Mittwoch, 7. Februar 2018
Cheblismus
Drei Blödheiten aus den Hauptmedien. Auf Spiegel-Online Jakob Augstein: „Die AfD dürfte künftig auf einen Politikmix setzen, der in der deutschen Geschichte schon einmal furchtbar erfolgreich war: Rassismus plus Sozialstaat. Dann droht der Aufstieg der Rechten zur Massenbewegung.“ er schreibt, wie er es versteht, also über sich. Er möchte der linke Massenbeweger sein, hochbezahlt für die Streuung der Gesinnung.
Ihm zufolge wäre die DDR mit etwas mehr Sozialstaat das Dritte Reich gewesen.

Intellektuell auf gleichem Niveau Frau Stokokowska: „Rechte können sich nicht glaubhaft für Frauen einsetzen. Sie tun nur so, wenn sie zum Widerstand gegen sexuelle Gewalt aufrufen. Wer rechts ist, kann kein Feminist sein - so viel Grenze muss sein.“ Er könnte schon sein, darf aber nicht. Sie bangt um ihre feministische Hoheit, das ist alles. Sie braucht eine Begründung für sich, warum sie trotzdem die positiv besetzte Bezeichnung Feministin für sich beansprucht und sich trotzdem nicht für Frauenrechte einsetzt.

Das dritte Beispiel bringt focus.de: „Ist das noch erlaubt oder schon AfD-Sprech? CDU-Politiker Wolfgang Bosbach wird bei seinem TV-Comeback in „Markus Lanz“ sehr viel deutlicher, als er dies in seiner aktiven Zeit sein konnte. Und übersetzt das Groko-Kasperle-Theater ins Verständliche.“
Kokettieren mit dem Tabu. Noch erlaubt? Schon verbotener AfD-Sprech? Hui.
Hier wird ein Verbot, ein Verbotensein, unterschwellig vorausgesetzt und damit lanciert. Die Mitteilung ist immer noch: nichts für dich, Leser! Wir entscheiden hier, was geht. Auch vermittels Übertretungen.
Hier ist der Verfasser nicht bekannt, aber in derselben Situation: Er oder sie muss sich den Halungsbenotungen stellen.

Wir können dieses Phänomen Cheblismus nennen. Es beschreibt ungebremste Aktivität ohne Kompetenz mit der Pseudolegitimation durch den Anschein, man verkörpere den sauberen Standpunkt, sei die Inkarnation der moralischen Korrektheit. Cheblismus bedeutet auch, man bekommt damit einen Posten im Karrierenetz. Das Schädliche und Parasitäre daran ist nicht nur das Geld, das man dafür eintreibt, sondern dass das, was an dieser Stelle richtigerweise getan werden müsste, unterbleibt. Damit wird das vorhandene Problem verstärkt, gleichzeitig damit aber auch der Cheblismus weiter angetrieben.

Schauen wir uns unter diesem Aspekt danach um, was uns sawsan vorkommt.

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Dienstag, 6. Februar 2018
Groko-Sorge
Von unseren Regierungsparteien sind Grüne und Linke noch irgendwo glaubwürdig im Sinne von in sich schlüssig; man weiß, woran man ist, auch wenn das nicht allen bewusst ist. Aber wieso unsere vormaligen Volksparteien so gar keinen Wert darauf legen, dass man ihnen noch irgendwas glaubt, diese Frage sollte uns noch mehr beunruhigen als der Glaubwürdigkeitsverlust selbst. In drei Jahren ist Bundestagswahlkampf, SPD und CDU treten als Merkel-Parteien an. Ganz gleich mit welchem Personal. Müsste es nicht irgendwen in den Parteien geben, der sagt, dass es nicht nur auf die Meinung der Parteipresseorgane ankommt, sondern auch ein bisschen auf die Wähler?

Wir können erwarten, dass da vorgesorgt wird.

