Mittwoch, 29. Juli 2015
Die Chance in der Krise
Sigmar Gabriel ist das Sommerloch-Ungeheuer. Er taucht immer wieder auf, zuletzt im Iran, und jetzt verstärkt als SPD-Kanzlerkandidat, wobei nicht klar ist, ob es ihn überhaupt gibt, den Kanzlerkandidaten der SPD.
Und das zwei Jahre vor der Wahl.
Verglichen mit 1998 hat die SPD die Hälfte ihrer Wähler verloren. Man könnte ja darüber nachdenken, wie man die wieder anspricht, doch das haben die Ideologen nicht vor, das würde sie selbst infragestellen.
Was aussieht wie ein internes SPD-Problem, könnte sich noch als Vorbereitung des Untergangs erweisen. Es soll so aussehen, als würde die SPD doch eigentlich ganz gern die Wahlen gewinnen wollen. Dann würde man sich aber zurückhalten damit, Sigmar Gabriel als Hauptkandidaten zu thematisieren. Bei Gerhard Schröder war das richtig, weil er eben nicht dran war. Sigmar Gabriel wäre dran und wird zerredet.
Warum?
Wohl, damit man hinterher einen hat, der das Ergebnis verantwortet. Das wird die Stunde von Ralf Stegner und Andrea Nahles. Ihnen wird einfallen, dass man die Wahl ja doch gewonnen hat, wenn man das Ergebnis entsprechend interpretiert und die mögliche Koalition eingeht.
Denn das ist das, was seltsamerweise im Moment nicht angesprochen wird. Könnte man ja. Aber das hieße, die Option zu zerreden.

... comment