Sonntag, 21. Juni 2026
Hinter vorgehaltenem Handspiel
Nach dem Dritten Reich diskutierte man unter Juristen, wie das denn sein soll mit falschem Recht und schlimmen Gesetzen. Die als Radbruchsche Formel bekannte Ansage geht so, grundsätzlich gelten auch rechtssystemwidrige Gesetze und sind zu befolgen, bis sie korrigiert werden, wenn aber die Norm selbst gegen alle Voraussetzungen des Rechts steht, kann sie keine Rechtsnorm sein und nicht gelten.
Womit wir beim Fußball wären.
Rote Karte dafür, sich die Hand vor den Mund zu halten.
Jetzt könnte man sagen, die Organisation FIFA kann ihre eigenen Regeln machen, ist ja nur Sport.
Eben nicht. Es könnte die Spielregel geben, wer einmal schräg über das Feld rennt, darf kein Tor schießen, oder es gibt Freistoß, wenn gleichzeitig alle Spieler im Abseits stehen.
Aber nicht die Hand vor den Mund halten, weil man was Kolonialistisches sagen könnte, und dafür rote Karte, das ist keine sportliche Spielregel. Eine solche Regel kann es nicht geben.
Kann es doch, wie zu sehen ist, es gibt nur keine rechtsstaatliche Möglichkeit, dagegen etwas zu machen.
Hier hat nicht etwa „die Politisierung das Spielfeld erreicht“, hier hat die Erosion der Vorstellung von Recht und Rechtsstaatlichkeit und fairem Spiel die Folgeerscheinung verursacht.

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