Montag, 13. Juli 2015
Rassismusvorwurf als Abwehrzauber
Wenn kommt Das-ist-rassistisch!, hat erst einmal der Überbringer der Nachricht ein Problem und ist in eine Defensivhaltung gedrängt. Man könnte annehmen, hier soll der Überbringer der Nachricht für die Nachricht verantwortlich gemacht werden.
Doch es geht dem Empfänger der Nachricht nicht um den Überbringer, sondern wie so oft um sich. Er möchte die Nachricht gar nicht haben.
In der Informationsgesellschaft hilft das Wünschen wieder, die Welt ist das, was man an Informationen an sich herangelassen hat.
Und da man diese Information nicht will, weil man sich mit ihr auseinandersetzen müsste oder gar eine Verantwortung daran anerkennen müsste, wehrt man sie ab, indem man sie tabuisiert. Das Tabu ist identisch mit seiner Bedeutung; man will die Information selbst nicht denken, deshalb gibt man ihr einen Grund, warum man sie ablehnt, belegt sie mit einem Bann.
Das ist magisches Denken, deshalb sehr effektiv.

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Magisches
Denken, der Schreiber dieser Zeilen teilt die Beobachtung des WebLog-Eintrags, verträgt sich nicht mit anzunehmenderweise nicht-magischer Welt [1], insofern ist hier vielleicht von sozio-dynamischen Prozessen auszugehen, die gesellschaftlichen Ausschluss von Meinenden bis Zensurierung bedeuten. [2]

Interessant ist vielleicht auch diese Frage:
Was ist schlimmer, X-Ismus oder anderen wahlfrei und unbegründet X-Ismus zu unterstellen?

Der Schreiber dieser Zeilen, also ich, findet, dass das eine so wie das andere.

Interessant auch die Frage, was Information ist, würde dann aber wohl dieses Inhalteangebot kommentarisch, vielen Dank für Deine / Ihre Geduld, womöglich überlasten, im Moment zumindest.

MFG
Dr. W

[1]
Magische Welt ist bspw. von Terry Pratchett bearbeitet worden, hinlänglich, wie der Schreiber dieser Zeilen findet, Pratchett war ein großer Philosoph.

[2]
Eine Verschwörungstheorie muss hier nicht vorliegen.

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