Samstag, 24. Juni 2017
Sozialtragik
Ein bisschen schade ist es um die SPD schon. Der Schulz-Effekt ist der, dass man sie nun in aller Deutlichkeit sieht.
Die Tragik einer sozialistischen/sozialdemokratischen Kraft ist, dass sie als Opposition, als Korrektiv, unschätzbare Dienste leistet, aber als Inhaber von Macht nur Schaden anrichtet. Gut, vielleicht nicht nur; es wäre nicht alles schlecht. Aber nur Schaden wird angerichtet mit den Bestrebungen, Macht zu erlangen und zu erhalten.
Gibt es einen Kaiser oder eine andere Form verfestigter Herrschaft, dient es dem Gemeinwohl, wenn ein Parlament die Macht bindet und kontrolliert und wenn dabei Interessen vertreten werden, die nicht mit denen der Oberen identisch sind. Gibt es aber keinen Kaiser, sondern die Macht der Sozialisten, wäre eine Opposition nur, tatsächlich oder vermeintlich, das Rückwärtsgewandte, das Restaurative, oder eben die noch radikalere sozialistischere. Eine freiheitliche Kraft hätte nämlich auch nur vorläufig die Vorstellung von Freiheit zu bieten und wird auf ideologischem Gebiet immer geschlagen.
Das ist dann aber nicht mehr die Tragik der Sozialdemokratie, sondern des Landes.

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