Samstag, 1. Dezember 2012
Schule der tausend Schreie
Einen schlimmen Fall ungezügelter Polizeigewalt muss https://www.spiegel.de/schulspiegel/leibesvisitation-polizei-durchsucht-schueler-bis-auf-die-unterhose-a-870305.html vermelden. Da besucht ein Polizist in München eine Schule, um das Antiausgrenzungsding zu machen, da kommt eine Schülerin zu ihm und sagt, man habe ihr fünf Euro geklaut. Darauf muss der Polizist in einen Polizeirausch verfallen, er lässt Verstärkung kommen und alle Schüler durchsuchen, sogar bis in die Unterwäsche. Als ob man die fünf Euro dann überhaupt noch wiederhaben wollen würde.

Das Geld wurde nicht gefunden, und einige Schüler haben diese Gewalterfahrung als so traumatisierend erlebt, dass sie am nächsten Tag die Schule nicht besuchten, berichtet spiegel.de. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Nötigung, der Schulpsychologe macht Sonderschichten.

Es ist anzunehmen, dass die gefolterten Schüler jetzt dauerhaft leiden und keine guten Noten mehr kriegen.

Der Polizist wird hoffentlich seine gerechte Strafe erhalten. Und den anderen soll das eine Lehre sein. Gerade in der Schule muss die Polizei demonstrieren, wie so ein Vorgang normalerweise abläuft. Wenn eine Schülerin kommt und sagt, ihr wurden fünf Euro gestohlen, ist zunächst zu klären, ob sie mit dem Geld provozierend umgegangen ist. Dann sind ihr die sozialen Ursachen aufzuzeigen. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter, da können viele nicht warten, bis sie arm geworden sind, und greifen vor Verzweiflung zu.

Für solche Fälle müssen natürlich die Gesetze verschärft werden; Verleitung zum Kameradendiebstahl muss schulischer Straftatbestand werden.

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