Mittwoch, 24. August 2016
Imaginäre Größe
Man könnte es für verwunderlich halten, dass doch so oft die Gutlinge gar nicht anders agieren als die, gegen die sie ankämpfen und anmeinen. Man könnte sich fragen, wieso denn die Antifaschisten genausogut als Faschisten durchgehen würden, ob denn der Minister gegen Hasssprache nicht merkt, dass er sich selbst verhaften müsste, oder warum die Antirassisten total völkisch-rassisch denken.

Ja nun. Da verwechselt man Ursache und Wirkung. Es ist nicht etwa so, dass das Schlimme abfärbt auf die Bekämpfer. Sondern dass sich die Miesen etwas suchen müssen, neben dem sie als nicht ganz so mies dastehen.

Wer ein krimineller faschistoider Typ ist und sich nicht ganz so schlimm fühlen möchte, der braucht wen? Genau, die Nazis. Damit verwandelt er sich in das Gegenteil des Nazis und in das Gegenteil von sich selbst.
Wer sich aus Mangel an Selbstschätzung mit einer Gruppe identifizieren und kulturell erhöhen möchte, findet sich bei den Antirassisten gut aufgehoben und wird zum Beschützer der niederen Rassen und minderen Kulturen.

Gewalt und Gewaltphantasie benötigen ein Feindbild und in dessen Folge einen Feind, der spiegelbildlich gleichrangig ist und sich durch seine entgegengesetzte Haltung zum unwerten Gegenüber macht.

Feind wird man durch Zurechnung -- das ist der Grund, warum jemand als faschistisch oder Nazi bezeichnet wird; diese Etikettierung ist nötig für die Selbstbestätigung des Anti, sie wäre es nicht bei Nazis und Faschisten.

Mit denen legt man sich auch lieber nicht an.

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Das Gutgemeinte (ob dieses wirklich gut gemeint ist sei dahingestellt) ist der größte Feind des Richtigen. [1]

Bonhoeffer hat zu anderen Zeiten und unabhängig vom Schreiber dieser Zeilen ähnlich entwickelt:
-> https://www.dietrich-bonhoeffer.net/zitat/id/604/

MFG
Dr. W

[1]
Es gibt bei diesem Sinnspruch einige Probleme, bspw. ist das Richtige auch immer gut gemeint.
Sinn macht dieser Sinnspruch nur in der Dialektik.

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