Samstag, 10. Februar 2018
Das war der Schulz-Effekt
Die Presse hatte recht schnell gemerkt, dass ihr Hype nichts bringt und Schulz nicht wichtig macht, dann war es das auch zwischen der Presse und Schulz.
Was der Effekt hätte sein können, aber nicht war: der Effekt beim Bürger, eine Inspiration, dass beim Personal doch was wechseln kann, dazu hätte Schulz nur eine Offenheit auslösen müssen, er hätte nicht einmal selbst etwas dazu beitragen müssen. Aber so sehr hat er sich eben für die Leute nicht interessiert.
Er hätte-hätte die Story verkaufen können, dass nicht nur aus einem unsportlichen abiturlosen Alkoholiker noch was werden kann, sondern sogar aus einem EU-Bürokraten. Man hätte es gekauft, weil man es gewollt hätte.
Aber er wollte das nicht. Seine Story geht so, dass er zwar geschafft hat, trocken zu werden, aber seine Unfähigkeit einfach nur in der Politik sublimiert hat. Die EU war das Holo-Deck, wo er keinen Erfolg haben konnte, aber das Gefühl der Bestätigung bekam – als Ersatz für Erfolg, mithin Ersatz für Kompetenz.
Das Problem, das man sich dabei einhandelt, ist die negative Kompetenz. Man tut nicht nur etwas Sinnloses, mit dem man nicht einfach aufhören kann, man unterlässt, was getan werden müsste.
Damit schafft man es, Ministerposten herauszuschinden, für sich und die Partei. Aber man entfernt sich noch weiter von der Politik, die auszuüben wäre. Ganz zu schweigen von den Objekten der Politik, dem Volk.