Sonntag, 11. November 2012
Taz hat’s
Perlentaucher.de zitiert die taz mit der Befürchtung, dass Toleranz auch nur eine perfide Form der Machtausübung sein könnte: "Eigentlich bedeutet der ja nur ziemlich gönnerhaftes "Dulden". Völlig zu Recht können Minderheiten den Gedanken der Toleranz zurückweisen. Wer will schon von der Großzügigkeit der Mehrheit abhängig sein ... Es geht um Normen, um die Frage des vermeintlich 'Anderen'. Es geht um Macht."
Da ist die taz aber dicht dran.
Das Toleranteln ist die Phantasie, überlegen zu sein und sich für oder gegen das Tolerieren der süßen kleinen Minderheit entscheiden zu können, wobei hier natürlich die Linie zwischen Gutgrün und Restböse verläuft.
Das wollte die taz aber gar nicht verraten, sie ist schon einen Schritt weiter. Aus Sicht der Randgruppe, um die es geht, ist das natürlich eine Beleidigung. Toleriert werden, wo leben wir denn.
Die taz verrät damit aber noch etwas, dazu muss man die Zeitung allerdings etwas entfernt halten. Solange es um Macht geht, stellt sich die Machtfrage, das wissen Kneipenkommunisten. Der_das Verfasser_In erfült sich mit dem Postulat, die Macht zu übergeben, dieselbe Machtphantasie.
Wer etwas fordert, dem geht es um das Fordern, vermittels des Etwas. Das ist bei der an andere gerichteten Forderung nach Toleranz nicht anders als bei der Forderung, diesen Zwischenschritt zu überspringen. Man_in erfüllt sich den Wunsch, Forderungen zu erheben und damit Macht auszuüben. Die über jede Diskussion erhabenen Randgruppen sind Mittel zu diesem Zweck.



Weiterführende Literatur:
https://www.perlentaucher.de/essay/toleranz-den-toleranten.html

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