit den Menschen, heute kommt die ideologische Wendung wenigstens erst im letzten Satz; eine Expertin forscht zum Zuschauereffekt und hat vielleicht nur darum Fördermittel bekommen oder die Beitragsmacher wollten was dazu – genau so sei es mit dem Klima, alle gucken der Katastrophe zu und keiner fühlt sich zuständig.
Wenn diese Beschreibung einen Sinn hat, dann ist die Katastrophe aber die allgegenwärtige Klimaapostelei, bei der man nur noch abschaltet.
Das hat sie natürlich nicht gemeint, und schon gar nicht das, was sie damit auch unbeabsichtigt mitgeteilt hat: Beim Klima ist niemand selbst betroffen, wenn sich alle in der Zuschauerrolle befinden sollen.
Hat das Radio doch etwas Informatives gebracht.

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Dienstag, 12. März 2024
Talk2000
Der NiUS-Talk ist ja eine angenehme Abwechslung und sehenswerter als die staatlichen, es wäre eine Verbesserung, wenn der statt Markus Lanz liefe.
Aber er ist auf andere Weise nicht zeitgemäß als auf die beabsichtigte. Da wird so geredet, als hätten wir es immer noch mit einer gewöhnlichen Politik zu tun, die vielleicht momentan etwas überambitioniert ist. Als gäbe es noch zu besprechen, ob wir die komplette Erosion des Rechtsstaates planen sollen. Wollen wir das Demokratiefördergesetz? Sollte der Staat sich nicht besser heraushalten?
Die Zeiten haben wir schon hinter uns.

Zum Cancelkultur-Thema wird moniert, „man“ „wird“ in die „rechte“ „Ecke“ „gestellt“, Standardfloskel, die die Prämissen akzeptiert und reproduziert.

Ein Gast, der ein ökonomisches Bestsellerbuch geschrieben hat, aber nicht in die offiziellen Sendungen eingeladen wird, weil er während der Corona-Zeit zu kritisch gewesen sei, bekommt von einem anderen Gast gesagt, doch, man könne alles sagen, müsse eben Widerspruch hinnehmen.
Das ist Zweitausend-Nullerjahre-mäßig. Wer noch so was sagt, muss die letzten Jahre sehr weit drin im Politikbetrieb verbracht haben.
Es ist nie Widerspruch gewesen.
Zeitungsdeutsch ist auch von Gegenwind die Rede, die man einplanen müsse, immer geht es um die Freiheit nach der Rede.

Der das gesagt hatte, bekam keinen nennenswerten Widerspruch.

Er hätte lauten müssen: Es hat sich bei den Äußerungen, für die, die sie tätigten, dann als extrem umstritten hingestellt wurden, durchweg um eben solchen Widerspruch gehandelt, von dem man gerade so viel gehört hat. Den wollte da offensichtlich immer jemand nicht haben und nicht mit solchem rechnen müssen.

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Montag, 11. März 2024
Kampf um Ressourcen
Das Gekämpfe gegen steuerbord hat nicht das vermeintliche Ziel, eine Welt ohne das Bekämpfte herzustellen. Es wird Nebeneffekte geben, die dem sehr nahekommen.
Es geht zwar um eine Vereinheitlichung, aber nur nebenbei um die der Gesellschaft, hauptsächlich jedoch um die der Linken. Die sind nämlich nicht ein einheitlicher Stamm, sondern mehrere Stämme, und sie stehen untereinander in Konkurrenz.
Wenn irgendetwas politisch behandelt wird, ist das Ergebnis immer, dass Linke mehr Geld kriegen.
Aber wer von denen, aus welcher Gefolgschaft?
Man braucht mehr Zugriff auf mehr Ressourcen, und man braucht einen gemeinsamen Gegner, der sehr virtuell sein kann, hauptsächlich, er vereinheitlicht die Linken.
Die würden sonst sehr heftig einander bekämpfen.

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Sonntag, 10. März 2024
Treibende Kräfte
Bestimmt sind die heutigen Friedensbewegungsmenschen Leute mit den besten Absichten, sie wollen Frieden, so wie jetzt der Papst. In der Tradition der DDR-Friedensbewegung der Achtziger, die in der Bundesrepublik aktiv war, sehen sie Nato und Nato-Waffen als übel an und sind gegen die Scharfmacher, weil die der Entspannung im Wege stehen. Jetzt fordern sie sinngemäß die sofortige Einstellung jeglicher Kriegstreiberei. Verhandlungen statt Krieg, Frieden statt Ukraine, Ruhe statt Militär. Verhandlungslösung statt Sieg. Kann man wollen, ist sehr nett.
Aber einen Fehler gibt es dabei doch.
Wenn man Verhandlungen will, braucht man die, die man als Kriegstreiber bei sich bekämpft. Man müsste sagen können: „Schau, Putin, wir brauchen jetzt ein Ergebnis, sonst kann ich Strack-Zimmermann, Kiesewetter und Hofreiter nicht länger davon abhalten loszuschlagen, die warten nur darauf, dass ich ohne einen Verhandlungserfolg zurückkomme, damit sie den Kreml pulverisieren!“
Die Frage wäre natürlich, ob dafür Strack-Zimmermann, Kiesewetter und Hofreiter ausreichen, Trump macht es selbst; „Putin spricht von Nuklearschlag, das würde er nicht, wenn wir dran wären.“
Und die Frage wäre, ob unsere Führung das überhaupt will, die scheint eher ein Interesse an einem stabilen Krieg zu haben. Jede oppositionelle Regung kann mit „Das will Putin“ verfolgt werden.
Läuft also gut für die.

