Freitag, 19. Juni 2015
Kulturdosen
Die Belgier wollen Pommes frites zum Weltkulturerbe machen, speziell die belgische Art, die zweimal frittiert wird.
Grundsätzlich ist dagegen nichts einzuwenden, niemand hat etwas gegen frittierte Kartoffeln.
Grundsätzlich sollte aber daran etwas Sorge bereiten, das ist die ersichtlich werdende Degenerierung des Kulturbegriffs in Zusammenwirkung mit dem verzweifelten Rest des Wunsches, etwas zu erhalten. Man verlegt sich mit der Angst vor Zivilisationsverlust auf das Ungefährliche. Wo eben niemand grundsätzlich etwas dagegen einzuwenden haben kann.

Man sieht allerdings auch: Ebenfalls bei der Kultur macht die Dosis das Gift, Kultur kann ungesund sein.

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Bei...
...uns wurden die kalten vom Vortag wieder auffrittiert; Weltkultur kann scheußlich schmecken.

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+1
Ist wieder ein anspruchsvoller Text, der tatsächlich korrekt wiedergibt, dass Pommes frites aus Sicht einiger (UNESCO-)Weltkulturerbe werden sollen:
-> https://www.spiegel.de/reise/europa/belgier-wollen-unesco-welterbe-status-fuer-pommes-frites-a-984680.html

Andererseits sind dies türkischer Kaffee und besondere französische Fresserei bereits, was den Wunsch sozusagen entschärft und den Humorschwerpunkt sozusagen auf die UNESCO lenkt.

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