Sonntag, 25. Oktober 2026
Redebedarf
Guckt man die neuen Medien und Plattformen an, was wir nun auch nicht mit vollständigem Überblick tun können, fällt auf, da ist weniger Text, ganz viel Video und viel Talk-Format.
Es ist ja auch komfortabel, wieviel Speicherplatz gebaut wird und welche Unmengen von Daten übertragen werden und mit was für geringem Aufwand und kleinen Dingern man Fernseh- Äquivalent machen kann.
Was man vielleicht nicht erwartet hätte, ist, dass es eine wachsende Zahl von langen Talk-Sendungen gibt, mehrstündige Gespräche, und die haben Erfolg beim Zuschauer. Im Fernsehen sind die Talksendungen Billigproduktionen und kaum mehr erträglich, aber nur an der Machbarkeit kann es nicht liegen, dass die Netzproduktionen beliebt sind, sie sind eben besser. Im Fernsehen könnte es eine zwei- oder dreistündige Sendung kaum geben, auf welchem Sendeplatz denn. Das Fernsehen könnte aber auch für die Mediathek produzieren, aber an diesem Gedanken merkt man schon, will man das wirklich, könnte das was taugen? Erwartet man nicht.
Funktionieren könnte, man lässt die Gäste von Maybritt Illner nach der Ausstrahlung weiterreden und stellt das dann ins Netz, auch dieser Gedanke zeigt das grundsätzliche Problem: Die Talksendungen im Fernsehen sind dazu da, etwas nicht zu sagen.
Sie erzeugen den Redebedarf, den zu bedienen sie vortäuschen.

... link (0 Kommentare)   ... comment