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Samstag, 9. März 2024
Opfermenschen
Für einen vom Radio verursachten Schrecken reicht inzwischen schon ein Programmhinweis. Heutzutage wird nicht nur darauf hingewiesen, was wann kommt, sondern auch, wie die, die die Sendung gemacht haben, sich dabei gefühlt haben. Da ist irgendwas mit Zweitem Weltkrieg, der ja auch für die Russen vor 85 Jahren angefangen habe, und man habe sich die Frage gestellt, ob das gehe, nach zwei Jahren Ukraine-Krieg, Russen als Opfer darzustellen.
Es ist also nur noch Darstellung, es geht nicht um die Opfer von irgendetwas, sondern für irgendetwas, für die Benutzung. Es kommt nicht darauf an, wer was erlebt oder getan hat, sondern welche Gruppenidentität in welche Rolle weist.
Die Darstellung als Opfer scheint auch ein Privileg zu sein, über das woanders bestimmt wird.
Der zeitliche Abstand war es dann wohl, dass die Russen noch mal Glück haben.

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Freitag, 8. März 2024
Information
Das neue Senioren-Akrützel hier zum Aufklicken
--> https://seniorenakruetzel.blogger.de/static/antville/seniorenakruetzel/files/senioren-akruetzel%2056.pdf


Senioren-Akrützel 56 mit Sandra Hüller auf dem Titel

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Wahlfrage
Es ist ja demnächst damit zu rechnen, dass man auf Wahlkampfstände trifft, und mit großer Wahrscheinlichkeit wird da was mit dem Schutz der Weltdurchschnittslufttemperatur zur Wahl angeboten. Da könnte man mal die Wahlkämpfenden an einer Frage teilhaben lassen: Nehmen wir an, was ja möglich ist und schon vorkam und irgendwann ansteht, die Sonne würde nachlassen, so dass die Luft zwei Grad kälter wird, was dann? Werden dann die jetzigen Politaktivisten und Letztgeneratoren sagen: „Glück gehabt, das ging ja noch mal gut“ und sich eine Arbeit suchen?

Dass sie das nicht werden, ist klar, aber was werden die Leute am Schirm sagen?
Vielleicht bezeichnen sie einen als Sonnenleugner, weil man die menschengemachte Sonnenstrahlung relativiert.

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Donnerstag, 7. März 2024
Sprache des Grünen Reiches: Respekt
Die Verschiebung der Wortbedeutung kann als vollzogen angesehen werden. Gab es zu Beginn der Respektforderei von wem auch immer noch die Gegenstimmchen, Respekt habe man sich zu verdienen und bekomme man nicht für Herkunft, Färbung oder Glaubensbekenntnis, ist diese Vorstellung nun weg.
Und wem nützt das?
Nicht ganz Olaf Scholz im Wahlkampf, der so tat, als verspräche er die Wertschätzung denen, die sie erarbeiten. Die grünlinke politische Klasse ist es, die den Nutzen daraus zieht, dass man sie zwar kein bisschen respektieren kann für das, was sie tut, aber niemand in der Lage ist, dies zu formulieren. Respekt ist etwas, das es für das Buntsein geben muss oder dafür, dass man solches fordert oder solches zu fordern vortäuscht.
Wo es gar keinen Respekt mehr gibt und keinen Begriff davon, fällt das Fehlen nicht auf.
Haben sie gut hingekriegt, alle Achtung.

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Mittwoch, 6. März 2024
Lehrermängel
Auf Achse des Guten schlägt ein Lehrer SOS. Er schreibt, er habe alle Demütigungen ertragen können bis auf die, nicht mehr die Arbeit als Pädagoge ausüben zu können.

„Antifaschismus bedeutet auch, einen respektvollen menschlichen Umgang einzufordern. Dennoch muss ich fast jeden Tag Demütigungen von Schülern hinnehmen, die diese ihren eigenen Eltern, Verwandten und sogar Haustieren nicht zumuten würden. Mit 'Digger' angesprochen zu werden, empörte 'Warum!?'-Ausrufe zu vernehmen, wenn Schüler und Schülerinnen darum gebeten werden, zum Abholen korrigierter Tests und Hausaufgaben nach vorne zu kommen, oder ein lautes 'Ist mir sch-ßegal!' zu hören, falls ich warne, unangebrachtes Verhalten könne sanktioniert werden – all das gehörte nicht zu meinem Schulalltag im 20. Jahrhundert.“

Da kann man ihm nur sagen: freilich bist du übel dran.
Das ist nur genau das, was man sich einhandelt, wenn man anfängt, Demütigungen erst einmal passiv mitzumachen. Die hören nicht auf, die werden mehr. Der Antifaschismus als Gesinnung reicht dann nicht zum Antifaschismus als Methode.
Das Problem liegt eindeutig bei der politischen Führung, was soll man als Beamter da schon ausrichten, klar. Man hätte-hätte der Politik frühzeitig klarmachen müssen, dass man die Anfänge nicht mitträgt und nicht durch falsche Signale verstärken will.
Schwer, sicher, es ist aber auch nicht so, dass das niemand getan hätte. Was wurde mit denen? Was haben die erlebt von ihren Kollegen? Antifaschistische Solidarität jedenfalls nicht.
Soll sich jetzt jemand für diesen Lehrer einsetzen? Davon wird auch nichts mehr gerettet.

„Mir wurde selbst von einer angesehenen Fachbereichsleiterin gesagt, dass es kein Problem sei, wenn eine Schülerin aus Afghanistan gegenüber Lehrkräften frech und respektlos ist. Diese Respektlosigkeit sei vielmehr als 'Zeichen der Emanzipation von patriarchalischen Werten' zu begrüßen.“

Dass diese Fachbereichsleiterin als eine angesehene angesehen wird, das ist, was schiefläuft in diesem Land.

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