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Montag, 5. Februar 2018
Madame Groko und Merkelpresse
Es ist nach dem Geschmack der Presse, „Verlängerung“ der Koalitionsgespräche, zuvor waren sie „auf der Zielgeraden“, es gab „Knackpunkte“ und „Zusammenraufen“, „Pokerrunden“ und all das ganze Gewäsch, in Radionachrichten hieß es, es ginge noch darum, was die SPD durchsetzen könne. Darum geht es also, was die SPD durchsetzen kann. „Groko“ ist zur gängigen Sprachstanze geworden wie Brexit, übrigens ist Groko zum ersten Mal in pardon verwendet worden, dies nur nebenbei. Was hier festgehalten sein soll, ist: Um was es eigentlich geht, kommt gar nicht vor. Madame Groko ist gesetzt, nicht verhandelbar, alternativlos. Dabei ist sie alles und das einzige, um was es geht, aber unsere Presse ist nicht mehr in der Lage, dazu irgend etwas Erhellendes beizutragen, weil es keine Pressemitteilungen darüber gibt.
Die Presse wird sich entscheiden müssen, ob sie „Wieso noch Merkel?“ fragt oder ob „Wieso noch Presse“ die Frage ist.

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Sonntag, 4. Februar 2018
Unmündiger Zuschauer
Man kann über Zeiten und Umstände diskutieren, es ist übrigens in der Branche so, dass als Loser dasteht, der was will. Man muss unbedingt der sein, von dem was gewollt wird, sonst wird das nichts, und man muss auch zeigen: du willst hier was von mir. Ja, die gesellschaftlichen Ursachen.

Es ist eine untadelige Entscheidung, wenn man sagt, dass man die Filme von einem Regisseur oder Produzenten nicht mehr guckt, weil er sexueller Übergriffe bezichtigt wird. Das ist keine Vorverurteilung, und in welchen Nuancen es sich abgespielt hat, geht auch nicht alle was an.

Aber es hat ja dabei kein Bewenden, aktuell geht es darum, dass die Filme nicht mehr gezeigt werden sollen. Da schwingt sich jemand zu einer illegitimen Herrschaft auf, und das ist ein völlig anderer Fall. Hier wird eine Entmündigung des Zuschauers vorgenommen, und genau darum geht es ja.

Tut es das? Ja, und hier ist der Beweis: Es wird gar nicht in die Erwägung einbezogen, ob man den Frauen in den Filmen einen Gefallen tut, wenn man die Filme mit ihnen nicht mehr zeigt.

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Samstag, 3. Februar 2018
Anregung zum M-Tag
Es herrscht ja die Auffassung, von alten Grünen bis hin zu jungen Kabarettisten, dass die Mauer wegen Bananen gestürzt worden wäre, also wegen Negativbananen.
Wer das meint, sollte sich zumindest die Anschlussfrage stellen: Warum hat dann die DDR-Führung dem Volk nicht einfach mehr Bananen gegeben?

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Freitag, 2. Februar 2018
Südtoxische Beobachtung
Die Süddeutsche Zeitung widmet sich den Filmstellen, in denen James Bond nicht dem Bild der feministischen Typs des zufällig männlich konstruierten Figur entspricht und den neuen Aspekten bei Daniel Craig im Unterschied zu Connery und Moore:

„Bond ist ein Archetyp toxischer Männlichkeit. Er richtet Gewalt nicht mehr nur noch gegen andere, sondern auch gegen sich selbst. Es ist gerade dieses überkommene Männerideal vom kommunikationsunfähigen Durch- und Aushalter, das die Wurzel so vieler gesellschaftlicher Probleme bildet - von der hohen Suizidrate bei Männern bis zur gesteigerten Gewaltbereitschaft.“

Immerhin hat es Bond damit jedes Mal geschafft, die Welt vor dem Untergang zu retten oder vor der Entwertung der Goldreserven. Die neue Männlichkeit der Konsumierenden ist, diesen Teil nicht mehr zu sehen. Nur haben früher die Zuschauer gar nichts anderes erwartet, als in einem Bond-Film die Überhöhung des Heldentums zu sehen, sonst hätte man kein Geld ausgegeben.

Dass die Welt ohne Bond weniger toxisch wäre, kann bezweifelt werden.

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