Sonntag, 18. Oktober 2026
Wessi Kinski
Zwei Stichtagskalenderblätter in den Radioprogrammen zu hundert Jahren Klaus Kinski, die Einordnungen nicht zu beanstanden. Im DLF ein paar Sekunden mehr dazu, dass das Nachkriegsdeutschland, das bundesdeutsche, Provokation und Aufregung wollte.

In der Tat ist das Westkram, so wie Heiner Müller Ostkram war, das Werk von Heiner Müller kann ohne DDR-Bezug gar nicht von Belang sein.

Bei Kinski fällt der Befund noch etwas platter aus; Werner Herzog wird zitiert, er habe eben die Kinobilder nur von ihm kriegen können. Ja nun, der war auch Westkram. Fitzceraldo ist auch nicht mehr, als wenn Schlingensief mit Behinderten arbeitet, natürlich stärker in den Bildern und genauer gearbeitet. Aber aus einiger Distanz nur noch Parodiematerial.

Lässt sich daraus etwas lernen?
Gelangweilte Westdeutsche, die durchgerüttelt werden wollen und die Probleme der Welt mitbekommen möchten, sind hinnehmbar, solange sie verrückte Künstler hervorbringen. Aber bei haltungsgetriebener Politik und ideologisiertem Medienbetrieb wird es gemeingefährlich.

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