Freitag, 6. Oktober 2017
"Interessant" im Journalismus
Da wird auf 3sat die Schriftstellerin Monika Maron per Zuschaltung befragt wegen Wahlergebnis und Ost-West-Spaltung, sie deutet höflich an, dass sie diese Ost-West-Frage für falsch hält und für ein westfeuilletonistisches Denkschema. Was sie von den nächsten vier Jahren Merkel erwarte, fragt die Moderatorin. Das werden keine vier Jahre, sagt Monika Maron. Die Moderatorin fragt verblüfft nach, was, Sie erwarten, dass es keine vier Jahre Merkel-Regierung gibt? Ja, bestätigt Monika Maron.
Interessant, sagt die Moderatorin.
Und bedankt sich für das Gespräch.

Ältere Mediennutzer werden sich noch an Zeiten erinnern, als „interessant“ im Journalismus ein Auslöser war nachzufragen. Ach, erzählen Sie! Verraten Sie uns mehr! Echt jetzt?
Aber jetzt fällt „interessant“ unter krude Thesen, zu verrückt, um darauf einzugehen, wenn man nicht vorbereitet ist. Gibt es vielleicht Ärger, weil eine selbsternannte Schriftstellerin, die noch nicht in der bunten Ordnung angekommen ist, ein Forum bekommt und Merkel-muss-weg-Schreiern den Boden bereitet?
Auf so was werden Journalisten unzulänglich gewappnet. Zum Glück können sie das Gespräch beenden, weil die vorgesehene Zeit verstrichen ist.

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Sie wurde immerhin interviewt.

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Ja, sehr richtig,
da muss man schon froh sein. Soll keiner sagen, sie wäre nicht interviewt worden.

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