Montag, 3. August 2020
Unter Strohm
Ist ja schön, wenn die Überschrift schon alles sagt, das erspart die Lesezeit:
„Wenn ich frage, ob wir Flüchtlinge ertrinken lassen sollen, kommt meistens ein Nein“, so auf WeLT.de, und tatsächlich ist es der Kirchenheini Bedford-Strohm, der da im Interview zeigt, wie gut er ist.

Schon die Frage ist falsch gestellt. Wieso wir? Wir lassen ertrinken, im Mittelmeer?
Das ginge ja noch, so zu fragen, wenn man sich verantwortlich fühlt, aber hier ist es manipulativ eingesetzt; man forciert die Antwort mit der Frage und verschafft sich schon einen Vorteil.

Die richtige Frage wäre, ob wir sie anlocken sollen und animieren, auf seeuntüchtige Boote zu steigen, ob wir ihnen ein bedingungsloses Einkommen in Aussicht stellen sollen, weil sie sonst im Mittelmeer ertrinken, ob wir die Schutzsuchenden zum Randalieren bestellen, ob wir ihretwegen islamisieren sollen. Darauf käme auch meistens ein Nein.
Die Frage, ob wir das alles bezahlen sollen und können, kann er gar nicht stellen. Er gehört nicht zu dem Wir, das es tut.

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